
Moussa Diaby trägt wieder das Trikot von Bayer 04 Leverkusen. Der Bundesligist bestätigte die Rückkehr des französischen Offensivspielers am 1. September 2026. Der 27-Jährige kommt vom saudischen Spitzenklub Al-Ittihad und hat in Leverkusen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2031 unterschrieben. Es handelt sich um einen festen Transfer und nicht um eine Leihe.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen nun Angaben über die finanziellen Zugeständnisse des Spielers. Bild bezifferte den Gehaltsverzicht am Mittwoch auf rund 15 Millionen Euro netto. Transfermarkt griff die Angabe ebenfalls auf. Bayer 04 selbst hat einen solchen Betrag nicht bestätigt. Auch zu Diabys Gehalt in Saudi-Arabien, seiner Abfindung bei Al-Ittihad oder seinen neuen Bezügen in Leverkusen machte der Verein keine Angaben. Die konkrete Summe von 15 Millionen Euro bleibt damit eine Medienangabe.
Über die Ablösesumme vereinbarten die beteiligten Klubs öffentlich keine konkrete Zahl. Nach Informationen von Bild soll Bayer 04 rund 28 Millionen Euro an Al-Ittihad zahlen. Auch andere Berichte hatten vor Abschluss des Transfers eine Summe von knapp unter 30 Millionen Euro genannt. Offiziell bestätigt ist lediglich, dass sich Leverkusen mit dem saudischen Klub auf einen festen Transfer verständigt hat.
Damit wäre Diaby deutlich günstiger zurückgekehrt, als Bayer ihn drei Jahre zuvor verkauft hatte. Im Juli 2023 wechselte der damals 24-Jährige von Leverkusen zu Aston Villa. Bayer 04 nannte auch seinerzeit keine Ablösesumme. Transfermarkt bezifferte den Sockelbetrag auf 55 Millionen Euro, durch Bonuszahlungen habe das Gesamtvolumen bis auf 60 Millionen Euro steigen können.
Sollten die nun genannten 28 Millionen Euro stimmen, läge die Rückkauf-Ablöse somit rund 27 Millionen Euro unter der für 2023 berichteten Grundsumme. Leverkusen würde Diaby also für ungefähr die Hälfte jenes Betrags zurückholen, den Aston Villa drei Jahre zuvor für ihn gezahlt haben soll.
Diaby verließ England bereits nach einer Saison wieder. Aston Villa verkaufte ihn 2024 an Al-Ittihad. Transfermarkt bezifferte diesen Wechsel damals auf rund 60 Millionen Euro.
Nach Angaben von Bild hätte Diaby bei Al-Ittihad über die verbleibende Vertragslaufzeit deutlich mehr verdienen können als in Leverkusen. Das Blatt berichtet von einem finanziellen Verzicht in einer Größenordnung von rund 15 Millionen Euro netto. Bayer 04 bestätigte weder diese Berechnung noch die genannten Gehälter.
Bereits während der Transferverhandlungen war bekannt geworden, dass Diabys bisheriger Vertrag in Saudi-Arabien ursprünglich bis 2029 lief. Bild berichtete Ende August zudem über Verhandlungen zwischen dem Spieler und Al-Ittihad über die finanziellen Bedingungen seiner vorzeitigen Trennung. Auch diese Einzelheiten wurden von Bayer nicht veröffentlicht.
Dass die Rückkehr stark vom Spieler selbst ausging, ist dagegen durch Aussagen von Simon Rolfes belegt. Der Geschäftsführer Sport erklärte in einem Interview mit Werkself-TV, Leverkusen habe die Möglichkeit zunächst nicht erwartet. „Wir haben immer einen guten Kontakt gehalten und man muss ehrlicherweise sagen, dass wir es nicht auf dem Schirm hatten“, sagte Rolfes. Der Impuls sei von Diabys Seite gekommen, woraufhin Bayer sich intensiver mit einer Verpflichtung beschäftigt habe.
Bei der offiziellen Vorstellung hob Rolfes vor allem Diabys sportliche Eigenschaften hervor. „Mit Moussa Diaby haben wir einen großartigen Stürmer zurück in die Bundesliga geholt“, erklärte der Sport-Geschäftsführer. Dessen Tempo und Dribblings sollten dem Leverkusener Angriff zusätzliche Möglichkeiten eröffnen. Zudem lobte Rolfes Diabys professionelle Einstellung.
