
Die Deutsche Bank veröffentlicht am Mittwoch, 28. Oktober 2026, ihre Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Nach einem starken ersten Halbjahr rechnen Analysten mit steigenden Erträgen, aber einem niedrigeren Gewinn als im Vorjahreszeitraum. Besonders die Risikovorsorge für Kredite, das Investmentbanking und die Kostenentwicklung dürften im Mittelpunkt der Bilanzvorlage stehen.
Nach dem von der Deutschen Bank am 14. Oktober veröffentlichten Analystenkonsens werden für das dritte Quartal Erträge von durchschnittlich 8,21 Milliarden Euro erwartet. Das entspräche einem Anstieg von rund zwei Prozent gegenüber den 8,04 Milliarden Euro des Vorjahreszeitraums.
Beim Gewinn rechnen die Analysten dagegen mit einem Rückgang. Das Ergebnis nach Steuern dürfte demnach bei rund 1,70 Milliarden Euro liegen. Im dritten Quartal 2025 hatte die Bank noch 1,82 Milliarden Euro verdient.
Für den Gewinn vor Steuern ergibt sich eine durchschnittliche Schätzung von 2,39 Milliarden Euro. Der verwässerte Gewinn je Aktie wird auf 0,77 Euro geschätzt, nach 0,89 Euro im Vorjahresquartal.
Der Konsensbericht basiert auf Schätzungen von bis zu 13 Analysten. Die Angaben sind Prognosen und können von den tatsächlich veröffentlichten Geschäftszahlen abweichen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Investmentbanking, das in den vergangenen Quartalen wesentlich zur Ertragsentwicklung der Deutschen Bank beigetragen hat.
Für das dritte Quartal erwarten Analysten in diesem Geschäftsbereich Erträge von rund 2,92 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es knapp 2,98 Milliarden Euro.
Im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen rechnen die Analysten mit einem Rückgang von vier Prozent auf etwa 2,41 Milliarden Euro.
Finanzvorstand Raja Akram hatte bereits im September auf eine mögliche Abschwächung hingewiesen. Die Bank stellte damals für das Investmentbanking insgesamt eine weitgehend stabile oder leicht rückläufige Ertragsentwicklung gegenüber dem starken Vorjahresquartal in Aussicht.
Im zweiten Quartal 2026 hatte die Investmentbank noch Erträge von rund 3,19 Milliarden Euro erzielt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Deutsche Bank Quartalszahlen 2026 ist die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle.
Nach dem Analystenkonsens könnte die Risikovorsorge im dritten Quartal auf rund 488 Millionen Euro steigen. Gegenüber den 417 Millionen Euro des Vorjahres entspräche das einer Zunahme von etwa 17 Prozent.
Die Bank hatte Ende September auf Belastungen im Zusammenhang mit dem Abbau von Risiken bei gewerblichen Immobilienfinanzierungen sowie einem einzelnen Kreditengagement im asiatischen Firmenkundengeschäft hingewiesen.
Finanzvorstand Akram erklärte damals, die grundlegende Qualität des Kreditportfolios sei weiterhin solide. Für das dritte Quartal erwartete das Management eine Risikovorsorge zwischen den Werten des ersten und zweiten Quartals 2026.
Im zweiten Quartal hatte die Bank 460 Millionen Euro für mögliche Kreditausfälle zurückgestellt.
Neben den Erträgen und Kreditrisiken steht die Entwicklung der operativen Kosten im Fokus.
Analysten kalkulieren für das dritte Quartal mit Aufwendungen außerhalb des Zinsgeschäfts von rund 5,33 Milliarden Euro. Die Aufwand-Ertrags-Relation könnte bei 65 Prozent liegen, nachdem sie im dritten Quartal 2025 noch 64,4 Prozent betragen hatte.
Die Kennzahl beschreibt, welcher Anteil der Erträge für den laufenden Geschäftsbetrieb aufgewendet wird. Ein steigender Wert bedeutet, dass die Kosten im Verhältnis zu den Einnahmen zunehmen.
Die Deutsche Bank hat für 2026 zusätzliche Investitionen vorgesehen. Dazu gehören die Informationstechnologie, die Vermögensverwaltung und das Kapitalmarktgeschäft. Gleichzeitig setzt der Konzern auf Effizienzsteigerungen, um höhere Ausgaben auszugleichen.
Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit Kosten von rund 21,3 Milliarden Euro.
Trotz der erwarteten Abschwächung im dritten Quartal hatte der Vorstand seine Jahresziele zuletzt bekräftigt.
Die Deutsche Bank strebt für 2026 Erträge von rund 33 Milliarden Euro an. Nach den bisherigen Analystenschätzungen könnte der Konzern diesen Wert mit etwa 33,35 Milliarden Euro leicht übertreffen.
Das zweite Quartal lieferte dafür eine Grundlage. Zwischen April und Juni erzielte die Bank einen Nachsteuergewinn von rund 1,9 Milliarden Euro. Für das gesamte erste Halbjahr meldete sie 4,1 Milliarden Euro.
Auch die mittelfristigen Ziele bleiben relevant. Bis 2028 strebt die Bank eine Nachsteuerrendite auf das materielle Eigenkapital von mehr als 13 Prozent an. Gleichzeitig soll die Aufwand-Ertrags-Relation unter 60 Prozent sinken.
Ein weiteres Thema ist die Kapitalausstattung. Ende Juni lag die harte Kernkapitalquote bei 13,9 Prozent. Analysten rechnen für Ende September mit einem ähnlichen Wert.
Bei den Ausschüttungen an Aktionäre hat die Deutsche Bank im laufenden Jahr weitere Schritte umgesetzt.
Am 28. September meldete das Institut den Abschluss eines Aktienrückkaufprogramms über 500 Millionen Euro. Zusammen mit einem zuvor abgeschlossenen Programm über eine Milliarde Euro beliefen sich die Aktienrückkäufe 2026 damit auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro.
Für das Geschäftsjahr 2026 und die Folgejahre verfolgt der Konzern das Ziel, 60 Prozent des den Aktionären zurechenbaren Gewinns auszuschütten. Zusätzliche Ausschüttungen kommen nach den bisherigen Plänen infrage, wenn die harte Kernkapitalquote dauerhaft über 14 Prozent liegt.
Die Deutsche Bank wird ihre Ergebnisse für die ersten neun Monate des Jahres am Mittwoch, 28. Oktober 2026, präsentieren. Vorstandschef Christian Sewing und Finanzvorstand Raja Akram stellen die Zahlen im Rahmen einer Analystenkonferenz vor. Diese ist für 11 Uhr angesetzt.
Am Donnerstag, 29. Oktober, folgt eine weitere Telefonkonferenz für Anleiheinvestoren.
Neben den konkreten Geschäftszahlen dürften vor allem die Aussagen des Vorstands zur Kreditqualität, zur Entwicklung der Investmentbank und zur Erreichbarkeit der Jahresziele die Bewertung des dritten Quartals bestimmen.
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