Deutsche Bank kauft erneut eigene Aktien für bis zu 500 Millionen Euro

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Die Deutsche Bank startet unmittelbar nach Abschluss ihres bisherigen milliardenschweren Rückkaufprogramms eine weitere Runde beim Erwerb eigener Aktien. Von Dienstag, 25. August 2026, an will Deutschlands größtes Geldhaus Papiere im Wert von bis zu 500 Millionen Euro zurückkaufen. Die Zahl der Aktien ist zugleich auf höchstens 50 Millionen Stück begrenzt. Das Programm soll spätestens am 11. Dezember 2026 beendet werden.

Anzeige

Der Deutsche Bank Aktienrückkauf 2026 ist von der Europäischen Zentralbank genehmigt und vom Vorstand beschlossen worden. Die erworbenen Aktien sollen anschließend eingezogen werden. Dadurch verringert sich das Grundkapital der Bank.

Rückkauf läuft höchstens bis Mitte Dezember

Nach den festgelegten Bedingungen beginnt das neue Programm am 25. August. Insgesamt darf die Deutsche Bank dafür bis zu 500 Millionen Euro einsetzen, wobei Nebenkosten des Erwerbs nicht in diese Obergrenze eingerechnet werden. Zusätzlich gilt die Höchstgrenze von 50 Millionen Aktien.

Das Ende ist spätestens für den 11. Dezember 2026 vorgesehen. Voraussetzung ist, dass die erforderliche regulatorische Genehmigung während der Laufzeit bestehen bleibt.

Anzeige

Für die Durchführung beauftragt die Deutsche Bank ein Kreditinstitut, das die konkreten Kaufentscheidungen unabhängig von der Bank treffen soll. Rückkäufe sind insbesondere über Xetra vorgesehen. Daneben können innerhalb der Europäischen Union auch die multilateralen Handelssysteme Cboe, Turquoise und Aquis genutzt werden.

Dabei gelten gesetzliche Vorgaben für Preise und Handelsvolumen. Unter anderem darf an einem einzelnen Handelstag grundsätzlich nicht mehr als ein Viertel des durchschnittlichen täglichen Handelsvolumens am jeweiligen Handelsplatz erworben werden.

Vorheriges Milliardenprogramm gerade abgeschlossen

Das neue Programm folgt unmittelbar auf einen deutlich größeren Rückkauf. Zwischen dem 26. Februar und dem 21. August 2026 kaufte die Deutsche Bank eigene Aktien für insgesamt rund eine Milliarde Euro zurück.

Dabei wurden nach Angaben des Unternehmens rund 35,7 Millionen Aktien erworben. Das entsprach etwa 1,87 Prozent des damaligen Grundkapitals. Der volumengewichtete Durchschnittspreis lag bei 28,00 Euro je Aktie.

Mit dem neuen Programm steigt das Volumen der Aktienrückkäufe der Deutschen Bank im Jahr 2026 nach dessen vollständiger Durchführung auf insgesamt bis zu 1,5 Milliarden Euro. Bereits 2025 hatte das Institut über zwei Programme eigene Aktien für zusammen eine Milliarde Euro zurückgekauft.

Deutsche Bank erhöht Ausschüttungen an Aktionäre

Der Rückkauf ist Teil einer längerfristigen Kapitalrückgabepolitik. Für die Geschäftsjahre 2021 bis 2025 hatte die Deutsche Bank ursprünglich Ausschüttungen von rund acht Milliarden Euro angestrebt. Mit Dividenden und Rückkäufen erreicht beziehungsweise übertrifft das Institut nach eigenen Berechnungen insgesamt rund 8,5 Milliarden Euro an Ausschüttungen, die zwischen 2022 und 2026 gezahlt wurden oder werden.

Für das Geschäftsjahr 2025 gehörten dazu eine Dividende von einem Euro je Aktie mit einem Gesamtvolumen von rund 1,9 Milliarden Euro sowie das inzwischen abgeschlossene Rückkaufprogramm über eine Milliarde Euro.

Für Gewinne ab dem Geschäftsjahr 2026 verfolgt die Deutsche Bank eine neue Ausschüttungsquote. Insgesamt sollen grundsätzlich 60 Prozent des den Aktionären zurechenbaren Ergebnisses ausgeschüttet werden. Hinzukommen können weitere Kapitalrückgaben, wenn die harte Kernkapitalquote dauerhaft über 14 Prozent liegt und die regulatorischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Das neue Programm über 500 Millionen Euro ist in dieser Hinsicht ein weiterer Schritt. Es wird nach Angaben der Bank erstmals aus dem Gewinn des laufenden Geschäftsjahres finanziert. Die dafür erforderlichen Kapitalabzüge waren bereits zuvor berücksichtigt worden.

Warum die EZB den Aktienrückkauf genehmigen muss

Für Banken unterscheiden sich Aktienrückkäufe wesentlich von entsprechenden Programmen vieler Industrieunternehmen. Europäische Großbanken unterliegen der direkten Aufsicht der Europäischen Zentralbank. Kapital, das durch Dividenden oder Aktienrückkäufe an die Eigentümer zurückgegeben wird, steht anschließend nicht mehr zur Absicherung möglicher Verluste zur Verfügung.

Deshalb müssen bedeutende Institute regulatorische Voraussetzungen erfüllen, bevor umfangreiche Kapitalausschüttungen umgesetzt werden können. Entscheidend ist unter anderem, dass die Kapitalausstattung auch nach der geplanten Ausschüttung ausreichend bleibt.

Die Deutsche Bank wies für das zweite Quartal 2026 eine harte Kernkapitalquote von 13,9 Prozent aus. Die Kennzahl lag damit innerhalb der von der Bank genannten operativen Zielspanne von 13,5 bis 14,0 Prozent. Das zusätzliche Rückkaufprogramm war zu diesem Zeitpunkt bereits in den Kapitalabzügen berücksichtigt.

Die Zustimmung der EZB ist deshalb keine bloße Formalität. Sie bestätigt, dass die Aufsicht die geplante Kapitalrückgabe unter den regulatorischen Voraussetzungen genehmigt hat. Die Genehmigung ersetzt allerdings nicht die gesetzlichen Vorgaben für die konkrete Durchführung des Rückkaufs.

Aktie vor Bekanntgabe nur leicht im Plus

Am Montag zeigte die Deutsche-Bank-Aktie zunächst keine größere Bewegung. Im Xetra-Handel lag das Papier am 24. August 2026 um 12.28 Uhr bei 32,44 Euro. Das entsprach einem Plus von rund 0,2 Prozent gegenüber dem vorherigen Schlussniveau.

Eine unmittelbare Kursreaktion auf die detaillierte Bekanntgabe des neuen Programms lässt sich daraus nicht ableiten. Die formelle Veröffentlichung der Rückkaufbedingungen erfolgte erst am späten Nachmittag um 17.01 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Der genannte Xetra-Kurs stammt damit aus der Zeit vor dieser Mitteilung.

Das Rückkaufvolumen selbst war für den Kapitalmarkt zudem nicht völlig neu. Bereits bei Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal am 29. Juli hatte die Deutsche Bank angekündigt, nach Abschluss des laufenden Milliardenprogramms einen weiteren Rückkauf über 500 Millionen Euro zu starten. Neu festgelegt wurden nun insbesondere der konkrete Beginn, das späteste Enddatum und die Obergrenze von 50 Millionen Aktien.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu