DAX-Chefs verdienen im Schnitt mehr als sechs Millionen Euro

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Vergütung der Vorstandsvorsitzenden in Deutschlands größten börsennotierten Konzernen ist 2025 deutlich gestiegen. Im Durchschnitt kamen die Chefinnen und Chefs der DAX-Unternehmen auf 6,137 Millionen Euro. Das waren 6,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit legten die Vorstandsgehälter im DAX an der Spitze erheblich stärker zu als die Bezüge der übrigen Vorstandsmitglieder.

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Die Zahlen stammen aus der jährlichen Vorstandsvergütungsstudie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, kurz DSW, und der Technischen Universität München. Dafür werden die Vergütungsangaben der 40 DAX-Konzerne ausgewertet und nach einheitlichen Kriterien vergleichbar gemacht. Die Untersuchung wird seit vielen Jahren regelmäßig erstellt.

DAX-Chefs setzen sich von ihren Vorstandskollegen ab

Über alle Vorstandsmitglieder einschließlich der Vorsitzenden hinweg lag die durchschnittliche Vergütung 2025 bei 3,909 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 4,0 Prozent. Deutlich stärker fiel der Zuwachs bei den Vorstandsvorsitzenden aus. Ihre durchschnittlichen 6,137 Millionen Euro lagen 6,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Die übrigen Vorstandsmitglieder kamen laut der Auswertung auf rund 3,3 Millionen Euro. Ihre Bezüge erhöhten sich lediglich um etwa 1,5 Prozent.

Zum Vergleich: Für das Geschäftsjahr 2024 hatte die DSW für die DAX-Vorstandsvorsitzenden noch durchschnittlich 5,747 Millionen Euro ermittelt. Damals lag die Vergütung der übrigen Vorstandsmitglieder bei 3,234 Millionen Euro. Die Entwicklung 2025 vergrößerte damit den Abstand innerhalb der Vorstandsetagen.

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An der Spitze der DSW-Rangliste für 2025 stand SAP-Chef Christian Klein mit rund 10,85 Millionen Euro. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing folgte mit rund 10,50 Millionen Euro. Adidas-Chef Bjørn Gulden erreichte rund 9,83 Millionen Euro.

Mehr als zwei Drittel der Vergütung sind variabel

Die Millionenbeträge bestehen nur zu einem vergleichsweise kleinen Teil aus festem Gehalt. Nach der DSW-TUM-Studie entfielen 2025 im Durchschnitt 31,7 Prozent der Vorstandsvergütung auf fixe Bestandteile. Weitere 26,1 Prozent waren kurzfristig variabel und 42,2 Prozent langfristig variabel. Damit hingen insgesamt gut zwei Drittel der Vergütung von variablen Komponenten ab.

Die Struktur hat sich gegenüber 2024 nur leicht verändert. Damals lag der Fixanteil bei 31,9 Prozent, die kurzfristige variable Vergütung bei 25,4 Prozent und die langfristige variable Vergütung bei 42,7 Prozent. Der Anteil kurzfristiger Boni nahm 2025 damit etwas zu, während Fixvergütung und langfristige Komponenten prozentual leicht zurückgingen. Langfristige variable Vergütung bleibt jedoch der größte einzelne Bestandteil.

Dabei können sich Bonuszahlungen auf Leistungen und Entwicklungen aus mehreren Jahren beziehen. Gerade langfristige Vergütungsprogramme orientieren sich häufig an Kennzahlen über mehrjährige Zeiträume oder an der Kapitalmarktentwicklung. Ein schwächeres einzelnes Geschäftsjahr muss deshalb nicht automatisch im selben Umfang auf die ausgewiesene Gesamtvergütung durchschlagen.

Schwache Autogeschäfte drücken teilweise auch die Chefgehälter

Die Entwicklung in der Automobilbranche zeigt zugleich, dass variable Vergütung durchaus auf eine schlechtere Geschäftslage reagieren kann. Bei Mercedes-Benz brach der Gewinn 2025 deutlich ein. Vorstandschef Ola Källenius erhielt nach Angaben des Unternehmens rund 8,8 Millionen Euro Gesamtvergütung nach etwa 12,5 Millionen Euro im Vorjahr. Das Minus von rund 30 Prozent ging vor allem auf geringere variable Vergütungsbestandteile zurück.

Auch Volkswagen-Chef Oliver Blume rutschte in der DSW-Auswertung zurück. Für 2025 weist die Studie rund 8,96 Millionen Euro aus. 2024 hatte die DSW seine Vergütung einschließlich seiner damaligen Tätigkeit an der Spitze der Porsche AG noch mit knapp 10,6 Millionen Euro beziffert. Blume fiel damit vom ersten auf den sechsten Platz der DAX-Rangliste.

Die Entwicklung spricht gegen eine pauschale Aussage, wonach Vorstandsvergütungen unabhängig vom Geschäftserfolg steigen. Der DAX-Durchschnitt wird stark von Unternehmen mit besonders hohen Vergütungen und guter Geschäftsentwicklung beeinflusst.

Vorstände erhalten das 42-Fache der durchschnittlichen Personalkosten

Besonders groß bleibt der Abstand zwischen Vorstand und Belegschaft. Nach Berechnung von DSW und TU München entsprach die durchschnittliche Gesamtvergütung eines DAX-Vorstandsmitglieds 2025 dem 42-Fachen der durchschnittlichen Personalaufwendungen je Beschäftigten im jeweiligen Unternehmen. 2024 hatte der Faktor noch bei 41 gelegen.

Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um einen direkten Vergleich mit dem durchschnittlichen Bruttogehalt eines Arbeitnehmers. Die Studie verwendet die Personalaufwendungen pro Beschäftigten. Diese können neben Löhnen und Gehältern auch weitere vom Unternehmen getragene Personalkosten umfassen.

Zwischen den Konzernen gibt es erhebliche Unterschiede. Bei Adidas erreichte das Verhältnis 2025 den Faktor 106. Bei Volkswagen lag es bei 75, bei Fresenius bei 70. Der DAX-Durchschnitt von 42 verdeckt damit große Unterschiede bei Lohnstruktur, Beschäftigtenmix und Geschäftsmodell der einzelnen Unternehmen.

US-Konzerne zahlen ihren Spitzenmanagern deutlich mehr

Im internationalen Vergleich liegen die deutschen Vorstandschefs trotz des jüngsten Anstiegs deutlich unter den Vergütungsniveaus großer US-Konzerne. Die CEOs der im Euro Stoxx 50 vertretenen Unternehmen außerhalb Deutschlands erhielten für 2025 nach der DSW-Auswertung durchschnittlich rund 9,5 Millionen Euro. Bei den Unternehmen des Dow Jones Industrial Average waren es sogar etwa 30,5 Millionen Euro.

Bei US-Unternehmen ist der Anteil aktienbasierter und langfristiger Vergütungsbestandteile traditionell besonders hoch. Die Summen können deshalb stark von der Kursentwicklung und von mehrjährigen Vergütungsprogrammen beeinflusst werden. Die deutschen DAX-Vergütungen bleiben international betrachtet niedriger, der Abstand zwischen Vorstandschefs und ihren eigenen Vorstandskollegen hat sich 2025 jedoch weiter vergrößert.

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