
Die insolvente GDC Deutschland GmbH, die das Filialgeschäft der Dekokette Depot betreibt, stellt ihren Geschäftsbetrieb zum 30. September 2026 vollständig ein. Damit endet die bisherige Gesellschaft als operative Basis der bekannten Handelsmarke. Sämtliche Arbeitsverhältnisse und Mietverträge werden zu diesem Stichtag gekündigt. Rund 730 Beschäftigte sind von den neuen Kündigungen betroffen.
Die Belegschaft wurde am Mittwoch, 26. August, über die Entscheidung informiert. Für Kundinnen und Kunden bedeutet der Schritt allerdings nicht automatisch, dass die Marke Depot zum Monatsende vollständig vom Markt verschwindet. Inhaber und Geschäftsführer Christian Gries will den Namen weiterführen und einen Teil des Geschäfts in einer anderen Gesellschaft fortsetzen. Wie groß dieses neue Depot sein könnte, ist bislang offen.
Die personellen Folgen sind erheblich. Nach Angaben von Gries erhalten zum Ende September rund 730 Beschäftigte ihre Kündigung. Bereits zum Ende Juli waren etwa 350 Arbeitsplätze weggefallen. Damit hat sich der Personalabbau innerhalb weniger Monate deutlich verschärft.
Als unmittelbaren Grund für die vollständige Einstellung des Geschäftsbetriebs der GDC Deutschland GmbH nennt Gries Masseunzulänglichkeit. Der Begriff beschreibt eine Situation im Insolvenzverfahren, in der die vorhandene Insolvenzmasse nicht ausreicht, um sämtliche fälligen Masseverbindlichkeiten zu erfüllen. Für die bisherige Betreibergesellschaft ist eine Fortführung über den 30. September hinaus damit nicht vorgesehen.
Die Insolvenz von Depot hatte sich bereits im Frühjahr erneut zugespitzt. Mitte Mai beantragte die GDC Deutschland GmbH beim Amtsgericht Aschaffenburg ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Zu diesem Zeitpunkt waren nach Angaben aus dem Verfahren noch 155 Filialen geöffnet, rund 1.200 Beschäftigte arbeiteten für das Unternehmen. Anfang August wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.
Schon vor der nun angekündigten Betriebseinstellung hatte Depot große Teile seines Filialnetzes aufgegeben. Ende Juni wurde die Schließung von zunächst 66 Standorten angekündigt. Bis Anfang August kamen rund 30 weitere Filialen hinzu. Nach den aktuellen Angaben sind noch ungefähr 50 Geschäfte übrig.
Ob diese Standorte tatsächlich alle bis zum 30. September schließen, ist noch nicht entschieden. Gries verfolgt nach eigener Darstellung einen anderen Plan. Er will die Marke Depot, die nach seinen Angaben in seinem Eigentum steht, in eine andere Gesellschaft überführen. Anschließend soll mit einer deutlich kleineren Organisation weitergearbeitet werden.
Dafür wären neue Verträge erforderlich. Die bestehenden Mietverträge der GDC Deutschland GmbH werden beendet. Für Standorte, die unter einer neuen Gesellschaft fortgeführt werden sollen, müssten deshalb neue Vereinbarungen mit den jeweiligen Vermietern geschlossen werden. Wie viele Vermieter dazu bereit sind und welche Städte betroffen sein könnten, war zunächst nicht bekannt.
Der angekündigte Neustart unterscheidet sich deutlich von einer Fortführung der insolventen GDC Deutschland GmbH. Die bisherige Betreibergesellschaft beendet ihren Geschäftsbetrieb. Die Marke Depot soll dagegen nach den Plänen von Christian Gries in einer neuen rechtlichen Struktur erhalten bleiben.
Auch kleinere Depot Verkaufsflächen innerhalb anderer Handelsunternehmen könnten Teil dieses Modells werden. Gries führt nach eigenen Angaben Gespräche über Shopkonzepte, die unter anderem in Märkten von Rewe und Edeka betrieben werden. Eine Bestätigung der beiden Handelspartner zu einer konkreten Fortführung lag zunächst nicht vor.
Offen ist außerdem, wie viele Beschäftigte in einer neuen Gesellschaft weiterarbeiten könnten. Gries spricht von einer kleineren Mannschaft, eine konkrete Zahl nannte er bislang nicht. Ebenso gibt es noch keine gesicherte Angabe dazu, wie viele stationäre Depot Geschäfte nach dem 30. September tatsächlich weitergeführt werden können.
Für Depot ist die aktuelle Entwicklung bereits der zweite gravierende Einschnitt innerhalb kurzer Zeit. Im Juli 2024 hatte die damalige Gries Deco Company GmbH ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Damals umfasste die Gruppe noch mehr als 300 Filialen in Deutschland und beschäftigte im Jahresdurchschnitt mehr als 4.400 Menschen.
Die Restrukturierung führte zu zahlreichen Schließungen und einem deutlich kleineren Filialnetz. Im Mai 2026 folgte dann der erneute Antrag auf Eigenverwaltung für die GDC Deutschland GmbH. Als Ursachen für die erneute wirtschaftliche Schieflage nannte Gries unter anderem gestiegene Importzölle, den zunehmenden Wettbewerb durch asiatische Onlineplattformen wie Temu sowie die anhaltende Zurückhaltung vieler Verbraucher beim Konsum.
Diese Faktoren betreffen nicht nur Depot. Der deutsche Einzelhandel steht weiterhin unter hohem Anpassungsdruck. Zwar hat sich das Geschäftsklima im Handel zuletzt etwas aufgehellt. Im Einzelhandel überwogen zuletzt aber weiterhin die pessimistischen Erwartungen. Preiswettbewerb, verändertes Kaufverhalten und der wachsende Onlinehandel setzen insbesondere Anbieter mit großen stationären Netzen unter Druck.
Fest steht damit zunächst vor allem das Ende der bisherigen Betreibergesellschaft als operatives Unternehmen. Die GDC Deutschland GmbH stellt ihren Geschäftsbetrieb am 30. September ein, alle Arbeitsverhältnisse und Mietverträge werden gekündigt.
Ob Depot danach mit 50, deutlich weniger oder nur einzelnen Standorten weitermacht, ist noch offen. Auch zum künftigen Onlineshop, zur Größe der neuen Gesellschaft und zur Zahl möglicher Übernahmen aus der bisherigen Belegschaft gibt es bislang keine gesicherten Angaben. Klar ist lediglich, dass Christian Gries die Marke erhalten und mit einer kleineren Struktur fortführen will.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu