DAX-Chefs verdienen mehr: Zwei Vorstände über zehn Millionen Euro

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Spitzenmanager der größten deutschen Börsenkonzerne haben 2025 erneut mehr verdient. Ein Vorstandsmitglied der 40 DAX-Unternehmen kam im Durchschnitt auf rund 3,9 Millionen Euro Gesamtvergütung. Das waren etwa vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Deutlich höher lagen die Bezüge der Vorstandsvorsitzenden: Sie erhielten im Schnitt rund 6,14 Millionen Euro und damit 6,8 Prozent mehr als 2024. Das geht aus der aktuellen Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und der Technischen Universität München hervor.

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An der Spitze stehen diesmal zwei Manager mit achtstelligen Vergütungspaketen. SAP-Chef Christian Klein kam auf rund 10,9 Millionen Euro, Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing auf rund 10,5 Millionen Euro. Bei Klein bestanden knapp 86 Prozent der Vergütung aus variablen Komponenten. Bei Sewing waren es rund 64 Prozent.

SAP-Chef Christian Klein führt das Ranking an

Christian Klein löst damit andere DAX-Chefs an der Spitze der Vergütungsrangliste ab. Im Geschäftsjahr 2024 hatten Volkswagen-Chef Oliver Blume mit rund 10,6 Millionen Euro und Adidas-Chef Bjørn Gulden mit rund 10,3 Millionen Euro die Marke von zehn Millionen Euro überschritten. Sewing lag damals bei rund 9,9 Millionen Euro, Klein bei etwa 9,3 Millionen Euro.

Die Grenze von zehn Millionen Euro ist damit keineswegs erstmals überschritten worden. Auffällig ist vielmehr, wie stark die durchschnittliche Vergütung der Vorstandsvorsitzenden zuletzt gestiegen ist. Sie erhöhte sich von rund 5,75 Millionen Euro für 2024 auf rund 6,14 Millionen Euro für 2025.

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Ein wesentlicher Teil der Vergütung hängt dabei von kurz- oder langfristigen Erfolgszielen ab. Deshalb entspricht ein hohes Vergütungspaket nicht einfach einem festen Jahresgehalt. Teile der variablen Vergütung orientieren sich an mehrjährigen Zielgrößen und können zeitversetzt ausgezahlt oder endgültig festgestellt werden. Beim Vergütungsmodell der Deutschen Bank etwa wird ein Teil der langfristigen Vergütung für 2025 erst nach Ablauf der dreijährigen Performanceperiode im Jahr 2028 endgültig bestimmt.

Vorstände verdienen im Schnitt das 42-Fache der Beschäftigten

Auch der Abstand zu den Beschäftigten ist gewachsen. Im Durchschnitt entsprach die Vorstandsvergütung im DAX 2025 etwa dem 42-Fachen der durchschnittlichen Personalaufwendungen je Mitarbeiter. Für 2024 hatte die DSW einen Faktor von 41 ermittelt, für 2023 lag er bei 40.

Zwischen den Unternehmen bestehen allerdings erhebliche Unterschiede. Besonders groß war das Verhältnis bei Adidas. Dort lag die durchschnittliche Vorstandsvergütung nach der Untersuchung beim 106-Fachen der Vergütung beziehungsweise Personalaufwendungen eines durchschnittlichen Beschäftigten.

Die Zahlen zeigen damit nicht nur steigende absolute Vergütungen. Auch der Abstand zwischen Management und Belegschaften hat sich innerhalb weniger Jahre vergrößert.

Schwache deutsche Wirtschaft und steigende Managervergütung

Der Anstieg fällt in eine Phase schwacher gesamtwirtschaftlicher Entwicklung. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wuchs 2025 preisbereinigt lediglich um 0,2 Prozent. Exporte gingen zurück, und auch die Investitionen blieben schwach. Das Statistische Bundesamt verwies unter anderem auf höhere US-Zölle, den stärkeren Euro und wachsende Konkurrenz aus China.

Von einer aktuellen Rezession kann allerdings nicht gesprochen werden. Nach der jüngsten Revision stagnierte die deutsche Wirtschaftsleistung 2024, 2025 folgte ein leichtes Plus. Im ersten Quartal 2026 wuchs das BIP nach dem aktuellsten Rechenstand um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal, im zweiten Quartal kamen vorläufig weitere 0,2 Prozent hinzu. Für das zweite Quartal meldete Destatis zugleich rückläufige Investitionen.

Auch deshalb lässt sich die Entwicklung der DAX-Vergütungen nicht unmittelbar mit dem deutschen Bruttoinlandsprodukt vergleichen. Viele DAX-Konzerne erwirtschaften große Teile ihrer Umsätze und Gewinne außerhalb Deutschlands. Vergütungssysteme orientieren sich zudem häufig an Unternehmenskennzahlen, Aktienkursen und mehrjährigen Zielgrößen. Dennoch stagnierten die Gewinne der DAX-Konzerne 2025 insgesamt, während die durchschnittlichen CEO-Vergütungen zulegten.

Deutschland bleibt bei Chefgehältern hinter USA zurück

Im internationalen Vergleich sind die deutschen Vorstandschefs trotz der Millionenbeträge nicht an der Spitze. Die CEOs der im Euro Stoxx 50 enthaltenen Unternehmen außerhalb Deutschlands erhielten für 2025 nach der DSW-Auswertung durchschnittlich rund 9,5 Millionen Euro.

Noch deutlich höher lagen die Vergütungen in den USA. Bei den Unternehmen im Dow Jones Industrial Average betrug die durchschnittliche CEO-Vergütung demnach rund 30,5 Millionen Euro. Spitzenreiter der Untersuchung war Goldman-Sachs-Chef David Solomon mit umgerechnet etwa 105,3 Millionen Euro. Dahinter folgten Microsoft-Chef Satya Nadella mit 85,5 Millionen Euro und Apple-Chef Tim Cook mit 65,8 Millionen Euro.

Schon für 2024 hatte sich dieses Gefälle gezeigt. Damals kamen DAX-Vorstandsvorsitzende im Schnitt auf rund 5,75 Millionen Euro, während die CEOs im Dow Jones durchschnittlich 28,53 Millionen Euro erhielten.

Damit bleibt die Vergütungsdebatte zweigeteilt: Innerhalb Deutschlands wachsen sowohl die absoluten Bezüge vieler Spitzenmanager als auch ihr Abstand zu den Beschäftigten. Gemessen an den großen US-Konzernen fällt die Bezahlung deutscher Vorstandschefs jedoch weiterhin deutlich niedriger aus.

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