DAX fällt nach massivem Ausverkauf bei US-Technologieaktien unter 26.000 Punkte

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der schwere Kursrutsch bei amerikanischen Technologieunternehmen hat am Freitag auch die europäischen Börsen erfasst. Der DAX rutschte nach seinem Rekordhoch vom Vortag deutlich ab und unterschritt die Marke von 26.000 Punkten. Besonders stark waren zuvor die Aktien von Halbleiterherstellern und Unternehmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz gefallen. Sorgen über die künftigen Investitionen in KI-Rechenzentren belasten die internationalen Finanzmärkte.

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DAX verliert nach Rekordhoch deutlich an Boden

Der deutsche Leitindex startete am Freitag, 6. November 2026, mit erheblichen Verlusten in den Handel. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa-AFX lag der DAX gegen 9.15 Uhr bei rund 25.940 Punkten. Das entsprach einem Rückgang von 1,46 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag. Damit unterschritt der Index erstmals seit seinem jüngsten Rekord wieder die psychologisch wichtige Marke von 26.000 Punkten.

Noch am Donnerstag hatte der DAX mit rund 26.692 Punkten einen neuen Höchststand erreicht. Im weiteren Handelsverlauf belasteten jedoch die Kursverluste an der Wall Street den deutschen Aktienmarkt. Zum Handelsschluss am 5. November lag der DAX nach Daten von dpa-AFX bei 26.325,01 Punkten und damit 0,43 Prozent unter dem Vortag.

Die Verluste beschränkten sich am Freitag nicht auf die größten deutschen Unternehmen. Auch der MDAX mit mittelgroßen börsennotierten Unternehmen gab nach. Nach Angaben von dpa-AFX lag er gegen 9.15 Uhr mit 1,07 Prozent im Minus bei rund 30.560 Punkten. Der EuroStoxx 50 verlor zum selben Zeitpunkt rund 1,2 Prozent.

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Nasdaq verliert mehr als fünf Prozent an einem Handelstag

Ausgangspunkt der internationalen Verkaufswelle war der amerikanische Aktienmarkt. Am Donnerstag, 5. November, verlor der technologielastige Nasdaq Composite nach Daten der Associated Press zum Handelsschluss in New York 5,5 Prozent und fiel auf rund 24.315 Punkte. Der stärker auf große Technologieunternehmen konzentrierte Nasdaq 100 gab nach Angaben von dpa-AFX sogar 6,36 Prozent auf 26.629,81 Punkte nach.

Für den Nasdaq 100 war es der stärkste prozentuale Tagesverlust seit den Börsenturbulenzen zu Beginn der Coronapandemie im März 2020. Besonders deutlich zeigte sich der Ausverkauf bei Halbleiteraktien. Der Philadelphia Semiconductor Index, der wichtige amerikanische Chipunternehmen abbildet, verlor nach Reuters-Angaben am Donnerstag rund 12,2 Prozent.

Auch die breiteren amerikanischen Aktienindizes gerieten unter Druck. Der S&P 500 schloss nach Angaben der Associated Press bei 7.353,73 Punkten und verlor 4,4 Prozent. Der Dow Jones Industrial Average sank um 3,4 Prozent auf 51.523,06 Punkte. Damit erfasste die Schwäche längst nicht mehr ausschließlich Unternehmen aus der Technologiebranche.

Zweifel an milliardenschweren KI-Investitionen belasten Aktien

Im Mittelpunkt der Kursverluste stehen die Erwartungen an den weltweiten Ausbau künstlicher Intelligenz. Große Technologieunternehmen investieren erhebliche Summen in Rechenzentren, leistungsfähige Prozessoren und die dafür erforderliche Energieversorgung. Von diesen Ausgaben profitieren unter anderem Chiphersteller und Unternehmen, die technische Infrastruktur bereitstellen.

An den Finanzmärkten haben sich jedoch die Zweifel verstärkt, ob die hohen Investitionen künftig ausreichende wirtschaftliche Erträge ermöglichen. Zusätzlich sorgt die veränderte politische Lage in den Vereinigten Staaten für Unsicherheit. Nach den Erfolgen der Demokraten bei den amerikanischen Zwischenwahlen befürchten Anleger strengere Vorgaben für neue Rechenzentren und den weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur.

Ob solche Beschränkungen tatsächlich umgesetzt werden und welchen Umfang sie erreichen könnten, ist offen. Bereits die Sorge vor Verzögerungen bei geplanten Investitionen belastete jedoch die Aktien zahlreicher Unternehmen, deren Wachstum eng mit dem Ausbau der künstlichen Intelligenz verbunden ist.

Besonders betroffen waren am Donnerstag der Chipkonzern Nvidia und der Halbleiterhersteller AMD. Nvidia verlor nach Angaben der Associated Press zum New Yorker Handelsschluss rund 9,3 Prozent, AMD gab um 17,3 Prozent nach. Auch Unternehmen aus anderen Branchen, die Ausrüstung und Energie für Rechenzentren liefern, standen unter Verkaufsdruck.

Europäische Börsen und asiatische Märkte verlieren deutlich

Auch an den übrigen europäischen Aktienmärkten setzte sich der Rückgang am Freitag fort. Der breit gefasste Stoxx Europe 600, der wichtige Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern abbildet, lag nach Angaben von Reuters gegen 9.10 Uhr deutscher Zeit bei 644,72 Punkten. Das entsprach einem Minus von 1,6 Prozent. Damit waren die Kursgewinne der vorangegangenen Handelstage wieder aufgezehrt.

Unter Druck standen nicht nur Technologieunternehmen. Auch Aktien aus dem Einzelhandel, dem Gesundheitswesen und der Medienbranche verzeichneten deutliche Verluste. Bei Unternehmen, die eng mit der Halbleiterproduktion oder der technischen Ausstattung von Rechenzentren verbunden sind, verstärkte sich die Unsicherheit über die zukünftige Nachfrage.

Bereits zuvor hatte die Verkaufswelle die asiatischen Finanzmärkte erreicht. In Japan verlor der Nikkei 225 am Freitag nach Angaben der Associated Press rund 6,1 Prozent. Auch der südkoreanische Kospi gab deutlich nach. Besonders betroffen waren Unternehmen aus der Halbleiterindustrie, die eine wichtige Rolle in den internationalen Lieferketten für KI-Chips und Speichertechnologien spielen.

Hohe Bewertungen verstärken die Unsicherheit an den Finanzmärkten

Der Rückgang verdeutlicht die Bedeutung großer Technologieunternehmen für die Entwicklung der internationalen Aktienindizes. In den vergangenen Jahren haben insbesondere Unternehmen aus der Chipindustrie und dem Geschäft mit künstlicher Intelligenz einen erheblichen Anteil an den Kursgewinnen amerikanischer Aktienmärkte gehabt. Entsprechend stark wirken sich größere Verluste dieser Unternehmen auf die wichtigsten Indizes aus.

Hinzu kommen die hohen Erwartungen an zukünftige Umsätze und Gewinne aus KI-Anwendungen. Sollten große Technologiekonzerne ihre geplanten Investitionen in Rechenzentren verringern, könnte dies auch die Nachfrage nach Chips, Stromversorgungssystemen und weiterer technischer Infrastruktur beeinflussen. Ob es tatsächlich zu einer solchen Entwicklung kommt, war am Freitag nicht geklärt.

Mit dem DAX unter 26.000 Punkten erreichte der internationale Kursrückgang am Freitag auch den deutschen Leitindex in erheblichem Umfang. Die weitere Entwicklung hängt unter anderem davon ab, wie Anleger die wirtschaftlichen Perspektiven des KI-Sektors und mögliche regulatorische Veränderungen in den Vereinigten Staaten bewerten.

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