Berufseinstieg wird schwieriger: Weniger Stellen, höhere Anforderungen durch KI

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Einstieg ins Berufsleben ist in Deutschland deutlich schwieriger geworden. Seit 2022 ist das Angebot an Stellen für Berufsanfänger stark zurückgegangen, während Unternehmen zunehmend Kenntnisse im Umgang mit künstlicher Intelligenz verlangen. Besonders betroffen sind klassische Bürotätigkeiten, Marketing und IT-Berufe. Eine neue Untersuchung zeigt allerdings, dass die schwache Wirtschaftsentwicklung für die Beschäftigung junger Menschen bislang schwerer wiegt als der Einfluss von KI.

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Stellenangebote für Berufseinsteiger seit 2022 stark gesunken

Die Zahl der Einstiegsjobs in Deutschland ist nach einer Untersuchung der Jobplattform Indeed seit ihrem Höchststand im Juli 2022 um mehr als zwei Drittel zurückgegangen. Im Juli 2026 lag das Angebot bereits 46 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2019. Der gesamte Stellenmarkt entwickelte sich deutlich weniger negativ. Hier lag der Rückgang gegenüber dem Höchststand von 2022 bei rund 38 Prozent.

Die Entwicklung betrifft nahezu alle untersuchten Berufsgruppen. In 26 von 28 Bereichen ging das Angebot an Einstiegspositionen zurück. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei IT-Anwendungen und IT-Lösungen mit 77 Prozent aus. Im Marketing wurden 75 Prozent weniger entsprechende Stellen ausgeschrieben, im Projektmanagement waren es 60 Prozent weniger.

Die Analyse berücksichtigt Stellenanzeigen, deren Titel ausdrücklich auf Berufseinsteiger ausgerichtet sind. Dazu gehören beispielsweise Juniorpositionen und Traineestellen. Sie bildet damit nicht sämtliche Beschäftigungsmöglichkeiten für Hochschulabsolventen ab.

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Unternehmen verlangen zunehmend KI-Kenntnisse

Während klassische Einstiegspositionen seltener werden, verändern sich die Anforderungen der Arbeitgeber. Eine Auswertung von mehr als 5,6 Millionen Stellenanzeigen durch Stepstone zeigt, dass Kenntnisse im Bereich künstlicher Intelligenz erheblich an Bedeutung gewonnen haben.

Im Jahr 2019 enthielten durchschnittlich 0,85 Prozent der untersuchten Stellenanzeigen eine entsprechende Anforderung. Im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits 2,62 Prozent. Allein im Juni erreichte der Anteil 3,49 Prozent.

Besonders stark wächst die Nachfrage in wissensintensiven Berufen. Im Marketing stieg der Anteil KI-bezogener Stellenanzeigen von 2,2 Prozent im Jahr 2023 auf 7,2 Prozent im Jahr 2025. Auch in der IT, den Medien und der Unternehmenskommunikation werden solche Fähigkeiten häufiger gesucht.

Dabei geht es zunehmend um den Einsatz generativer KI. Im ersten Halbjahr 2026 enthielten 17 Prozent der KI-bezogenen Stellenanzeigen entsprechende Anforderungen. Im Jahr 2023 waren es lediglich 3,6 Prozent.

Neue IAB-Studie zeigt Unterschiede zwischen Jung und Alt

Wie stark künstliche Intelligenz tatsächlich auf die Beschäftigung wirkt, hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung untersucht. Die am Dienstag, 13. Oktober 2026, veröffentlichten Ergebnisse beruhen auf Beschäftigungsdaten von durchschnittlich rund 22,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten.

Demnach entwickelte sich die Beschäftigung in Berufen mit hohem Potenzial für den Einsatz künstlicher Intelligenz seit 2022 insgesamt günstiger als in weniger betroffenen Tätigkeiten.

Bei den 20- bis 29-Jährigen zeigte sich dagegen eine andere Entwicklung. In stark KI-beeinflussten Berufen sank die Vollzeitbeschäftigung bis 2025 um 3,8 Prozent. In weniger stark betroffenen Berufen lag der Rückgang bei 2,6 Prozent.

Damit ergibt sich ein Unterschied von 1,2 Prozentpunkten. Werden weitere Einflussfaktoren berücksichtigt, lässt sich für diese Altersgruppe allerdings kein statistisch gesicherter negativer KI-Effekt nachweisen.

Bei Beschäftigten ab 30 Jahren fällt die Bilanz deutlich günstiger aus. Besonders in den Altersgruppen von 30 bis 39 Jahren und von 40 bis 64 Jahren entwickelte sich die Beschäftigung in stärker KI-beeinflussten Berufen besser.

Wirtschaftsschwäche belastet junge Beschäftigte stärker

Die schwache Konjunktur gilt nach der IAB-Untersuchung als wesentlich bedeutenderer Faktor für die rückläufige Beschäftigung junger Menschen. In Berufen wirtschaftlich schwächelnder Sektoren sank die Beschäftigung der 20- bis 29-Jährigen zwischen 2022 und 2025 um 4,2 Prozent.

Hinweise auf einen negativen Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz fanden die Forscher insbesondere im verarbeitenden Gewerbe und in nichtakademisch geprägten Berufen. Für akademisch geprägte Tätigkeiten ließ sich ein entsprechender statistisch belastbarer Zusammenhang dagegen nicht feststellen.

Auch die Indeed-Auswertung spricht gegen eine einfache Erklärung durch KI. Der Rückgang der Einstiegsstellen setzte bereits im Frühjahr 2022 ein, mehrere Monate bevor ChatGPT im November desselben Jahres veröffentlicht wurde. Die schlechteren Beschäftigungsaussichten lassen sich deshalb nicht allein auf die Verbreitung generativer KI zurückführen.

Ausbildungsplätze entwickeln sich deutlich stabiler

Nicht alle Bereiche des Arbeitsmarktes sind gleichermaßen betroffen. Laut Indeed nahm das Angebot an Einstiegsstellen in Pflege, Medizin und Pharmazie seit 2022 um 18 Prozent zu. Auch im Bereich Lebensmittel, Gastronomie und Hotellerie gab es mit zehn Prozent einen Zuwachs.

Deutlich robuster als klassische Einstiegsstellen entwickelte sich außerdem das Angebot an Ausbildungsplätzen. Einschließlich dualer Studiengänge lag es in der Saison 2025/2026 durchschnittlich rund 50 Prozent über dem Niveau von 2019.

Damit verläuft die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt zunehmend unterschiedlich. Während der Einstieg in zahlreiche Büro- und Wissensberufe schwieriger wird, bieten andere Berufsfelder weiterhin Beschäftigungsmöglichkeiten. Gleichzeitig gewinnen digitale Kompetenzen an Bedeutung, auch wenn sich ein flächendeckender Stellenabbau durch künstliche Intelligenz bislang nicht nachweisen lässt.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu