
Bei der SpVgg Greuther Fürth könnte sich nach drei Jahrzehnten der offizielle Vereinsname ändern. Am Sonntag, 8. November 2026, stimmen die Mitglieder des Fußball-Zweitligisten darüber ab, ob der Verein künftig wieder SpVgg Fürth heißen soll. Gleichzeitig steht eine Vereinheitlichung des Vereinswappens zur Entscheidung. Für die Satzungsänderung ist eine Dreiviertelmehrheit erforderlich. Auch die möglichen Kosten einer Rückbenennung spielen eine wichtige Rolle.
Die außerordentliche Mitgliederversammlung beginnt am Sonntag um 11 Uhr im Sportpark Ronhof. Stimmberechtigte Mitglieder entscheiden dort über einen Antrag, der die Rückkehr zum historischen Vereinsnamen vorsieht. Neben dem bisherigen Namenszusatz Greuther soll auch das offizielle Vereinsemblem geändert werden. Der Vorschlag stammt aus dem Umfeld der Faninitiative Zurück zur SpVgg Fürth, die sich seit mehreren Jahren für eine Rückbenennung einsetzt.
Der Satzungsantrag wurde von Vereinsmitglied Stefan F. eingereicht. Vorgesehen ist, den bisherigen Namen Spielvereinigung Greuther Fürth e.V. durch Spielvereinigung Fürth e.V. zu ersetzen. Außerdem soll das kreisrunde grüne Kleeblatt auf weißem Hintergrund ausdrücklich als Vereinsemblem in der Satzung festgeschrieben werden. Die traditionellen Vereinsfarben Weiß und Grün bleiben dem Antrag zufolge unverändert. Für eine erfolgreiche Abstimmung müssen mindestens 75 Prozent der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder zustimmen. Eine einfache Mehrheit reicht damit nicht aus.
Die Auseinandersetzung um den Vereinsnamen geht auf eine Entscheidung aus dem Jahr 1996 zurück. Damals trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der finanziell angeschlagenen SpVgg Fürth bei. Aus dieser Verbindung entstand die heutige SpVgg Greuther Fürth. Eine zentrale Rolle spielte dabei Helmut Hack, der zuvor den TSV Vestenbergsgreuth geprägt hatte und anschließend viele Jahre als Präsident und Geschäftsführer in Fürth tätig war.
Der ursprüngliche Verein wurde 1903 gegründet und gewann unter dem Namen SpVgg Fürth dreimal die deutsche Meisterschaft. Die Titel stammen aus den Jahren 1914, 1926 und 1929. Nach dem Zusammenschluss gelang 1997 der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Später erreichte die Mannschaft zweimal die Bundesliga und spielte dort in den Spielzeiten 2012/13 und 2021/22. Seit dem Aufstieg 1997 gehört Fürth ohne Unterbrechung mindestens der zweithöchsten deutschen Spielklasse an.
Der Vereinsname und Logo sind innerhalb des Klubs seit Jahren Gegenstand unterschiedlicher Auffassungen. Während im Profifußball bereits das traditionelle runde Kleeblatt verwendet wird, existiert im eingetragenen Verein weiterhin ein Emblem, das auch an die Verbindung mit Vestenbergsgreuth erinnert. Dazu gehört ein Schuhsymbol. Die geplante Satzungsänderung soll diese unterschiedlichen Darstellungen vereinheitlichen.
Die 2018 entstandene Initiative Zurück zur SpVgg Fürth begründet ihre Forderung insbesondere mit der historischen Identität und der regionalen Verwurzelung des Vereins. Nach ihrer Darstellung erschweren unterschiedliche Namen und Vereinsembleme einen einheitlichen öffentlichen Auftritt. Die Rückkehr zum früheren Namen soll deshalb auch die Identifikation der Anhänger mit ihrem Verein stärken.
Die Initiative verbindet die Namensänderung außerdem mit dem Ziel, die Spielvereinigung stärker in der Stadtgesellschaft zu verankern. Ein einheitlicher Markenauftritt könne nach ihrer Einschätzung die Wahrnehmung des Vereins verbessern und neue Möglichkeiten für Mitgliedergewinnung und Vermarktung schaffen. Ob sich daraus tatsächlich zusätzliche Einnahmen oder höhere Zuschauerzahlen ergeben würden, ist allerdings nicht gesichert.
Demgegenüber wirbt der frühere Vereinspräsident Helmut Hack für die Beibehaltung des heutigen Namens. In einer Stellungnahme vom Oktober 2026 erinnert er an die schwierige wirtschaftliche Ausgangslage vor dem Zusammenschluss sowie an die anschließende sportliche Entwicklung. Der Name SpVgg Greuther Fürth stehe aus seiner Sicht für die gemeinsame Geschichte beider Vereine und die in den vergangenen 30 Jahren erreichten Erfolge.
Das Präsidium, der Aufsichtsrat, der Wirtschaftsbeirat und der Ehrenrat haben beschlossen, die Entscheidung ohne eigene Wahlempfehlung zu begleiten. Bereits am 17. September 2026 erklärte der Verein, dass die Gremien weder für noch gegen die geplante Rückbenennung werben würden.
Präsident Volker Heißmann hatte sich schon im Juli 2025 zur damaligen Ankündigung der Initiative geäußert. Er verwies auf die Entwicklung der SpVgg Greuther Fürth zu einem etablierten Verein im deutschen Profifußball und betonte zugleich, dass eine demokratische Entscheidung der Mitglieder zu respektieren sei. Das Präsidium machte anschließend deutlich, dass sowohl die historischen Wurzeln als auch die gemeinsame Geschichte mit Vestenbergsgreuth Anerkennung verdienten.
Neben den historischen und emotionalen Argumenten hat die Abstimmung eine finanzielle Dimension. Nach einer vorläufigen Kalkulation des Vereins könnte die Umstellung zwischen 401.000 und 486.000 Euro kosten. In dieser Summe sind unter anderem neue Beschilderungen, Anpassungen des Markenauftritts, Mannschaftsausstattung, Fanartikel, Personalaufwand und die Durchführung der außerordentlichen Mitgliederversammlung berücksichtigt.
Allein für die Anpassung von Textilien und Ausstattung werden zwischen 130.000 und 215.000 Euro veranschlagt. Hinzu kommen rund 70.000 Euro für Gebäudebeschilderungen und etwa 146.000 Euro für Maßnahmen rund um den Markenauftritt. Es handelt sich um Schätzwerte, nicht um bereits angefallene Gesamtkosten.
Die Faninitiative hat zur Finanzierung eine eigene Spendenaktion organisiert. Laut den vom Verein veröffentlichten Unterlagen waren zum Stichtag 20. Oktober 2026 rund 164.000 Euro gesichert. Darüber hinaus rechnet die Kampagne mit Mitgliedsbeiträgen und möglichen zusätzlichen Einnahmen aus dem Verkauf von Trikots und Fanartikeln. Insgesamt beziffert sie ihre angeführten Finanzierungsbeiträge und wirtschaftlichen Effekte auf 490.000 bis 510.000 Euro.
Das Präsidium bewertet diese Kalkulation zurückhaltend. Mitgliedsbeiträge seien nicht vollständig als zusätzliche Einnahmen anzusehen, außerdem müssten davon Verwaltungskosten abgezogen werden. Auch künftige Merchandisingerlöse seien nicht garantiert. Unklar ist deshalb, welcher Anteil der möglichen Umstellungskosten letztlich durch zusätzliche, gesicherte Mittel gedeckt werden könnte.
Für den Fall einer erfolgreichen Abstimmung hat die Faninitiative einen Zeitplan vorgeschlagen. Danach könnte die Lizenzmannschaft ab dem 1. Juli 2027 unter dem Namen SpVgg Fürth auftreten. Den weiteren Vereinsabteilungen soll für die Umstellung ihrer Trikots und sonstigen Ausstattung bis zum 1. Juli 2030 Zeit bleiben. Diese Termine sind bislang Vorschläge und keine verbindlich beschlossenen Umsetzungsfristen.
Die Mitgliederversammlung findet aus organisatorischen Gründen im Außenbereich des Sportparks Ronhof statt. Einlass ist ab 9.30 Uhr möglich. Teilnehmer benötigen ein personalisiertes, kostenloses Ticket sowie einen Mitgliedsausweis und einen amtlichen Lichtbildausweis. Nach 12 Uhr ist kein Zutritt mehr vorgesehen. Die eigentliche Abstimmung soll in einem gesonderten Bereich hinter der Nordtribüne stattfinden.
Neben dem Antrag zur Namensänderung liegt ein weiterer Vorschlag zur Ergänzung der Vereinssatzung vor. Eine neue Präambel soll die Verdienste von Helmut Hack und die Bedeutung des TSV Vestenbergsgreuth für die Entwicklung des Vereins ausdrücklich würdigen.
Damit entscheiden die Mitglieder am Sonntag nicht nur über eine mögliche Rückkehr zum historischen Namen, sondern auch darüber, wie die unterschiedlichen Abschnitte der Vereinsgeschichte künftig im offiziellen Erscheinungsbild berücksichtigt werden. Bis zur Abstimmung bleibt der Name SpVgg Greuther Fürth unverändert bestehen.
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