Grünes Licht für den HSV: Volksparkstadion wächst über 60.000 Plätze

Münster sperrt Kanalpromenade an der Warendorfer Straße
Symbolfoto

Teilen:

Der Hamburger SV kann den lange vorbereiteten Ausbau des Volksparkstadions beginnen. Der Bundesligist bestätigte am Dienstag, 8. September 2026, dass die erforderliche Genehmigung für eine Erweiterung der Kapazität auf mehr als 60.000 Zuschauerplätze vorliegt. Derzeit fasst die Arena rund 57.000 Besucher. Bereits im Oktober sollen die ersten Arbeiten beginnen.

Anzeige

Damit setzt der HSV ein Projekt um, über das der Verein seit Monaten öffentlich gesprochen hatte. Anders als bei einem klassischen Stadionneubau soll die zusätzliche Kapazität vor allem durch eine bessere Ausnutzung der vorhandenen Tribünen entstehen. Der Verein will dafür mehrere Bereiche der Ränge verändern und zusätzliche Sanitäranlagen schaffen. Ein Umbau des Stadiondachs gehört nach den bislang veröffentlichten Plänen nicht zu den Maßnahmen.

Genehmigung für mehr als 60.000 Zuschauer liegt vor

Der HSV veröffentlichte die Entscheidung am 8. September. In der Vereinsmitteilung heißt es wörtlich: „Der HSV hat die Genehmigung für die Erweiterung der Stadionkapazität auf mehr als 60.000 Plätze erhalten.“

Welche konkrete Hamburger Behörde die Genehmigung erteilt hat und an welchem Tag der Verwaltungsakt erging, nennt der Verein in seiner Veröffentlichung nicht. Auch ein politisches Gremium wie Senat oder Bezirksversammlung wird dort nicht als Entscheidungsträger genannt. Eine gesicherte Grundlage dafür, die Genehmigung einem bestimmten Ausschuss zuzuschreiben, lag zunächst nicht vor.

Anzeige

Das Stadion befindet sich im Hamburger Bezirk Altona. Für baurechtliche Genehmigungsverfahren in diesem Bezirk ist grundsätzlich das dortige Bezirksamt mit seinem Fachamt für Bauprüfung zuständig. Dass genau dieses Fachamt die nun bekanntgegebene Genehmigung erteilt hat, wurde vom HSV in seiner Veröffentlichung allerdings nicht ausdrücklich benannt. Eine eigenständige aktuelle Mitteilung der Stadt Hamburg mit weiteren Details zur Entscheidung lag zunächst nicht vor.

Kapazität steigt von 57.000 auf mehr als 60.000 Plätze

Aktuell verfügt das Volksparkstadion über eine Kapazität von rund 57.000 Zuschauern. Nach Abschluss der Maßnahmen sollen es mehr als 60.000 sein. Damit würde die Hamburger Arena perspektivisch zu den fünf größten Spielstätten der Bundesliga und 2. Bundesliga zählen, wie der HSV in seinen Informationen zum Projekt erklärt.

Eine endgültige Zahl nennt der Verein bislang nicht. Auch eine verbindliche Aufschlüsselung der künftigen Kapazität in Sitz- und Stehplätze ist bislang nicht veröffentlicht worden. Der Schwerpunkt der angekündigten Erweiterung liegt nach den aktuellen Planungen auf zusätzlichen Sitzplätzen.

Ausgangspunkt des Umbaus ist der A-Rang, also der unterste und dem Spielfeld am nächsten gelegene Tribünenbereich. Dort sollen zunächst an Auf- und Abgängen zusätzliche Sitze eingebaut werden. Anschließend sollen auch Blöcke im B- und C-Rang entlang der vorhandenen Stufengänge erweitert werden. Weitere Plätze sind hinter dem B-Rang vorgesehen. Zum Abschluss soll der A-Rang zusätzlich in Richtung Spielfeld vergrößert werden.

