Deutschlandticket wird teurer, neue Tarifidee vorerst gestoppt

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Beim Deutschlandticket stehen weitere Veränderungen zur Diskussion. Während der Monatspreis zum 1. Januar 2027 auf 66,80 Euro steigt, gibt es bei einem bundesweiten Angebot für Gelegenheitsfahrer noch keine Einigung. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) zeigt sich offen für einen digitalen Tarif, der ohne klassisches Monatsabo auskommt. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) wirbt weiter für das Konzept, nachdem die Verkehrsministerkonferenz eine Beratung darüber abgelehnt hatte.

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Deutschlandticket für Gelegenheitsfahrer bleibt in der Diskussion

Ein bundesweit nutzbares Ticket, bei dem Fahrgäste nur ihre tatsächlichen Fahrten bezahlen, könnte das bisherige Deutschlandticket ergänzen. Nordrhein-Westfalen und Hamburg hatten einen entsprechenden Vorschlag bei der Verkehrsministerkonferenz am 21. und 22. Oktober 2026 eingebracht. Die Länder nahmen das Thema allerdings bereits zu Beginn ihrer Beratungen von der Tagesordnung.

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks wurde dies mit der kurzfristigen Einreichung des Antrags begründet. Krischer widersprach dieser Darstellung und erklärte, der Antrag sei fristgerecht eingereicht worden. Eine inhaltliche Entscheidung über den vorgeschlagenen Tarif fiel nicht.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger bezeichnete das Konzept gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger am 24. Oktober als „spannende Idee“. Digitale Angebote könnten den Zugang zu Bus und Bahn vereinfachen. Zugleich verwies der CDU-Politiker auf offene Fragen zur Finanzierung und praktischen Umsetzung. Das Bundesverkehrsministerium verfolge die weitere Entwicklung mit Interesse.

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Krischer widerspricht Darstellung zur Preisobergrenze

In einem am Montag, 26. Oktober, veröffentlichten Interview mit der taz verteidigte Krischer den Vorschlag erneut. Nach seiner Einschätzung lässt sich das bereits in Nordrhein-Westfalen verwendete digitale Ticketsystem grundsätzlich auf Deutschland übertragen.

Dabei stellte der Minister einen wesentlichen Punkt klar: Der gemeinsame Antrag mit Hamburg habe keine bundesweite Preisobergrenze auf Höhe des Deutschlandtickets vorgesehen. Eine entsprechende Begrenzung existiert zwar im nordrhein-westfälischen System, war Krischer zufolge aber nicht Bestandteil des bundesweiten Vorstoßes.

Nach Angaben des Ministers erreichen in Nordrhein-Westfalen nur etwa fünf Prozent der Nutzer die dort geltende monatliche Preisobergrenze. Außerdem erklärte er, dass die digitale Abwicklung Kosten beim Ticketvertrieb einsparen könne. Eine bundesweite Finanzierung oder ein verbindliches Tarifmodell wurde bislang nicht vereinbart.

So könnte das neue Ticketsystem funktionieren

Als Vorbild dient das elektronische Tarifangebot eezy.nrw. Fahrgäste melden sich einmalig in einer unterstützten Smartphone-App an und registrieren vor jeder Fahrt ihren Einstieg. Nach dem Aussteigen wird die Fahrt beendet und automatisch abgerechnet.

Der Fahrpreis richtet sich nach einem Grundbetrag und der Luftlinienentfernung zwischen Start und Ziel. Für einzelne Fahrten gelten Preisobergrenzen, die sich an regulären Einzeltickets orientieren. Das System soll die Auswahl zwischen unterschiedlichen Tarifzonen und Fahrkarten vereinfachen.

In Nordrhein-Westfalen sind die monatlichen Kosten derzeit auf 63 Euro begrenzt. Dieser Preisstopp gilt ausschließlich für Fahrten innerhalb des Bundeslandes und ersetzt kein bundesweit gültiges Deutschlandticket. Ob und unter welchen Bedingungen ein entsprechendes System deutschlandweit eingeführt werden könnte, ist offen.

Deutschlandticket kostet ab Januar 2027 66,80 Euro

Unabhängig von der Diskussion über ein zusätzliches Angebot steht die nächste Preiserhöhung bereits fest. Das Deutschlandticket 2027 kostet ab dem 1. Januar monatlich 66,80 Euro. Gegenüber dem bisherigen Preis von 63 Euro entspricht das einem Anstieg um 3,80 Euro beziehungsweise rund sechs Prozent.

Erstmals greift dabei ein Kostenindex, den die Verkehrsminister der Länder im März 2026 beschlossen hatten. In die Berechnung fließen unter anderem Personal-, Energie- und allgemeine Betriebskosten ein. Der Mechanismus soll künftig jährlich zur Preisfestlegung angewendet werden.

Was sich für Pendler finanziell ändert

Für Berufspendler, die das reguläre Deutschlandticket ganzjährig nutzen und selbst bezahlen, steigen die Kosten um 45,60 Euro pro Jahr. Statt bisher 756 Euro werden künftig 801,60 Euro für zwölf Monate fällig.

Beschäftigte mit einem bezuschussten Deutschlandticket als Jobticket können weiterhin von günstigeren Konditionen profitieren. Der rabattierte Jobticketpreis liegt 2027 bei 63,46 Euro. Übernimmt der Arbeitgeber mindestens 25 Prozent des regulären Ticketpreises, beträgt der Eigenanteil für Beschäftigte höchstens 46,76 Euro monatlich. Bei höheren Arbeitgeberzuschüssen sinkt er entsprechend.

Das Deutschlandticket bleibt bundesweit für Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalzüge gültig. Fernverkehrszüge wie ICE und IC sind grundsätzlich ausgenommen. Das Ticket wird weiterhin als monatlich kündbares Abonnement angeboten. Wer nur vereinzelt mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, muss dagegen vorerst auf die bestehenden regionalen Tarifangebote zurückgreifen.

Weitere Entscheidung über den Gelegenheitstarif offen

Der geplante bundesweite Gelegenheitstarif hat sowohl Befürworter als auch Kritiker. Der Fahrgastverband Pro Bahn unterstützt die Idee, während der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen Bedenken angemeldet hat. Auch die finanziellen Folgen eines solchen Angebots sind zwischen den Beteiligten umstritten.

Eine verbindliche Entscheidung zur Einführung oder ein Starttermin liegen nicht vor. Der Vorschlag soll bei einer kommenden Verkehrsministerkonferenz erneut behandelt werden. Für bestehende Deutschlandticket-Abonnenten bleibt deshalb zunächst die bereits beschlossene Preisänderung zum Jahreswechsel die wichtigste konkrete Neuerung.

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