Eberhard Bezner ist tot: Der Unternehmer hinter dem Aufstieg von Olymp

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Symbolfoto

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Der frühere langjährige Chef des Hemdenherstellers OLYMP, Eberhard Bezner, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Unternehmer starb am Dienstag, 29. September 2026, zu Hause im Kreis seiner Familie. Bezner gehörte über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten des Familienunternehmens aus Bietigheim-Bissingen und war bis zuletzt Mitgesellschafter der OLYMP Bezner KG.

Der Tod von Eberhard Bezner beendet ein Unternehmerleben, das eng mit der Entwicklung des Hemdenherstellers verbunden war. Bereits als junger Mann übernahm er die Verantwortung für den Betrieb seines Vaters. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen von einem regional geprägten Hersteller zu einer international ausgerichteten Marke für Herrenmode.

Mit 24 Jahren übernimmt Bezner die Verantwortung für Olymp

Eberhard Bezner wurde am 31. Dezember 1935 in Stuttgart geboren. Sein Vater Eugen Bezner hatte das Unternehmen 1951 gegründet und zunächst Herrenhemden hergestellt. Nach seiner Schulzeit absolvierte Eberhard Bezner eine Ausbildung zum Textil- und Einzelhandelskaufmann in Ludwigsburg. Im September 1953 begann er im elterlichen Betrieb.

Eine entscheidende Zäsur folgte im Januar 1960. Firmengründer Eugen Bezner starb überraschend. Sein Sohn war damals erst 24 Jahre alt und übernahm die Verantwortung für das Unternehmen. In den folgenden Jahrzehnten bestimmte er die Entwicklung des Familienbetriebs maßgeblich.

Dabei musste sich OLYMP früh mit tiefgreifenden Veränderungen in der deutschen Textilindustrie auseinandersetzen. Ende der 1960er-Jahre wurde es zunehmend schwieriger, ausreichend Fachkräfte für die heimische Produktion zu finden. Teile der Fertigung wurden deshalb ins Ausland verlagert. Das letzte eigene Werk in Deutschland wurde 1980 verkauft.

Parallel entwickelte OLYMP sein Sortiment und seine Hemdentechnik weiter. Einen wichtigen Wachstumsschub brachte später die Businesshemd-Linie OLYMP Luxor. Eine bügelfreie und knitterarme Ausführung wurde ab Mitte der 1990er-Jahre zu einem wichtigen Produkt des Unternehmens.

Sohn Mark Bezner führt das Familienunternehmen weiter

Der Generationswechsel bei OLYMP wurde über Jahre vorbereitet. Eberhard Bezners Sohn Mark Bezner trat 1990 in das Unternehmen ein und übernahm zunächst Aufgaben in Marketing und Vertrieb. 1995 wurde er in die Geschäftsführung berufen. Später ging die operative Verantwortung vollständig auf die dritte Generation der Familie über.

Eberhard Bezner blieb dem Unternehmen jedoch als Gesellschafter verbunden. Die Firma feierte erst im September 2026 ihr 75-jähriges Bestehen. Aus dem ursprünglichen Hemdenspezialisten ist inzwischen ein Anbieter verschiedener Bereiche der Herrenmode geworden. Zum Sortiment gehören neben Hemden unter anderem Pullover, Poloshirts, T-Shirts, Hosen, Jacken und Accessoires.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte OLYMP einen Umsatz von 198 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 816 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Firmensitz befindet sich weiterhin in Bietigheim-Bissingen im Landkreis Ludwigsburg.

Bezner engagierte sich auch außerhalb des Unternehmens

Eberhard Bezner war nicht nur als Unternehmer aktiv. Von 1968 bis 2004 gehörte er dem Gemeinderat von Bietigheim-Bissingen an und war dort Mitglied der CDU-Fraktion. Zeitweise vertrat er ehrenamtlich den damaligen Oberbürgermeister Manfred List. Kurzzeitig gehörte Bezner außerdem dem Kreistag des Landkreises Ludwigsburg an.

Für sein gesellschaftliches und kommunalpolitisches Engagement erhielt er unter anderem die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg und das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 2013 wurde er zudem für sein Lebenswerk in der deutschen Hemdenindustrie ausgezeichnet.

Auch im sozialen Bereich hinterließ Bezner Spuren. Gemeinsam mit seinem Sohn Mark Bezner und seiner Tochter Birgit Bezner-Fischer gründete er 2008 die OLYMP-Bezner-Stiftung. Das private Stiftungskapital lag bei der Gründung bei einer Million Euro. Gefördert werden Projekte für die Bildung, Gesundheit und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen.

Sport, Musik und Gastronomie gehörten ebenfalls zu seinem Leben

Besonders eng war Bezners Verbindung zum Sport in Bietigheim-Bissingen. Er engagierte sich in verschiedenen Vereinen und unterstützte über viele Jahre den Handball. Auch die erfolgreichen Handballerinnen aus Bietigheim wurden durch OLYMP und Bezner persönlich gefördert.

Darüber hinaus initiierte er das Festival „Jazz im OLYMP“, das seit 2001 auf dem Firmengelände stattfindet und dessen Einnahmen sozialen Projekten zugutekommen. Noch im Juni 2026 war die Veranstaltung anlässlich des 75-jährigen Firmenjubiläums erneut ausgerichtet worden.

2010 eröffnete Bezner außerdem das Hotel und Restaurant „Eberhards“ in Bietigheim-Bissingen. Damit erweiterte er sein unternehmerisches Engagement über die Textilbranche hinaus.

Mit dem Tod von Eberhard Bezner verliert OLYMP eine Persönlichkeit, die die Geschichte des Unternehmens über mehrere Generationen begleitet und wesentlich geprägt hat. Vom Einstieg als junger Mitarbeiter über die Übernahme der Firmenleitung mit 24 Jahren bis zur Übergabe an seinen Sohn war sein Berufsleben mehr als sieben Jahrzehnte mit dem Familienunternehmen verbunden.

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