In einem weiteren Vereinsinterview verwies Rolfes darauf, dass sich die grundlegenden Qualitäten des Franzosen nicht verändert hätten. Diaby bringe neben Schnelligkeit, Dribbelstärke und Torgefahr inzwischen zusätzliche Erfahrung mit. Von dem Rückkehrer erwartet Bayer dabei offenbar mehr als offensive Impulse. Rolfes sieht in ihm auch einen erfahrenen Profi, der für jüngere Spieler eine Vorbildfunktion übernehmen soll.
Cheftrainer Carles Martínez äußerte sich vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Union Berlin ebenfalls positiv. Diaby habe „sehr gut trainiert“ und sei „bereit und fit“. Martínez ergänzte: „Er bringt mit seinem Tempo und seinem super linken Fuß etwas Besonderes in unser Spiel.“ Zudem verwies er auf Diabys bereits bestehende Verbindung zu Spielern und Mitarbeitern des Klubs.
Beim 4:0 gegen Union am 5. September kam Diaby schließlich erstmals seit mehr als drei Jahren wieder für Leverkusen in der Bundesliga zum Einsatz. Er wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt und von den Zuschauern in der BayArena deutlich hörbar begrüßt. Rolfes sagte anschließend über die Reaktion der Fans: „Man spürt, was er hier hinterlassen hat.“
Auch Diaby selbst begründete seine Rückkehr öffentlich mit seiner engen Verbindung zum Verein. Bayer habe ihm nach seinem Wechsel von Paris Saint-Germain im Jahr 2019 als jungem Spieler viel Vertrauen entgegengebracht. „Das habe ich nicht vergessen“, erklärte der Franzose bei seiner Vorstellung.
Als sich die Möglichkeit einer Rückkehr ergeben habe, habe er „keine Sekunde gezweifelt“. Besonders die sportliche Entwicklung des Klubs spiele für ihn eine Rolle. „Mit Bayer 04 Titel anzustreben, ist eine wunderbare Vorstellung, ein ganz großes Ziel von mir“, sagte Diaby.
Der Linksfuß wurde am 7. Juli 1999 in Paris geboren und ist 27 Jahre alt. Bayer führt ihn als französischen Offensivspieler. Seine Hauptposition ist der rechte Flügel, er kann jedoch auch auf der linken Seite und in anderen offensiven Rollen eingesetzt werden. Für Frankreich absolvierte er bislang elf A-Länderspiele.
In seiner ersten Leverkusener Zeit zwischen 2019 und 2023 kam Diaby nach Vereinsangaben auf 173 Pflichtspiele, 49 Tore und 48 Vorlagen.
In der vergangenen Saison 2025/26 absolvierte er für Al-Ittihad nach den Leistungsdaten von Transfermarkt wettbewerbsübergreifend 43 Pflichtspiele. Dabei erzielte er sechs Tore und bereitete 15 weitere Treffer vor. Allein in der Saudi Pro League stehen dort 31 Einsätze und vier Tore zu Buche.
Diabys Verpflichtung ist Teil eines größeren Umbaus bei Bayer 04. Noch am selben Deadline Day verpflichtete der Klub den ivorischen Rechtsverteidiger Guéla Doué von Racing Straßburg. Auch er unterschrieb bis 2031.
Bereits zuvor waren unter anderem der spanische Linksverteidiger Miguel Gutiérrez, der portugiesische Offensivspieler Afonso Moreira und der argentinische Verteidiger Facundo Medina zum Kader gestoßen. Alle drei standen beim Pokalauftakt gegen Wehen Wiesbaden bereits für die Werkself auf dem Platz.
Auf der anderen Seite gab es ebenfalls Veränderungen. Alejandro Grimaldo wechselte zu Atlético Madrid. Bei Piero Hincapie griff nach seiner vorherigen Leihe die Kaufpflicht des FC Arsenal. Am 1. September verlieh Bayer zudem Arthur an Werder Bremen und Jeanuel Belocian an Racing Santander.
Gerade für die Offensive besitzt die Rückkehr Diabys besondere Bedeutung. Rolfes hatte bereits während der Verhandlungen erklärt, Bayer habe auf dieser Position noch Handlungsbedarf gesehen und einen Spieler gesucht, der unmittelbar helfen könne.
Mit Diaby bekommt Trainer Martínez damit einen bereits mit der Bundesliga vertrauten Flügelspieler zurück, dessen Tempo zu seinen wichtigsten Eigenschaften gehört und der gleichzeitig wesentlich mehr internationale Erfahrung mitbringt als bei seinem Abschied 2023. Die sportliche Rückkehr ist offiziell abgeschlossen. Die vielfach genannte Geschichte vom Verzicht auf rund 15 Millionen Euro netto bleibt dagegen eine nicht vom Verein bestätigte Angabe aus Medienberichten.
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