Daimler Truck verkauft deutlich mehr Lkw, doch zwei Bereiche verlieren

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Daimler Truck hat seinen Fahrzeugabsatz im dritten Quartal 2026 deutlich gesteigert. Zwischen Juli und September verkaufte der Nutzfahrzeughersteller weltweit 91.260 Lastwagen und Busse. Auf vergleichbarer Geschäftsbasis entspricht das einem Anstieg um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark entwickelte sich das Nordamerika-Geschäft. Auch Mercedes-Benz Trucks verzeichnete höhere Verkaufszahlen. Bei Bussen und batterieelektrischen Nutzfahrzeugen ging der Absatz dagegen zurück. Die am Donnerstag, 8. Oktober 2026, veröffentlichten Zahlen zeigen damit eine uneinheitliche Entwicklung innerhalb des Konzerns.

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Nordamerika sorgt für den größten Absatzanstieg

Das stärkste Wachstum erzielte Daimler Truck in Nordamerika. Dort wurden im dritten Quartal 45.629 Fahrzeuge verkauft. Ein Jahr zuvor waren es 30.225 Einheiten gewesen. Damit erhöhte sich der Absatz um 51 Prozent. Das nordamerikanische Geschäft entwickelte sich somit deutlich dynamischer als der Gesamtkonzern.

Der Anstieg fällt allerdings auch deshalb so deutlich aus, weil das Vergleichsquartal 2025 schwach ausgefallen war. Damals hatte Daimler Truck in Nordamerika einen Absatzrückgang um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Mit den aktuellen Zahlen nähert sich das Unternehmen wieder seinem früheren Verkaufsniveau. Die 49.346 Fahrzeuge aus dem dritten Quartal 2024 wurden allerdings noch nicht erreicht.

Mercedes-Benz Trucks legt ebenfalls deutlich zu

Neben Nordamerika entwickelte sich das Geschäft mit Lastwagen der Marke Mercedes-Benz positiv. Das Segment verkaufte im dritten Quartal 40.362 Fahrzeuge und steigerte seinen Absatz damit auf vergleichbarer Basis um rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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Mercedes-Benz Trucks ist insbesondere in Europa ein bedeutender Geschäftsbereich des Konzerns. Die höheren Verkaufszahlen tragen dazu bei, dass Daimler Truck insgesamt wieder deutlich mehr Fahrzeuge absetzen konnte.

Die Entwicklung der beiden großen Lastwagensparten zeigt zugleich, wie wichtig die internationalen Märkte für den Hersteller sind. Während Nordamerika den größten prozentualen Zuwachs erzielte, lieferte auch das Geschäft mit Mercedes-Benz Lastwagen einen wesentlichen Beitrag zum Absatzwachstum.

Busgeschäft entwickelt sich gegen den Trend

Anders sieht die Lage bei Daimler Buses aus. Der Geschäftsbereich verkaufte zwischen Juli und September 5.394 Fahrzeuge. Im entsprechenden Vorjahresquartal waren es noch 6.443 gewesen. Das entspricht einem Rückgang um rund 16 Prozent.

Die schwächere Entwicklung passt zu den bereits im Sommer angepassten Erwartungen des Unternehmens. Im August hatte Daimler Truck die Absatzprognose für sein Busgeschäft im Gesamtjahr 2026 von ursprünglich 25.000 bis 30.000 auf 20.000 bis 25.000 Fahrzeuge gesenkt.

Als Grund hatte der Konzern die anhaltend schwache Marktentwicklung in Lateinamerika und Mexiko genannt. Damit bleibt das Busgeschäft ein Bereich, in dem sich die positive Entwicklung der großen Lastwagensparten bislang nicht widerspiegelt.

Absatz elektrischer Lastwagen und Busse sinkt

Auch bei batterieelektrischen Nutzfahrzeugen musste Daimler Truck einen Rückgang hinnehmen. Im dritten Quartal verkaufte der Hersteller 1.207 elektrische Lastwagen und Busse. Auf vergleichbarer Grundlage waren das 28 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Damit entwickelte sich das Geschäft mit batterieelektrischen Fahrzeugen deutlich schwächer als der gesamte Fahrzeugabsatz. Während der Konzern bei seinen Lastwagen insgesamt zulegen konnte, gingen die Verkäufe der elektrischen Modelle zurück.

Die Elektrifizierung des Güterverkehrs bleibt für die Nutzfahrzeugindustrie eine langfristige Aufgabe. Anders als bei Pkw sind bei schweren Lastwagen unter anderem die Ladeinfrastruktur, die Einsatzstrecken und die Anschaffungskosten von besonderer Bedeutung. Aus den aktuellen Verkaufszahlen allein lässt sich allerdings keine langfristige Entwicklung der Nachfrage ableiten.

Neue Konzernstruktur verändert den Vorjahresvergleich

Bei der Einordnung der Absatzzahlen spielt eine organisatorische Veränderung eine wichtige Rolle. Seit dem 1. April 2026 ist die Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation in ARCHION integriert. Daimler Truck weist seinen Fahrzeugabsatz deshalb inzwischen nur noch für die fortgeführten Geschäftsaktivitäten aus.

Auf dieser Grundlage standen den 91.260 verkauften Fahrzeugen im dritten Quartal 2026 rund 72.277 Einheiten im entsprechenden Vorjahreszeitraum gegenüber. Daraus ergibt sich der gemeldete Zuwachs von 26 Prozent.

In der ursprünglichen Konzernstatistik für das dritte Quartal 2025 waren dagegen noch 98.009 Fahrzeuge einschließlich des damaligen Asiengeschäfts ausgewiesen. Diese ältere Gesamtzahl lässt sich wegen der veränderten Konzernstruktur nicht unmittelbar mit dem aktuellen Absatz vergleichen.

Daimler Truck hatte Jahresprognose bereits angehoben

Die aktuellen Absatzzahlen folgen auf eine optimistischere Einschätzung des Unternehmens im August. Nach Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal hatte Daimler Truck seine Jahresprognose angehoben. Der Konzern erwartete seitdem für 2026 einen Fahrzeugabsatz von 340.000 bis 370.000 Einheiten. Zuvor hatte die Prognose bei 330.000 bis 360.000 Fahrzeugen gelegen.

Auch die finanziellen Erwartungen wurden damals verbessert. Das bereinigte operative Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern sollte nach der angehobenen Prognose zwischen 3,6 und 4,1 Milliarden Euro erreichen. Für das Industriegeschäft stellte der Hersteller einen Umsatz zwischen 43 und 47 Milliarden Euro in Aussicht.

Als wesentlichen Grund für die höheren Erwartungen nannte Daimler Truck das Nordamerika-Geschäft. Neben besseren Absatzperspektiven verwies das Unternehmen auf eine geringere erwartete Zollbelastung.

Finanzielle Ergebnisse werden im November veröffentlicht

Mit dem Absatzanstieg im dritten Quartal erhält die im August angehobene Jahresprognose zusätzliche Unterstützung. Die höhere Zahl verkaufter Fahrzeuge bedeutet allerdings nicht automatisch einen Gewinnanstieg in entsprechender Größenordnung.

Für die wirtschaftliche Entwicklung sind neben der Absatzmenge auch die Verkaufspreise, die Kosten und die Zusammensetzung der verkauften Fahrzeuge entscheidend. Besonders im Nutzfahrzeuggeschäft können sich Veränderungen der Nachfrage in einzelnen Märkten deutlich auf die Ergebnisse auswirken.

Die vollständigen Finanzzahlen für das dritte Quartal will Daimler Truck am 6. November 2026 veröffentlichen. Dann soll erkennbar werden, wie sich der höhere Fahrzeugabsatz auf Umsatz, operatives Ergebnis und Rentabilität ausgewirkt hat. Bis dahin zeigen die Verkaufszahlen vor allem eines: Das Lastwagengeschäft hat deutlich zugelegt, während Busse und elektrische Nutzfahrzeuge weiterhin eine schwächere Entwicklung verzeichnen.

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