DAX startet in Schlüsselwoche mit Inflation und US-Arbeitsmarkt

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Der DAX geht mit 25.408,64 Punkten in die neue Handelswoche. Diesen Stand weist die Deutsche Börse für Freitag, 25. September 2026, mit Zeitstempel 17:50 Uhr aus. Gegenüber dem Vortag lag der deutsche Leitindex damit 0,56 Prozent höher. Auf Wochensicht lag das Plus bei rund 0,4 Prozent. Entscheidend für die kommenden Handelstage dürften neben dem Quartalsende vor allem neue Inflationsdaten, der US-Arbeitsmarkt, die Entwicklung der Ölpreise und die hohen Anleiherenditen werden.

DAX vor dem Quartalsende noch im Plus

Der September verlief für den DAX bislang deutlich schwächer. Ende August hatte der Index noch bei 26.258,11 Punkten geschlossen. Bis zum 25. September ergibt sich daraus rechnerisch ein Monatsminus von rund 3,2 Prozent. Eine endgültige Septemberbilanz ist das noch nicht, denn am Montag, Dienstag und Mittwoch wird regulär gehandelt.

Für das dritte Quartal sieht die Zwischenbilanz freundlicher aus. Am 30. Juni hatte der DAX bei knapp 24.995 Punkten geschlossen. Gemessen am Stand vom vergangenen Freitag lag das Plus seit Ende Juni damit bei rund 1,7 Prozent. Auch diese Quartalsbilanz kann sich bis zum Xetra-Schluss am Mittwoch, 30. September, noch verändern.

Die vergangene Woche beendete der DAX nach drei vorherigen Verlustwochen wieder im Plus. Am Freitag halfen vor allem sinkende Ölpreise und neue Hoffnungen auf Fortschritte im Konflikt zwischen den USA und Iran.

Ölpreis und Straße von Hormus bleiben zentrale Faktoren

Der Ölmarkt bleibt eng mit der Entwicklung an den Aktien- und Anleihemärkten verbunden. Brent-Rohöl schloss am Freitag laut Reuters 2,1 Prozent niedriger bei 104,32 Dollar je Barrel. US-Öl der Sorte WTI gab 2,3 Prozent auf 92,41 Dollar nach. Brent lag auf Wochensicht dennoch leicht im Plus.

Hinter dem Rückgang standen Hoffnungen auf einen möglichen schrittweisen Weg zu einer Vereinbarung zwischen Washington und Teheran. Ein zentrales Thema ist dabei die Straße von Hormus. Nach Daten des Analyseunternehmens Kpler wurden in der Woche seit dem 20. September vorläufig 33,7 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge transportiert. Vor Beginn des Iran-Krieges liefen nach Reuters-Angaben rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung durch diese Route.

Damit bleibt der Ölpreis auch für die Zinserwartungen bedeutsam. Höhere Energiepreise können die Inflation verstärken und den Spielraum der Notenbanken einschränken. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen war zuletzt zeitweise über fünf Prozent gestiegen. Die Helaba verwies am Freitag darauf, dass trotz schwächerer US-Auftragseingänge die gestiegenen Erwartungen an weitere Zinsschritte der US-Notenbank kaum zurückgedrängt worden seien.

Deutsche Inflation am Mittwoch im Blick

Einer der wichtigsten deutschen Termine folgt am Mittwoch. Um 14 Uhr sollen die vorläufigen Verbraucherpreise für September veröffentlicht werden. Bereits um 10 Uhr stehen Daten aus sechs Bundesländern an. Außerdem kommen am Mittwoch deutsche Einzelhandelsumsätze, Arbeitsmarktdaten sowie Import- und Exportpreise.

Am Freitag folgt um 11 Uhr die erste Schätzung der September-Inflation für den Euroraum. Eurostat hatte für August zunächst eine Teuerungsrate von 3,3 Prozent geschätzt; nach den vollständigen Daten lag die Rate bei 3,2 Prozent. Eurostat hat die nächste Schnellschätzung ausdrücklich für den 2. Oktober angekündigt.

Der oft beachtete ifo-Geschäftsklimaindex ist dagegen kein neuer Termin dieser Handelswoche. Das ifo Institut veröffentlichte die September-Zahlen bereits am Donnerstag, 24. September. Der Index stieg von 88,8 auf 89,9 Punkte.

US-Arbeitsmarktbericht wird zum Wochenhöhepunkt

In den USA konzentriert sich der Datenkalender auf die zweite Wochenhälfte. Am Donnerstag veröffentlicht das Institute for Supply Management um 16 Uhr deutscher Zeit seinen Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im September. Das ISM bestätigt den 1. Oktober als offiziellen Veröffentlichungstermin.

Am Freitag folgt um 14.30 Uhr der US-Arbeitsmarktbericht für September. Das Bureau of Labor Statistics hat den 2. Oktober um 8.30 Uhr US-Ostküstenzeit als Veröffentlichungstermin festgelegt. Beschäftigungsentwicklung, Arbeitslosenquote und Löhne gehören zu den Daten, die regelmäßig die Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve beeinflussen.

Bereits am Dienstag werden die US-Stellenangebote der JOLTS-Statistik veröffentlicht. Am Mittwoch folgen der ADP-Arbeitsmarktbericht sowie Daten zu Einkommen und Konsumausgaben.

Lagarde und mehrere Fed-Vertreter treten auf

Auch die Notenbanken liefern in der neuen Woche zahlreiche Signale. EZB-Präsidentin Christine Lagarde nimmt am Montag um 16 Uhr an einer Anhörung im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments teil. Bundesbankpräsident Joachim Nagel tritt unter anderem am Dienstag, Donnerstag und Freitag öffentlich auf.

In den USA stehen am Donnerstag Auftritte mehrerer Mitglieder des Federal Reserve Board auf dem Programm. Gouverneur Christopher Waller, Fed-Vizepräsident Philip Jefferson, Bankenaufseherin Michelle Bowman und Gouverneurin Lisa Cook sind laut offiziellem Fed-Kalender für Veranstaltungen am 1. Oktober angekündigt.

BMW, Micron und Nike setzen Unternehmensakzente

Die große Berichtssaison der DAX-Konzerne beginnt noch nicht. Am Dienstag und Mittwoch veranstaltet BMW einen Kapitalmarkttag. Symrise veröffentlicht am Montag ein Pre-Close-Dokument für das dritte Quartal. Hornbach Holding legt am Dienstag Halbjahreszahlen vor.

International könnten insbesondere die Zahlen des US-Chipherstellers Micron am Mittwochabend sowie die Ergebnisse von Nike am Donnerstag nach US-Börsenschluss Beachtung finden. Für den DAX ist das auch deshalb relevant, weil die Entwicklung amerikanischer Technologie- und Konsumwerte regelmäßig auf die europäischen Märkte ausstrahlt.

US-Zölle bleiben Unsicherheitsfaktor

Auch die Handelspolitik bleibt Teil des Marktumfelds. Die USA und China haben ihre Zollruhe nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent bis zum 10. Januar 2027 verlängert. Beim jüngsten Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping blieben jedoch zentrale Streitpunkte zu Zöllen, Technologie, chinesischen Rohstoffexporten und Handel ungelöst.

Damit verschwindet das Zollthema nicht aus dem Blick der Unternehmen. Für den exportorientierten deutschen Aktienmarkt können Änderungen der US-Handelspolitik direkte Folgen für Absatz, Lieferketten und Investitionsentscheidungen haben.

Analysten sehen Öl und Renditen als entscheidende Größen

In einem am Freitag veröffentlichten dpa-AFX-Wochenausblick nannten Marktbeobachter vor allem Ölpreise und Anleiherenditen als entscheidende Einflussgrößen für den DAX. Timo Emden von CapTrader warnte darin davor, aus diplomatischen Signalen im Nahen Osten bereits eine dauerhafte Entspannung abzuleiten. Andreas Lipkow von CMC Markets verwies auf das Risiko einer Kombination aus hartnäckiger Inflation und schwächerem Wachstum. Dabei handelt es sich um Einschätzungen der genannten Analysten, nicht um gesicherte Prognosen für die Kursentwicklung.

Die Helaba bezeichnete die Entspannung bei den Ölpreisen am Freitag als Atempause für die Anleger. Gleichzeitig bleibt das Institut mit Blick auf die US-Geldpolitik aufmerksam, weil die jüngsten Konjunkturdaten aus seiner Sicht die Erwartungen weiterer Zinsschritte nicht grundsätzlich verändert haben.

Am Tag der Deutschen Einheit ruht der Handel ohnehin

Der Tag der Deutschen Einheit fällt 2026 auf Samstag, den 3. Oktober. Damit findet an diesem Tag schon wegen des Wochenendes kein regulärer Handel auf Xetra statt. Die Deutsche Börse sieht den Xetra-Handel grundsätzlich montags bis freitags vor. Der letzte Handelstag der neuen Woche ist deshalb Freitag, der 2. Oktober.

Für die Märkte dürfte damit eine ungewöhnlich datenreiche Woche bereits vor dem Feiertagswochenende enden. Bis dahin treffen der Quartalsultimo, europäische Inflationszahlen, der US-Arbeitsmarktbericht, Notenbankauftritte und die weiterhin schwankenden Energiepreise aufeinander.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu