Klimaschutz im DAX: Nur acht Unternehmen gehören zur Spitzengruppe

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Die Zahl der DAX-Konzerne mit guten Bewertungen beim Klimaschutz ist nach einer neuen Untersuchung von Union Investment deutlich gesunken. In der Klimastudie von Union Investment zählen nur noch acht Unternehmen zur Spitzengruppe. Im Vorjahr waren es 16. Der Anlagenbauer GEA führt die Bewertung erneut an, während Hannover Rück auf dem letzten Platz landet.

Anzeige

GEA bleibt an der Spitze des Klima-Rankings

GEA erreicht nach Angaben des Vermögensverwalters die höchste mögliche Gesamtbewertung. Zur Spitzengruppe zählen außerdem SAP, Mercedes-Benz, Deutsche Telekom, Merck KGaA, Vonovia, Beiersdorf und BMW. Besonders SAP und Vonovia verbesserten ihre Bewertungen gegenüber 2025.

Neun Unternehmen ordnet Union Investment der Gruppe der Nachzügler zu. Dazu gehören neben Hannover Rück unter anderem Rheinmetall, Siemens Energy, Airbus, Commerzbank, MTU, Scout24 und Deutsche Börse. Letztere gehörte im vergangenen Jahr noch zu den besonders gut bewerteten Unternehmen. Nach der neuen Untersuchung verschlechterte sie sich insbesondere bei den Klimaanreizen für die Unternehmensführung und der Emissionsreduktion.

Klimatransparenz verschlechtert sich deutlich

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei der Transparenz. Nur neun DAX-Unternehmen erreichen in diesem Bereich noch eine gute oder sehr gute Bewertung. Im vergangenen Jahr waren es 21. Bei 16 Unternehmen stellte Union Investment eine Verschlechterung fest. Lediglich BMW, Siemens Energy und Infineon konnten sich in dieser Kategorie verbessern.

Anzeige

Untersucht wird unter anderem, wie nachvollziehbar Unternehmen über Klimarisiken, Emissionsdaten und geplante Reduktionen informieren. Eine niedrige Transparenzbewertung bedeutet dabei nicht automatisch, dass ein Unternehmen besonders hohe Emissionen verursacht.

Nur sieben Konzerne reduzieren ihre Emissionen ausreichend

Auch bei der tatsächlichen Verringerung von Treibhausgasen fällt die Bewertung zurückhaltend aus. Lediglich sieben Konzerne senken ihre Emissionen nach den Maßstäben von Union Investment in ausreichendem Umfang. Zu den positiv bewerteten Unternehmen gehören unter anderem GEA, Siemens, SAP und Mercedes-Benz.

Bei der Hälfte der untersuchten DAX-Konzerne stiegen die sogenannten Scope-3-Emissionen gegenüber dem Vorjahr. Darunter fallen indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, beispielsweise aus Lieferketten und der Nutzung verkaufter Produkte. Bei Siemens Energy, Volkswagen und Airbus registriert die Untersuchung ebenfalls steigende Treibhausgasemissionen.

Hannover Rück erhält bei den Klimazielen null Punkte

Bei den langfristigen Klimazielen fällt das Gesamtbild günstiger aus. Nach Einschätzung von Union Investment verfolgen 13 DAX-Konzerne Reduktionsziele über die gesamte Wertschöpfungskette, die sich am deutschen Klimaneutralitätsziel für 2045 orientieren. Weitere 17 Unternehmen erfüllen nach der Bewertung die Anforderungen an einen Zielpfad bis 2050.

Hannover Rück erreicht bei der Bewertung seiner Klimaziele allerdings keinen Punkt. Union Investment begründet dies damit, dass konkrete Reduktionsziele, die zuvor vorhanden gewesen seien, im aktuell ausgewerteten Geschäftsbericht nicht mehr ausgewiesen würden. Die Klimaanreize in der Vorstandsvergütung des Rückversicherers bewertet der Vermögensverwalter dagegen positiv.

Insgesamt erreichen 24 der 40 DAX-Konzerne bei den Klimaanreizen für die Unternehmensführung die Höchstwertung. Damit bleibt dieser Bereich nach den Ergebnissen der Untersuchung deutlich besser bewertet als die tatsächliche Emissionsreduktion.

Vier Kriterien bestimmen die Klimabewertung

Für das Ranking untersucht Union Investment vier Bereiche: die Ambition der Klimaziele, finanzielle Anreize für die Unternehmensführung, die tatsächliche Entwicklung der Treibhausgasemissionen und die Transparenz der Klimaberichterstattung.

Dabei berücksichtigt die Untersuchung direkte Emissionen aus dem eigenen Betrieb, indirekte Emissionen durch eingekaufte Energie sowie weitere Emissionen entlang der Wertschöpfungskette. Diese Bereiche werden als Scope 1, Scope 2 und Scope 3 bezeichnet.

Die Gesamtplatzierung ergibt sich somit aus mehreren Bewertungsdimensionen. Sie ist kein unmittelbarer Vergleich der absoluten Treibhausgasemissionen der DAX-Unternehmen. Ein niedriger Rang bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass der betreffende Konzern mehr CO₂ verursacht als besser platzierte Unternehmen.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu