Deutschlandticket vor neuer Preiserhöhung: Entscheidung fällt heute

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Der neue Preis für das Deutschlandticket ab Januar 2027 soll an diesem Mittwoch festgelegt werden. Im Gespräch sind 66,90 Euro pro Monat. Beschlossen war dieser Betrag am frühen Morgen des 30. September allerdings noch nicht. Der Koordinierungsrat Deutschlandticket soll im Tagesverlauf über den neuen Tarif beraten und das Ergebnis bekannt geben.

Damit steht für die mehr als 14 Millionen Nutzer des bundesweit gültigen Nahverkehrsabos die nächste Preisänderung bevor. Derzeit kostet das Ticket 63 Euro im Monat. Sollte sich der genannte Betrag von 66,90 Euro bestätigen, würde der Preis um 3,90 Euro oder rund 6,2 Prozent steigen. Auf ein Jahr gerechnet wären das 46,80 Euro mehr.

Der Deutschlandticket Preis 2027 wird erstmals nicht auf dieselbe Weise festgelegt wie in den vergangenen Jahren. Grundlage ist ein im Frühjahr vereinbarter Preisindex, der die Kostenentwicklung im öffentlichen Nahverkehr und die staatliche Finanzierung miteinander verknüpft.

66,90 Euro sind noch nicht offiziell bestätigt

Die Zahl von 66,90 Euro wurde vor der Sitzung aus dem Umfeld der Beratungen bekannt. Eine offizielle Bestätigung durch den Koordinierungsrat lag am frühen Mittwochmorgen noch nicht vor. Die endgültige Höhe soll am 30. September festgelegt werden und zum 1. Januar 2027 gelten.

Andere Berechnungen aus den vergangenen Wochen lagen nur geringfügig darunter. Eine Auswertung des WDR kam Anfang September auf einen möglichen Preis von 66,80 Euro. Eine frühere Berechnung der Deutschen Umwelthilfe hatte rund 66,40 Euro ergeben. Unterschiede entstanden unter anderem dadurch, dass zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedliche aktuelle Preisentwicklungen berücksichtigt werden konnten.

Entscheidend ist nun die Berechnung nach den festgelegten Vorgaben. Damit unterscheidet sich die Preisfindung für 2027 deutlich von den vorangegangenen Erhöhungen.

Neue Formel ersetzt jährliche politische Preisfindung

Die Verkehrsministerkonferenz hatte den neuen Preisindex im März 2026 beschlossen. Der Kostenindex setzt sich aus drei großen Bereichen zusammen. Personalkosten haben ein Gewicht von 55 Prozent, Energiekosten fließen zu 20 Prozent ein und allgemeine beziehungsweise sonstige Kosten zu 25 Prozent.

Damit sollen Entwicklungen bei Löhnen, Diesel, Strom und weiteren Betriebsausgaben der Verkehrsunternehmen systematisch in den Ticketpreis einfließen. Die jährliche Kostenentwicklung wird anhand verschiedener Indizes ermittelt.

Nach Berechnungen des WDR ergibt sich für die für 2027 relevante Kostenentwicklung ein Plus von etwa 4,5 Prozent. Vor allem gestiegene Personal- und Energieausgaben wirken sich auf die Rechnung aus. Die Veränderung des eigentlichen Ticketpreises ergibt sich jedoch nicht allein aus diesem Kostenblock.

Auch die Milliardenhilfen von Bund und Ländern zählen

Ein zweiter Bestandteil ist der sogenannte Wertfaktor. Hintergrund ist die Finanzierung des Deutschlandtickets durch Bund und Länder. Beide Seiten stellen jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bereit. Insgesamt stehen damit drei Milliarden Euro jährlich zur Verfügung.

Diese Zuschüsse steigen jedoch nicht automatisch mit den Kosten der Verkehrsunternehmen. Genau dieser Umstand soll durch den Wertfaktor in der Preisberechnung berücksichtigt werden. Wenn die Kosten zunehmen, die staatliche Finanzierung aber auf demselben Niveau bleibt, kann dadurch ein größerer Anteil über die Ticketerlöse finanziert werden müssen.

Ab 2028 kommt zusätzlich ein Dämpfungsfaktor ins Spiel. Er soll Preissteigerungen begrenzen können, wenn durch wachsende Verkaufszahlen zusätzliche Einnahmen entstehen. Nach dem beschlossenen Modell werden dabei Teile der Mehrerlöse berücksichtigt. Für die Berechnung des Preises zum 1. Januar 2027 greift dieser Mechanismus noch nicht.

Deutschlandticket wurde bereits zweimal teurer

Das Deutschlandticket wurde im Mai 2023 zunächst für 49 Euro pro Monat eingeführt. Es löste das zeitlich begrenzte 9-Euro-Ticket aus dem Sommer 2022 nicht unmittelbar ab, knüpfte aber an die Idee eines bundesweit einfach nutzbaren Nahverkehrstarifs an.

Zum 1. Januar 2025 stieg der monatliche Preis von 49 auf 58 Euro. Seit Januar 2026 werden 63 Euro verlangt. Mit einem Preis von 66,90 Euro würde das Deutschlandticket innerhalb von vier Jahren damit um 17,90 Euro oder rund 36,5 Prozent über seinem ursprünglichen Einführungspreis liegen.

Das Ticket bleibt als monatlich kündbares Abonnement konzipiert. Es gilt grundsätzlich bundesweit in Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und im Regionalverkehr der teilnehmenden Unternehmen, nicht jedoch regulär in ICE-, IC- und EC-Zügen des Fernverkehrs.

Finanzierung des Deutschlandtickets langfristiger abgesichert

Bund und Länder haben die Finanzierung des Deutschlandtickets über das Jahr 2026 hinaus verlängert. Der Bund stellt dafür ebenso wie die Länder weiterhin jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich bereit. Die gesetzliche Grundlage sieht diese Finanzierung für die kommenden Jahre vor.

Der neue Index soll zugleich verhindern, dass jedes Jahr erneut grundsätzlich über die Höhe des Ticketpreises verhandelt werden muss. Stattdessen sollen nachvollziehbare Kostenentwicklungen stärker bestimmen, wie sich der Preis verändert.

Wie hoch der Betrag ab dem 1. Januar 2027 tatsächlich ausfällt, entscheidet sich an diesem Mittwoch. Bis zur offiziellen Bekanntgabe bleibt der Wert von 66,90 Euro eine konkrete Vorabinformation und kein endgültig festgesetzter Tarif.

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