DAX erreicht Siebenwochenhoch

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der deutsche Aktienmarkt hat seine Erholung am Donnerstag, 29. Oktober 2026, fortgesetzt. Der DAX stieg zeitweise über 26.000 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang September. Im weiteren Vormittagshandel gab der Leitindex einen Teil seiner Gewinne wieder ab. Unternehmensbilanzen sorgten für deutliche Kursunterschiede, während die Anleger auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank warteten.

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DAX überschreitet 26.000 Punkte

Der DAX über 26.000 Punkte war am Donnerstagvormittag nur von kurzer Dauer. Nach Angaben der ARD-Börsenübersicht erreichte der deutsche Leitindex ein Tageshoch von 26.004 Punkten. Um 11:41 Uhr notierte er bei 25.885,67 Punkten. Das entsprach einem Plus von 0,71 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss von 25.704,02 Punkten.

Bereits in den vergangenen Handelstagen hatte sich der Index erholt. Die Marke von 26.000 Punkten gilt unter Börsenteilnehmern als psychologisch wichtige Schwelle. Der zwischenzeitliche Anstieg zeigt, dass die jüngste Aufwärtsbewegung zunächst anhielt, auch wenn die Gewinne im Laufe des Vormittags wieder schrumpften.

Adidas führt die Gewinner an

Zu den größten Gewinnern im DAX gehörte Adidas. Die Aktie des Sportartikelherstellers stieg um 11:41 Uhr um 3,57 Prozent auf 163,70 Euro. Das Unternehmen hatte zuvor seine endgültigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal veröffentlicht.

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Adidas erzielte zwischen Juli und September einen Rekordumsatz von 7,252 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 37 Prozent auf 1,008 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern inzwischen ein Betriebsergebnis von rund 2,5 Milliarden Euro.

Auch Symrise und Airbus gehörten am Vormittag zu den stärkeren DAX-Werten. Symrise gewann um 11:41 Uhr 3,05 Prozent, Airbus legte um 2,28 Prozent zu. Die Deutsche Telekom verzeichnete zur gleichen Uhrzeit einen Kursanstieg von 2,27 Prozent.

Henkel veröffentlicht vorläufige Quartalszahlen

Auch der Konsumgüterkonzern Henkel rückte mit neuen Geschäftszahlen in den Mittelpunkt. Das Düsseldorfer Unternehmen veröffentlichte am Donnerstagmorgen überraschend vorläufige Ergebnisse für das dritte Quartal und hob seine Umsatzprognose für 2026 an.

Nach diesen vorläufigen Zahlen stieg der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal nominal um 11 Prozent auf 5,713 Milliarden Euro. Das organische Umsatzwachstum, bei dem Währungseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen herausgerechnet werden, erreichte 6,5 Prozent.

Für das Gesamtjahr rechnet Henkel nun mit einem organischen Umsatzwachstum zwischen 3 und 4 Prozent. Bisher lag die Prognose bei 1,5 bis 3,5 Prozent.

Die reguläre Quartalsberichterstattung ist weiterhin für den 10. November 2026 vorgesehen. Dann will Henkel ausführlicher über die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal und in den ersten neun Monaten berichten.

Die Henkel-Vorzugsaktie lag um 11:41 Uhr bei 78,06 Euro und damit 0,23 Prozent über dem Vortagesschluss.

Vonovia verliert nach Prognoseanpassung

Am anderen Ende des DAX stand der Immobilienkonzern Vonovia. Die Aktie verlor um 11:41 Uhr 4,64 Prozent und notierte bei 15,70 Euro. Damit gehörte das Unternehmen zu den größten Verlierern des Vormittags.

Vonovia hatte bereits am Mittwochabend seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr angepasst. Das organische Mietwachstum dürfte 2026 nach Einschätzung des Unternehmens rund 3,8 Prozent erreichen. Zuvor war der Konzern von etwa 4 Prozent ausgegangen.

Zudem erwartet Vonovia das bereinigte operative Ergebnis in der unteren Hälfte der bisherigen Prognosespanne von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro. Der operative freie Cashflow dürfte moderat unter dem Vorjahresniveau liegen.

Das Unternehmen begründete die Anpassungen unter anderem mit höheren Finanzierungskosten, schwächeren Geschäften bei Immobilienverkäufen und verzögerten Investitionen.

Auch MTU Aero Engines gab nach. Die Aktie des Triebwerksherstellers verlor um 11:40 Uhr 2,44 Prozent auf 323,90 Euro. Dabei hatte MTU für die ersten neun Monate ein Umsatzwachstum von 13 Prozent auf bereinigter Basis gemeldet. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde auf 9,5 bis 9,7 Milliarden Euro eingegrenzt.

Volkswagen trotz Milliardenverlust im Plus

Volkswagen veröffentlichte am Donnerstag ebenfalls seine Geschäftszahlen. Der Autobauer verbuchte im dritten Quartal einen Verlust nach Steuern von 5,822 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus 1,072 Milliarden Euro betragen.

Zu den Belastungen gehörten hohe Abschreibungen im Zusammenhang mit Porsche, der Rückgang der Geschäfte in China und Aufwendungen für den Konzernumbau.

Die Volkswagen-Vorzugsaktie lag um 11:41 Uhr dennoch bei 70,12 Euro und damit 1,56 Prozent im Plus. Damit entwickelte sich der Kurs zu diesem Zeitpunkt entgegen dem negativen Quartalsergebnis.

EZB entscheidet am Nachmittag über Zinsen

Ein wichtiger Termin für die Finanzmärkte steht am Donnerstag noch bevor. Die Europäische Zentralbank veröffentlicht ihre geldpolitische Entscheidung planmäßig um 14:15 Uhr. Die anschließende Pressekonferenz beginnt um 14:45 Uhr.

Der Einlagensatz liegt derzeit bei 2,50 Prozent. Ökonomen erwarten überwiegend, dass die EZB die Leitzinsen unverändert lässt. Neben der unmittelbaren Entscheidung dürften Aussagen zur Inflation und zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung im Euroraum besondere Aufmerksamkeit erhalten.

Bereits am Mittwoch hatte die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzinskorridor unverändert bei 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Zwei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses hatten sich allerdings für eine Zinserhöhung ausgesprochen.

Neben den Notenbankentscheidungen prägen die Geschäftszahlen großer Unternehmen den Handel. Die unterschiedlichen Kursentwicklungen bei Adidas, Henkel, Vonovia, MTU und Volkswagen zeigen, dass Anleger die Unternehmensperspektiven weiterhin sehr unterschiedlich bewerten.

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