E-Autos fahren günstiger als Benziner, doch die 33 Prozent haben Grenzen

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Elektroautos haben bei den Energiekosten einen deutlichen Vorteil gegenüber vergleichbaren Benzinern. Zu diesem Ergebnis kommt der „EV Transition Check 2026“ des International Council on Clean Transportation, kurz ICCT. Danach waren batterieelektrische Autos in der Europäischen Union im Jahr 2025 durchschnittlich rund 33 Prozent günstiger zu fahren als entsprechende Benzinfahrzeuge. Entscheidend ist jedoch, was hinter dieser Zahl steckt. Verglichen werden vor allem die Kosten für Strom und Kraftstoff. Kaufpreis, Wertverlust, Versicherung und weitere Bestandteile der gesamten Fahrzeugkosten sind darin nicht vollständig enthalten.

Die Studie stammt von den ICCT-Forschern Marie Rajon Bernard und Alexander Plummer. Unterstützt wurde die Untersuchung unter anderem durch Organisationen und Fachleute von Agora Verkehrswende, Alinnea, ECCO, Mobility in Transition, PSNM, dem europäischen Verbraucherverband BEUC und dem Automobilverband FIA Region I. Die aktuelle Untersuchung betrachtet neben Pkw erstmals in größerem Umfang auch Lastwagen und Busse.

33 Prozent beziehen sich auf die Kosten fürs Fahren

Für den oft genannten Kostenvorteil von 33 Prozent vergleicht das ICCT die Energieausgaben eines batterieelektrischen Autos mit denen eines vergleichbaren Benziners. Zugrunde liegt das Jahr 2025 und ein Lademodell, bei dem Elektroautos sowohl privat als auch an öffentlichen Ladepunkten geladen werden.

Damit beschreibt die Zahl nicht automatisch die Ersparnis, die jeder einzelne E-Auto-Fahrer erzielt. Stromtarif, Fahrzeugverbrauch und insbesondere der Anteil des öffentlichen Ladens können die Rechnung erheblich verändern. Das zeigt eine zweite Berechnung im selben Bericht besonders deutlich. Wer vollständig auf öffentliche Ladestationen angewiesen ist, lag 2025 laut ICCT im EU-Durchschnitt nur noch rund fünf Prozent unter den Energiekosten eines vergleichbaren Benziners.

Die Fahrtkosten von Elektroautos hängen damit wesentlich davon ab, wo der Strom bezogen wird. Das ICCT bezifferte die durchschnittlichen Ad-hoc-Preise an öffentlichen Ladepunkten in der EU für Juni 2026 auf rund 50 Cent je Kilowattstunde an AC-Ladern und 62 Cent an DC-Schnellladern, jeweils einschließlich Mehrwertsteuer. Öffentlicher Ladestrom war der Untersuchung zufolge ungefähr doppelt so teuer wie Strom an privaten Ladepunkten.

Exakte persönliche Ersparnis lässt sich aus der Studie nicht ableiten

Die Berechnung des ICCT arbeitet mit europäischen Durchschnittswerten und Modellannahmen. Sie ist deshalb nicht mit einer individuellen Kostenrechnung für Deutschland gleichzusetzen. Der Bericht nennt für die zentrale 33-Prozent-Aussage keine einzelne Strompreis- und Benzinpreisannahme, die sich gleichermaßen auf alle EU-Staaten übertragen ließe. Für die Berechnungen verweist das ICCT unter anderem auf sein Roadmap-Modell.

Das ist für die Bewertung der Zahl entscheidend. Ein Fahrer, der überwiegend günstig zu Hause lädt, kann einen deutlich größeren Kostenvorteil erreichen als jemand, der regelmäßig Schnelllader ohne Vertrag nutzt. Umgekehrt verändern auch der tatsächliche Verbrauch eines Benziners, Kraftstoffpreise und die Fahrleistung das Ergebnis.

Hinzu kommt, dass die 33 Prozent auf Daten des Jahres 2025 beruhen. Die Kraftstoffpreise haben sich 2026 erheblich verändert. Nach Angaben des ICCT verteuerten sich die Energiekosten von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor Anfang 2026 infolge gestiegener Ölpreise je nach Markt um zwölf bis 36 Prozent, während die Kosten für Elektroautos weitgehend stabil geblieben seien. Einen neuen EU-weiten Jahreswert für 2026 nennt die Untersuchung jedoch nicht.

Kaufpreise von E-Autos nähern sich Verbrennern

Auch bei den Anschaffungskosten erkennt das ICCT eine deutliche Veränderung. Grundlage hierfür sind Preisdaten von rund 100.000 Fahrzeugen in Deutschland. Demnach erreichten batterieelektrische Modelle 2025 in den Segmenten Mittelklasse, obere Mittelklasse und Luxusklasse im Durchschnitt ein vergleichbares Preisniveau wie entsprechende Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Elektroautos inzwischen generell genauso günstig zu kaufen sind wie Benziner. Gerade bei kleinen und günstigeren Fahrzeugen ist das Angebot an Elektroautos nach Angaben des ICCT weiterhin geringer. 2025 waren in der EU etwa 35 batterieelektrische Modelle mit einem Preis von weniger als 30.000 Euro erhältlich.

Bemerkenswert ist zudem die längerfristige Preisentwicklung. Bereinigt um Inflation und Veränderungen der Fahrzeugeigenschaften wie die Reichweite sanken die Preise batterieelektrischer Autos in Deutschland nach ICCT-Berechnungen zwischen 2020 und 2025 um rund 18 Prozent. Bei Verbrennern errechnete die Organisation dagegen einen Anstieg um etwa zwei Prozent. Die weltweiten Batteriekosten gingen im gleichen Zeitraum inflationsbereinigt um rund 35 Prozent zurück.

Der nominale Medianpreis von Elektroautos stieg gleichzeitig. Das erklärt das ICCT unter anderem damit, dass sich das Modellangebot und die technischen Eigenschaften verändert haben. So nahm die durchschnittliche Reichweite der angebotenen Elektroautos innerhalb von fünf Jahren um ungefähr 30 Prozent zu.

Betriebskosten sind nicht dasselbe wie Gesamtkosten

Für Autokäufer ist deshalb eine klare Unterscheidung notwendig. Die Aussage, Elektroautos seien 33 Prozent günstiger, beschreibt nicht die vollständigen Kosten eines Fahrzeugbesitzes. Neben Strom oder Benzin gehören dazu unter anderem Anschaffung, Finanzierung, Versicherung, Wartung, Steuern und vor allem der Wertverlust.

Gerade der Wertverlust kann einen großen Einfluss darauf haben, welches konkrete Auto über mehrere Jahre günstiger ist. Die ICCT-Zahl lässt sich deshalb nicht pauschal auf jeden Modellvergleich übertragen. Sie zeigt vielmehr, dass batterieelektrische Fahrzeuge beim Energieverbrauch bereits einen strukturellen Kostenvorteil besitzen, dessen Größe stark vom Ladeverhalten abhängt.

Die Entwicklung bei den Kaufpreisen verändert zugleich die Ausgangslage. Wenn sich vergleichbare Elektroautos und Verbrenner schon beim Kaufpreis annähern, muss ein höherer Anschaffungspreis seltener erst über niedrigere Energiekosten ausgeglichen werden. Wie groß dieser Effekt für einen einzelnen Käufer ist, hängt weiterhin von Fahrzeugklasse, Modell, Fahrleistung und Lademöglichkeiten ab.

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