Umbau beginnt bereits im Oktober

Der Zeitplan ist ehrgeizig. Nach Angaben des HSV sollen die ersten Arbeiten bereits im Oktober 2026 beginnen. Ein konkretes Datum für den ersten Bautag wurde zunächst nicht genannt.

Der Umbau soll abschnittsweise erfolgen. Der HSV will dabei gezielt die Zeiträume zwischen den Heimspielen der Männer- und Frauenmannschaft nutzen. In der Vereinsmitteilung heißt es dazu, die Arbeiten sollten zwischen den Heimspielen stattfinden, „um einen reibungslosen Spielbetrieb zu gewährleisten“.

Einen verbindlichen Fertigstellungstermin nennt der Verein bislang ausdrücklich nicht. Im FAQ zum Stadionausbau erklärt der HSV, dass eine genaue Zeitplanung für die vollständige Umsetzung derzeit noch nicht feststehe. Entscheidend seien unter anderem der Baufortschritt und die Abstimmung mit dem laufenden Spielbetrieb.

Frühere Planungen sahen zunächst eine Zwischenstufe von mehr als 58.000 Zuschauern vor. HSV-Präsident Henrik Köncke hatte im April erklärt: „Nach den entsprechenden Genehmigungen soll mit der Kapazitätserweiterung unmittelbar begonnen und im Laufe der kommenden Saison eine Kapazität von mehr als 58.000 Fans im Volksparkstadion erreicht werden.“ Schon damals bezeichnete er mehr als 60.000 Plätze als langfristige Perspektive.

HSV baut Tribünen um, nicht das komplette Stadion

Die Erweiterung erfolgt damit ohne einen grundlegenden Neubau der Arena. Zusätzliche Reihen beziehungsweise Sitze sollen vorhandene Flächen besser ausnutzen.

In der ersten Phase werden Plätze entlang der Auf- und Abgänge des A-Rangs ergänzt. Danach folgen nach aktuellem Plan die Stufengänge im B- und C-Rang sowie zusätzliche Plätze hinter dem B-Rang. Die technisch aufwendigere Erweiterung des A-Rangs zum Spielfeld hin bildet den späteren Bauabschnitt. Zusätzlich sollen neue Sanitäranlagen entstehen.

Ein Ausbau des Oberrangs als neue zusätzliche Stadionebene oder eine Erweiterung des Dachs ist in den offiziell vorgestellten Maßnahmen nicht vorgesehen.

Schon im Frühjahr hatte Köncke den Ausbau in einen größeren Investitionsplan eingeordnet. Neben mehr Zuschauerkapazität nannte er erweiterte Sanitäranlagen sowie Verbesserungen bei Sichtverhältnissen und Catering als Projekte, die über das neue Beteiligungsmodell finanziert werden sollen.

Fans finanzieren Stadionausbau über Supporters Trust

Eine Besonderheit ist die Finanzierung. Das Geld für die Kapazitätserweiterung soll über den im Mai 2026 gegründeten HSV Supporters Trust bereitgestellt werden. Die Genossenschaft sammelt Kapital von Anhängern und soll damit insbesondere neue Anteile an der HSV Fußball AG & Co. KGaA erwerben. Die Gesellschaft erhält dadurch frisches Kapital, das unter anderem in Stadionprojekte investiert werden kann.

Der Trust startete bei seiner Gründung am 5. Mai bereits mit einem Kapital von rund 1,5 Millionen Euro. Ein wesentlicher Teil sollte von Beginn an für Investitionen am Volksparkstadion verwendet werden.

Nach Angaben des NDR waren bis Anfang September rund sechs Millionen Euro über das Modell zusammengekommen. Der HSV habe für die erste Beteiligungsphase auf bis zu 16 Millionen Euro gehofft.

Wie teuer der jetzt genehmigte Ausbau insgesamt wird, hat der HSV nicht veröffentlicht. Frühere Angaben zur Größenordnung gingen weiter: Der NDR berichtete Ende Januar unter Berufung auf den HSV, die möglichen Kosten lägen im hohen einstelligen Millionenbereich bis in einen niedrigen achtstelligen Bereich. Eine aktuelle konkrete Bausumme ist damit nicht bestätigt.

Nach Angaben des Vereins soll die Finanzierung des Ausbaus keine höheren Ticketpreise zur Folge haben. Die zusätzlichen Mittel sollen aus dem Supporters Trust stammen.

Bauarbeiten sollen Spielbetrieb möglichst wenig beeinträchtigen

Der HSV will das Stadion auch während des Umbaus regulär nutzen. Eine langfristige Schließung einzelner Tribünen oder eine Verlegung von Heimspielen ist nach derzeitigem Stand nicht vorgesehen.

Auswirkungen auf einzelne Zuschauer lassen sich allerdings nicht vollständig vermeiden. Insbesondere Sitzplätze an heutigen Blockrändern können sich verändern, wenn an den Stufengängen zusätzliche Sitze eingebaut werden. Der HSV kündigte an, betroffene Karteninhaber frühzeitig zu informieren. Ziel sei es, die Auswirkungen insbesondere für Dauerkarteninhaber möglichst gering zu halten.

Wann neu geschaffene Plätze erstmals verkauft werden können, hängt vom jeweiligen Baufortschritt ab. Der Verein will die zusätzlichen Sitzplätze nach Fertigstellung der einzelnen Abschnitte schrittweise freigeben.

Mehr als 150.000 Mitglieder und dauerhaft volle Tribünen

Der Ausbau fällt in eine Phase starken Wachstums beim HSV. Nach sieben Jahren in der 2. Bundesliga war die Männermannschaft 2025 in die Bundesliga zurückgekehrt. In der Saison 2025/26 waren nach Vereinsangaben alle 17 Bundesliga-Heimspiele ausverkauft. Im Durchschnitt kamen 56.912 Zuschauer ins Volksparkstadion.

Gleichzeitig wuchs die Mitgliederzahl weiter. Zum 30. Juni 2025 hatte der HSV knapp 126.000 Mitglieder, Anfang September 2025 waren es bereits mehr als 137.000. Im Dezember 2025 nannte der Verein 144.000 Mitglieder. Im Sommer 2026 wurde schließlich die Marke von 150.000 überschritten.

Auch wirtschaftlich hatte sich die Lage gegenüber früheren Krisenjahren stabilisiert. Der HSV verweist in seinem Jahresabschluss auf steigende Erlöse und zusätzliche wirtschaftliche Möglichkeiten durch die Rückkehr in die Bundesliga. Der Stadionausbau soll wiederum zusätzliche Ticket- und Veranstaltungskapazitäten schaffen, ohne dass dafür eine komplett neue Arena errichtet werden muss.

Verkehr rund um den Volkspark bleibt ein Thema

Mit der höheren Stadionkapazität gewinnt auch die bereits länger diskutierte Verkehrssituation rund um den Volkspark weiter an Bedeutung. Die Bezirksversammlung Altona hatte schon 2025 Verbesserungen bei An- und Abreise gefordert. Hintergrund waren Belastungen bei gleichzeitig stark besuchten Veranstaltungen im Volksparkstadion und in der benachbarten Barclays Arena.

Gefordert wurden unter anderem bessere S-Bahn- und Shuttleverbindungen, eine bessere Organisation vorhandener Parkflächen sowie Verbesserungen für Fuß- und Radverkehr. Diese Diskussion richtete sich bereits gegen die Belastungen bei der bisherigen Stadionkapazität und ist nicht als formeller Einwand gegen die jetzt genehmigte Erweiterung dokumentiert.

Eine aktuelle öffentliche Stellungnahme der Stadt Hamburg, in der die Erweiterung kritisiert oder ausdrücklich bewertet wird, war zunächst nicht bekannt. Der HSV kann damit jedenfalls mit der konkreten Vorbereitung beginnen. Ab Oktober soll das Volksparkstadion Schritt für Schritt wachsen, während der Fußballbetrieb weiterläuft.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu