
Russland hält ein gemeinsames Treffen von US-Präsident Donald Trump, Kremlchef Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping weiterhin für möglich. Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow erklärte am Sonntag, ein solches Dreiertreffen sei aus Moskauer Sicht nicht ausgeschlossen. Konkrete Vorbereitungen laufen demnach allerdings noch nicht.
Rjabkow machte deutlich, dass zunächst geklärt werden müsse, welche Themen die drei Staatschefs überhaupt gemeinsam beraten könnten und welche Ergebnisse von einem Treffen zu erwarten wären. Erst danach könne über konkrete Vorbereitungen gesprochen werden.
Als möglicher Ort gilt der nächste Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC in Shenzhen. China richtet die APEC-Treffen in diesem Jahr aus, die Zusammenkunft der Staats- und Regierungschefs ist für November vorgesehen. Die Organisation vereint 21 Volkswirtschaften rund um den Pazifik, darunter die USA, China und Russland.
Bereits Anfang September hatte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow erklärt, die Möglichkeit eines gemeinsamen Treffens von Putin, Trump und Xi sei erörtert worden. Nach seinen Angaben könnte sich am Rande des APEC-Gipfels eine Gelegenheit dazu ergeben, sofern alle drei Staatschefs teilnehmen.
Damit geht die Initiative bislang vor allem von russischer Seite aus. Eine Vereinbarung über ein Dreiertreffen war am Sonntag nicht bekannt.
Auch die Anwesenheit aller drei Präsidenten in Shenzhen ist bislang nicht vollständig abgesichert. Das Weiße Haus hatte Anfang September erklärt, zur Teilnahme Trumps am APEC-Gipfel noch keine Ankündigung machen zu können.
Zwischen Washington und Peking laufen allerdings unabhängig davon intensive Vorbereitungen für weitere Gespräche auf höchster Ebene. Trump hatte bereits angekündigt, Xi am 24. September in den USA zu empfangen. Dabei dürften unter anderem Handelsfragen und technologische Themen eine Rolle spielen.
Von chinesischer Seite lag zunächst keine vergleichbare öffentliche Bestätigung eines Dreiertreffens mit Putin vor. In der offiziellen chinesischen Darstellung des jüngsten Treffens zwischen Xi und Putin am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit stand vor allem die bilaterale Zusammenarbeit zwischen China und Russland im Mittelpunkt.
Die russische Äußerung fällt in eine Phase verstärkter diplomatischer Kontakte zwischen Moskau und Washington. Am Samstag empfing Putin die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner im Kreml. Im Mittelpunkt standen Bemühungen um eine Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Konkrete Ergebnisse wurden nach dem mehrstündigen Gespräch zunächst nicht bekanntgegeben.
Witkoff und Kushner reisten anschließend weiter nach Kiew, um dort mit der ukrainischen Führung zu sprechen. Damit versucht die US-Regierung erneut, direkte Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zu bringen.
Ob ein mögliches Treffen von Trump, Putin und Xi ebenfalls den Ukraine-Krieg zum Thema hätte, ist bislang offen. Rjabkow nannte keine konkrete Agenda. Ebenso wenig ist bestätigt, dass Washington oder Peking einem solchen Format bereits zugestimmt haben.
Ein gemeinsamer Termin der Präsidenten der USA, Chinas und Russlands wäre unabhängig von der Tagesordnung politisch außergewöhnlich. Washington und Peking stehen bei Handel, Technologie und Sicherheitsfragen in einem intensiven strategischen Wettbewerb. China und Russland haben ihre politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren dagegen deutlich vertieft. Xi und Putin treffen regelmäßig zu bilateralen Gesprächen zusammen.
Gleichzeitig hält Trump sowohl mit Xi als auch mit Putin eigene Gesprächskanäle offen. Damit gäbe es grundsätzlich einen diplomatischen Rahmen für ein gemeinsames Treffen. Ob daraus tatsächlich ein Dreiergipfel in Shenzhen entsteht, ist jedoch noch nicht entschieden.
Offiziell bestätigt war am Sonntag nur, dass Russland ein solches Format nicht ausschließt und zunächst Klarheit über Themen und mögliche Ergebnisse verlangt.
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