DAX klettert wieder über 25.000 Punkte vor US-Jobdaten

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Frankfurt. Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitagmorgen von den Verlusten des Vortags teilweise erholt. Der DAX stieg im frühen Handel wieder über die Marke von 25.000 Punkten. Im Mittelpunkt stehen neben den hohen Anleiherenditen und den Inflationsaussichten vor allem die für den Nachmittag angekündigten US-Arbeitsmarktdaten. Bei den Einzelwerten zeigten sich deutliche Unterschiede. Aktien mit Bezug zum Ausbau von Rechenzentren und Künstlicher Intelligenz legten zu, während Adidas und Puma nach den neuen Geschäftszahlen und dem Ausblick des US-Konkurrenten Nike unter Druck standen.

DAX kehrt über die Marke von 25.000 Punkten zurück

Der DAX hatte den Donnerstag mit einem Minus von 1,03 Prozent bei 24.939,35 Punkten beendet. Damit war der deutsche Leitindex erstmals seit Juli wieder unter der Marke von 25.000 Punkten aus dem Handel gegangen. Am Freitag setzte zunächst eine Gegenbewegung ein.

Um 9:16 Uhr notierte der DAX laut den von der ARD veröffentlichten Infront-Daten bei 25.038,84 Punkten und damit 0,40 Prozent höher als am Vortag. Wenig später wurden im frühen Xetra-Handel zeitweise rund 25.071 Punkte erreicht. Der Index lag damit wieder oberhalb der runden Marke, ohne die Verluste der laufenden Woche vollständig auszugleichen.

Die Börse Frankfurt bleibt dabei von mehreren gegenläufigen Faktoren geprägt. Nach dem kräftigen Anstieg der Renditen von Staatsanleihen hatte sich die Lage am Anleihemarkt am Freitagmorgen etwas beruhigt. Zugleich bleiben hohe Finanzierungskosten und die Entwicklung der Inflation wichtige Einflussgrößen für Aktien.

US-Arbeitsmarktbericht rückt in den Mittelpunkt

Der wichtigste Konjunkturtermin des Tages folgt erst am Nachmittag. Das US Bureau of Labor Statistics will den Arbeitsmarktbericht für September um 8:30 Uhr Ortszeit in Washington veröffentlichen. In Deutschland entspricht das am Freitag 14:30 Uhr.

Die Daten werden an den Finanzmärkten besonders aufmerksam verfolgt, weil Beschäftigung, Arbeitslosenquote und Lohnentwicklung Hinweise auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank liefern können. Wie die Federal Reserve auf die Zahlen reagieren wird, ist jedoch offen. Einzelne Erwartungen von Banken oder Marktteilnehmern sind Prognosen und keine feststehenden Entscheidungen.

Vor Veröffentlichung der September-Daten lag für August ein vorläufiger Beschäftigungszuwachs außerhalb der Landwirtschaft von 162.000 Stellen vor. Auch diese Zahl kann im Rahmen der üblichen Revisionen noch angepasst werden.

Adidas und Puma reagieren auf Nike-Ausblick

Zu den auffälligeren Kursverlierern gehörten am Morgen die deutschen Sportartikelhersteller. Adidas notierte um 9:30 Uhr auf Xetra bei 141,30 Euro und damit 0,95 Prozent unter dem vorherigen Schlusskurs. Puma gehörte ebenfalls zu den schwächeren Werten im Sportartikelsektor. In der Eröffnungsphase wurde für die Aktie ein Rückgang von rund 1,4 Prozent ausgewiesen.

Auslöser war vor allem der neue Ausblick von Nike. Der US-Konzern hatte am Donnerstag nach Börsenschluss seine Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt. Nike erwartet für das gesamte Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen Änderungen am Geschäftsmodell und weitere Maßnahmen zur Senkung der Kosten an.

Nike verwies unter anderem auf Herausforderungen bei Nike Sportswear, der Marke Jordan und im Geschäft in China. Die Nike-Aktie verlor daraufhin im außerbörslichen US-Handel deutlich. Dass Adidas und Puma ebenfalls nachgaben, zeigt die Bedeutung der Nike-Zahlen für die Einschätzung der gesamten internationalen Sportartikelbranche. Die Probleme und Marktanteile der einzelnen Unternehmen sind jedoch nicht unmittelbar miteinander gleichzusetzen.

KI-nahe Werte gehören zu den Gewinnern

Auf der Gewinnerseite standen am Freitagmorgen mehrere Aktien, die Anleger mit dem Ausbau von Rechenzentren, Halbleitern und der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz verbinden. Besonders deutlich legte Infineon zu.

Um 9:36 Uhr wurde die Infineon-Aktie mit 60,84 Euro ausgewiesen, ein Plus von 2,39 Prozent. In den ersten Handelsminuten hatte der Kurs zeitweise noch stärker zugelegt. Auch Siemens Energy und Hochtief gehörten in der Eröffnungsphase zu den festeren DAX-Werten. Die drei Aktien lagen zeitweise zwischen rund 1,6 und 2,6 Prozent im Plus.

Außerhalb des DAX zeigte sich ebenfalls Stärke bei Halbleiterwerten. Aixtron notierte um 10:15 Uhr auf Xetra bei 38,93 Euro. Das entsprach einem Plus von 5,62 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.

Unterstützung für den Technologiesektor kam auch aus den USA. Dort lagen vorbörslich mehrere große Chip- und Technologiewerte im Plus. Dazu zählten Nvidia, Broadcom und AMD. Solche Bewegungen können europäischen Halbleiterwerten zusätzliche Impulse geben, sind aber keine Garantie für den weiteren Tagesverlauf.

Hohe Schwankungen vor den US-Daten möglich

Die Börse Frankfurt am 2. Oktober 2026 wird damit am Vormittag von zwei unterschiedlichen Entwicklungen bestimmt. Einerseits erholt sich der DAX nach dem Rückgang vom Donnerstag und steigt wieder über 25.000 Punkte. Andererseits bleiben die Anleger vor den US-Arbeitsmarktdaten vorsichtig.

Wie nachhaltig die Erholung ausfällt, lässt sich aus den Kursen des frühen Handels nicht ableiten. Nach Veröffentlichung der US-Daten können sich Erwartungen zu Inflation und Geldpolitik verändern und damit auch Aktien-, Anleihe- und Devisenkurse bewegen.

Bei den Einzelwerten bleiben die Unternehmensnachrichten entscheidend. Adidas und Puma reagieren auf den schwächeren Nike-Ausblick, während Infineon und weitere KI-nahe Aktien zu den Gewinnern des Vormittags zählen. Für den weiteren Handel dürfte der Blick jedoch vor allem nach Washington gehen, wenn am Nachmittag die neuen US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht werden.

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