
Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal 2026 erneut einen Milliardengewinn erzielt und die Erwartungen von Analysten übertroffen. Deutschlands größtes Geldhaus meldete am Mittwoch, 28. Oktober, einen Nachsteuergewinn von 1,85 Milliarden Euro. Das waren rund zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders das Geschäft mit Privatkunden und Unternehmen entwickelte sich positiv. Im Investmentbanking gingen die Erträge dagegen zurück.
Der Gewinn der Deutschen Bank vor Steuern stieg im dritten Quartal um acht Prozent auf 2,63 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte das Ergebnis bei 2,45 Milliarden Euro gelegen. Damit übertraf der Konzern auch die durchschnittliche Analystenschätzung von rund 2,39 Milliarden Euro.
Nach Steuern lag der Konzerngewinn bei 1,85 Milliarden Euro, verglichen mit 1,82 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Es war nach Angaben der Bank das dritte Rekordquartal in Folge.
Der ausschließlich den Stammaktionären zurechenbare Gewinn lag bei 1,588 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 1,564 Milliarden Euro gewesen. Analysten hatten nach dem am 14. Oktober veröffentlichten Konsensbericht im Durchschnitt lediglich 1,444 Milliarden Euro erwartet.
Auch beim Ergebnis je Aktie schnitt der Konzern besser ab als prognostiziert. Der verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 0,94 Euro, während die durchschnittliche Analystenschätzung bei 0,77 Euro gelegen hatte.
Die Quartalszahlen der Deutschen Bank zeigen auch auf der Einnahmenseite Wachstum. Die gesamten Erträge stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um vier Prozent auf 8,34 Milliarden Euro. Analysten hatten im Durchschnitt mit rund 8,21 Milliarden Euro gerechnet.
Besonders deutlich legte das Firmenkundengeschäft zu. Die Erträge der Unternehmensbank erhöhten sich um neun Prozent auf knapp 1,98 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn dieses Geschäftsbereichs stieg um elf Prozent auf 743 Millionen Euro.
Auch die Privatkundenbank verzeichnete höhere Einnahmen. Sie erzielte Erträge von 2,61 Milliarden Euro und damit acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dazu trugen sowohl das klassische Privatkundengeschäft als auch die Vermögensverwaltung für wohlhabende Kunden bei.
Die Sparte Asset Management, zu der die Fondsgesellschaft DWS gehört, steigerte ihre Erträge um vier Prozent auf 766 Millionen Euro.
Anders entwickelte sich das Investmentbanking, das in den vergangenen Quartalen erheblich zum Konzernergebnis beigetragen hatte. Die Erträge gingen im dritten Quartal um zwei Prozent auf rund 2,92 Milliarden Euro zurück.
Vor allem das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen erzielte geringere Einnahmen als im starken Vorjahreszeitraum. Das Beratungsgeschäft bei Unternehmenstransaktionen und die Begleitung von Aktienemissionen entwickelten sich dagegen positiv.
Trotz rückläufiger Erträge verbesserte die Investmentbank ihren Vorsteuergewinn um zwölf Prozent auf 1,08 Milliarden Euro. Ausschlaggebend waren unter anderem niedrigere Kosten und eine geringere Risikovorsorge innerhalb der Sparte.
Damit trug auch das Investmentbanking zum höheren Konzernergebnis bei, obwohl sein Umsatz gegenüber dem Vorjahr zurückging.
Ein Belastungsfaktor blieb die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle. Die Deutsche Bank stellte im dritten Quartal insgesamt 501 Millionen Euro zurück. Gegenüber den 417 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg von rund 20 Prozent.
Im Vergleich zum zweiten Quartal 2026 erhöhte sich die Risikovorsorge um neun Prozent.
Nach Angaben des Konzerns standen die zusätzlichen Belastungen unter anderem im Zusammenhang mit dem weiteren Abbau von Risiken bei gewerblichen Immobilienfinanzierungen. Hinzu kam ein einzelnes Kreditengagement im asiatischen Firmenkundengeschäft.
Die Deutsche Bank bezeichnete die grundlegende Qualität ihres Kreditportfolios weiterhin als solide. In den meisten Bereichen seien die entsprechenden Kennzahlen stabil geblieben oder hätten sich verbessert.
Bei den laufenden Aufwendungen verzeichnete die Bank nur eine geringe Veränderung. Die zinsunabhängigen Kosten lagen bei rund 5,20 Milliarden Euro und damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.
Gleichzeitig verbesserte sich die Aufwand-Ertrags-Relation von 64,4 auf 62,4 Prozent. Die Kennzahl gibt an, wie viel der erwirtschafteten Erträge für den Geschäftsbetrieb aufgewendet werden muss.
Die harte Kernkapitalquote lag Ende September bei 14,0 Prozent. Sie gilt als wichtiger Maßstab für die Fähigkeit eines Kreditinstituts, mögliche Verluste aus eigener Kraft aufzufangen. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor hatte die Quote bei 14,5 Prozent gelegen.
Auch die Kapitalrückführungen an Aktionäre setzte der Konzern fort. Nach eigenen Angaben schloss die Deutsche Bank im laufenden Jahr Aktienrückkäufe im Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro ab.
Nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 summierte sich der Nachsteuergewinn der Deutschen Bank auf 5,93 Milliarden Euro. Das waren sieben Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Der Vorsteuergewinn stieg in den ersten drei Quartalen um acht Prozent auf rund 8,35 Milliarden Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die gesamten Erträge um fünf Prozent auf 25,49 Milliarden Euro.
Der Vorstand hält an seinem Wachstumsziel für das laufende Jahr fest. Die Deutsche Bank strebt für 2026 inzwischen Erträge von mehr als 33 Milliarden Euro an.
Auch an den mittelfristigen Rentabilitätszielen hält die Bank fest. Bis 2028 soll die Nachsteuerrendite auf das materielle Eigenkapital auf mehr als 13 Prozent steigen.
Die Entwicklung des dritten Quartals unterstreicht dabei eine Veränderung innerhalb des Konzerns: Während das Investmentbanking bei den Erträgen etwas an Bedeutung verlor, trugen das Geschäft mit Firmenkunden, Privatkunden und die Vermögensverwaltung verstärkt zum Wachstum bei.
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