
Die Schweizer Großbank UBS hat im dritten Quartal 2026 ihren Gewinn vor Steuern deutlich gesteigert. Das Ergebnis lag bei 3,59 Milliarden US-Dollar und damit 27 Prozent über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig erhöhte das Finanzinstitut seine Erwartungen an die Einsparungen aus der Übernahme der Credit Suisse. Besonders das internationale Geschäft mit vermögenden Privatkunden entwickelte sich positiv.
Die am Mittwoch, 28. Oktober 2026, veröffentlichten UBS Quartalszahlen 2026 zeigen einen deutlichen Anstieg des Vorsteuergewinns. Dieser lag zwischen Juli und September bei 3,587 Milliarden US-Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte die Bank 2,828 Milliarden Dollar erzielt.
Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn stieg um rund 8 Prozent auf 2,69 Milliarden Dollar. Bereinigt um Sondereffekte, darunter Aufwendungen im Zusammenhang mit der Integration der Credit Suisse, erreichte der Vorsteuergewinn 4,08 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Anstieg um 14 Prozent.
Auch die Erträge entwickelten sich positiv. Sie stiegen um 5 Prozent auf 13,35 Milliarden Dollar. Gleichzeitig gingen die operativen Aufwendungen um rund 2 Prozent auf 9,65 Milliarden Dollar zurück. Die Aufwand-Ertrags-Quote verbesserte sich von 77,0 auf 72,3 Prozent. Damit benötigte die Bank für jeden erwirtschafteten Dollar weniger operative Ausgaben als ein Jahr zuvor.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber war das internationale Geschäft mit vermögenden Privatkunden. In der globalen Vermögensverwaltung verzeichnete die UBS Nettoneugelder von 55,1 Milliarden US-Dollar.
Besonders hoch waren die Zuflüsse im asiatisch-pazifischen Raum und auf dem amerikanischen Kontinent. Allein in Asien kamen rund 18 Milliarden Dollar hinzu, in Nord- und Südamerika zusammen rund 17 Milliarden Dollar.
Das insgesamt von der UBS verwaltete Vermögen blieb gegenüber dem Vorquartal dagegen nahezu unverändert. Ende September lag es bei rund 7,33 Billionen Dollar. Im institutionellen Vermögensverwaltungsgeschäft verzeichnete der Konzern Nettoabflüsse von 5,1 Milliarden Dollar.
Damit verlief die Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen unterschiedlich, obwohl die Bank insgesamt höhere Erträge erwirtschaftete.
Parallel zu den Geschäftszahlen meldete die UBS Fortschritte bei der Integration der ehemaligen Credit Suisse. Seit Ende 2022 hat der Konzern nach eigenen Angaben kumulierte Bruttoeinsparungen von 13,2 Milliarden Dollar erreicht. Davon entfielen rund 600 Millionen Dollar auf das dritte Quartal 2026.
Für das Jahresende rechnet die Bank inzwischen mit Einsparungen von insgesamt etwa 13,7 Milliarden Dollar. Zuvor hatte das Ziel bei rund 13,5 Milliarden Dollar gelegen.
Auch die technische Zusammenführung ist weit fortgeschritten. Ende September waren nach Konzernangaben bereits rund 90 Prozent der dafür vorgesehenen früheren Credit-Suisse-Anwendungen vollständig abgeschaltet.
Die wesentlichen Integrationsarbeiten sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten verringerte sich im dritten Quartal um knapp 1.500.
Neben der laufenden Integration beschäftigt die UBS die politische Debatte über strengere Eigenkapitalanforderungen für große Banken in der Schweiz.
Die geplante Regulierung ist eine Konsequenz aus der Krise der Credit Suisse, die 2023 in einer staatlich vermittelten Übernahme durch die UBS endete. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche zusätzlichen Kapitalreserven international tätige Schweizer Großbanken künftig vorhalten müssen.
Für die UBS ist das auch mit Blick auf die Ausschüttungen an ihre Aktionäre relevant. Im dritten Quartal kaufte die Bank eigene Aktien im Wert von rund 1,8 Milliarden Dollar zurück. Das laufende Rückkaufprogramm im Gesamtvolumen von 3 Milliarden Dollar soll nach der derzeitigen Planung im Februar 2027 abgeschlossen werden.
Weitere Aktienrückkäufe hängen unter anderem von den künftigen Kapitalvorschriften ab. Eine endgültige Entscheidung über die neuen Anforderungen steht noch aus.
Für die letzten drei Monate des Jahres äußert sich die Bank vorsichtiger. Angesichts geopolitischer Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheiten und schwankender Marktbedingungen erwartet sie eine verhaltenere Anlegerstimmung.
Zudem rechnet die UBS im vierten Quartal mit dem üblichen saisonalen Rückgang der Transaktionsaktivität gegenüber dem Sommerquartal.
Mit den jetzt veröffentlichten Zahlen liegt die Bank beim Nettogewinn nahe an den Erwartungen des Marktes. Eine von der UBS bereitgestellte Zusammenstellung von Analystenschätzungen hatte durchschnittlich 2,71 Milliarden Dollar vorgesehen. Das tatsächliche Ergebnis von 2,69 Milliarden Dollar fiel geringfügig niedriger aus.
Der weitere Geschäftsverlauf wird damit sowohl von der Nachfrage vermögender Kunden als auch vom Abschluss der Integration und den künftigen regulatorischen Vorgaben in der Schweiz beeinflusst.
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