
Fünf neue Dokumentationen, vier Länder und zahlreiche außergewöhnliche Bahnstrecken: Der Fernsehsender 3sat widmet sein Programm am Sonntag, 1. November 2026, internationalen Eisenbahnreisen. Im Mittelpunkt des Thementags „Auf Schienen um die Welt“ stehen fünf Filme der SWR-Reihe „Eisenbahn-Romantik“, die der Sender am späten Nachmittag und frühen Abend als Erstausstrahlungen präsentiert. Die Neuproduktionen führen nach Japan, Estland, Mexiko und Spanien. Für die traditionsreiche Dokumentationsreihe haben die Ausstrahlungen eine besondere Bedeutung, denn der Südwestrundfunk hat beschlossen, keine weiteren Folgen mehr zu produzieren.
Die fünf neuen Dokumentationen werden am Sonntag unmittelbar hintereinander gezeigt. Den Auftakt macht um 17:45 Uhr ein Film über die japanische Insel Hokkaido. Anschließend folgt eine weitere Reise über die Nordinsel Japans. Ab 18:45 Uhr stehen Estland, Mexiko und die spanische Costa Blanca auf dem Programm.
Die Sendetermine im Überblick:
| Uhrzeit | Dokumentation | