
Ein Drohnenalarm in Moskau hat am Freitag, 23. Oktober 2026, den Flugverkehr in der russischen Hauptstadt erheblich beeinträchtigt. Alle vier Moskauer Flughäfen mussten ihren Betrieb zeitweise einstellen. Am internationalen Flughafen Scheremetjewo wurden Passagiere aus den Terminals und teilweise aus bereits besetzten Flugzeugen in Schutzbereiche gebracht. Mehr als 90 Verbindungen der Fluggesellschaften Aeroflot und Rossija wurden gestrichen. Auch am späten Abend kam es erneut zu Einschränkungen. Die Auswirkungen waren bis nach St. Petersburg und auf internationale Flugverbindungen zu spüren.
Die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija ordnete am Freitagnachmittag umfassende Beschränkungen für die Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo und Schukowski an. Bereits gegen 12.55 Uhr Moskauer Zeit durfte Wnukowo Flugzeuge nur noch nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden abfertigen. Wenige Minuten später galt eine vergleichbare Regelung für Domodedowo. Gegen 14.05 Uhr wurde der Flugbetrieb an allen vier Flughäfen vollständig ausgesetzt.
Besonders einschneidend waren die Sicherheitsmaßnahmen in Scheremetjewo. Um 14.49 Uhr meldete der Flughafen eine Luftwarnung wegen einer möglichen Drohnenattacke. Reisende wurden über Lautsprecher aufgefordert, geschützte Bereiche aufzusuchen. Mitarbeiter begleiteten Passagiere in die vorgesehenen Schutzräume. Auch Menschen, die bereits in Flugzeugen saßen, mussten diese verlassen.
Zusätzlich wurde der Zugang zu den Sicherheitsbereichen sämtlicher Terminals eingeschränkt. Während des Alarms sollten sich Reisende von Fenstern und Glasflächen fernhalten und keine Aufzüge benutzen. Gegen 16.12 Uhr meldete der Flughafen den Abschluss der Evakuierungsmaßnahmen. Die Passagiere befanden sich zu diesem Zeitpunkt weiterhin in Schutzbereichen. Erst gegen 16.50 Uhr wurde die Luftwarnung aufgehoben.
Die Unterbrechungen hatten erhebliche Folgen für den regulären Flugbetrieb. Nach einer Auswertung der Flugübersichten waren am Freitagnachmittag mehr als 90 Verbindungen von Aeroflot und ihrer Tochtergesellschaft Rossija gestrichen. Betroffen waren Flüge, die zwischen 15 Uhr und Mitternacht von Scheremetjewo starten oder dort landen sollten.
Darunter befanden sich mehr als 40 geplante Abflüge und über 50 Ankünfte. Zusätzlich waren mehr als 20 abgehende sowie rund 30 ankommende Verbindungen als verspätet gekennzeichnet. Insgesamt hatten die beiden Gesellschaften in diesem Zeitraum ursprünglich etwa 150 Abflüge und mehr als 160 Ankünfte vorgesehen. Die Zahlen bildeten den Stand vom späten Nachmittag ab.
Neben Aeroflot und Rossija musste auch die Billigfluggesellschaft Pobeda ihren Flugplan anpassen. Die Unternehmen verwiesen auf die Beschränkungen im Moskauer Luftraum sowie an weiteren russischen Flughäfen. Teilweise wurden Maschinen zu Ersatzflughäfen umgeleitet. Aeroflot bot betroffenen Passagieren Möglichkeiten zur Umbuchung und Erstattung an.
Auch Flughäfen außerhalb Moskaus waren von den Einschränkungen betroffen. Der Flughafen Pulkowo in St. Petersburg nahm nach Angaben seines Betreibers mehr als 25 Flugzeuge auf, die ursprünglich in Moskau landen sollten. Weitere 13 Maschinen wurden zum Flughafen Nischni Nowgorod umgeleitet.
Die Auswirkungen auf den Flugverkehr in St. Petersburg hielten bis zum Abend an. Nach Angaben des Flughafenbetreibers waren dort um 19 Uhr insgesamt 25 Flüge um mehr als zwei Stunden verspätet. Weitere 30 Verbindungen waren gestrichen. Eine Stunde zuvor hatte der Flughafen noch 19 längere Verspätungen und 20 Ausfälle gemeldet. Pulkowo kündigte weitere Anpassungen des Flugplans an.
Auch internationale Verbindungen waren betroffen. Nach ausgewerteten Flugverfolgungsdaten musste beispielsweise ein Airbus A380 von Emirates auf dem Flug EK133 von Dubai nach Moskau-Domodedowo über der russischen Region Pensa Warteschleifen fliegen. Die Maschine wartete auf die Freigabe für ihren Weiterflug zum Zielflughafen.
Nach der ersten mehrstündigen Unterbrechung lockerte die russische Luftfahrtbehörde gegen 16.45 Uhr die Beschränkungen schrittweise. Scheremetjewo und Schukowski durften den regulären Betrieb wieder aufnehmen. Wnukowo und Domodedowo konnten Flugzeuge zunächst nur mit Zustimmung der zuständigen Stellen abfertigen.
Die Entspannung dauerte allerdings nicht lange. Gegen 17.25 Uhr verhängte Rosawiazija erneut vollständige Flugbeschränkungen für alle vier Moskauer Flughäfen. Rund eine halbe Stunde später wurden die Maßnahmen in Scheremetjewo und Schukowski aufgehoben. Wnukowo und Domodedowo arbeiteten zunächst weiterhin unter besonderen Bedingungen, bevor auch dort gegen 18.36 Uhr die Einschränkungen entfielen.
Am späteren Freitagabend folgten weitere Änderungen. Gegen 21.12 Uhr Moskauer Zeit mussten Wnukowo, Domodedowo und Schukowski Starts und Landungen erneut mit den zuständigen Behörden abstimmen. Um 22.40 Uhr wurden diese Beschränkungen zunächst aufgehoben. Doch schon gegen 23.05 Uhr meldete Rosawiazija für Wnukowo und Domodedowo wieder einen Flugbetrieb, bei dem eine behördliche Zustimmung erforderlich war. Für Scheremetjewo galten zu diesem Zeitpunkt keine entsprechenden neuen Einschränkungen.
Die Flugbeschränkungen erfolgten vor dem Hintergrund erneuter Drohnenmeldungen im Moskauer Raum. Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte am Freitag, die russische Luftabwehr habe im Tagesverlauf insgesamt 21 Drohnen auf dem Weg zur Hauptstadt abgeschossen. Die militärischen Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.
Bereits in der Nacht zum Donnerstag, 22. Oktober, hatte die russische Luftfahrtbehörde den Betrieb an mehreren Moskauer Flughäfen eingeschränkt. Wnukowo, Domodedowo und Schukowski mussten ab 0.38 Uhr zeitweise schließen. Gegen 2.44 Uhr kamen vollständige Beschränkungen in Scheremetjewo hinzu. Um 5.19 Uhr waren diese Maßnahmen an allen vier Flughäfen wieder aufgehoben worden.
Auch Mitte Oktober hatte es vergleichbare Unterbrechungen gegeben. Die wiederholten Sperrungen betreffen damit nicht nur einzelne Flugverbindungen, sondern regelmäßig den gesamten Luftverkehrsknotenpunkt rund um die russische Hauptstadt.
Während der Einschränkungen standen die Flughafenbetreiber nach Angaben von Rosawiazija unter besonderer Aufsicht des russischen Verkehrsministeriums und der Luftfahrtbehörde. Zusätzliches Personal wurde eingesetzt, Informationsschalter und telefonische Auskunftsdienste verstärkt.
In den Terminals standen nach Behördenangaben Trinkwasserstellen und kostenlose Mutter-Kind-Räume zur Verfügung. Die Fluggesellschaften wurden außerdem an ihre Verpflichtungen nach den russischen Luftfahrtvorschriften FAP-82 erinnert. Dazu gehören je nach Dauer einer Verspätung die Versorgung mit Getränken und Mahlzeiten sowie gegebenenfalls die Unterbringung in einem Hotel.
Für Passagiere blieb die Lage trotz zwischenzeitlicher Freigaben unübersichtlich. Die wiederholten Beschränkungen machten weitere Änderungen der Abflug- und Ankunftszeiten notwendig. Die russische Luftfahrtbehörde verwies Reisende deshalb auf die aktuellen Flugübersichten der Flughäfen. Auch nach einer Wiederaufnahme des Betriebs konnten gestrichene oder umgeleitete Verbindungen nicht unmittelbar zum ursprünglichen Flugplan zurückkehren.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu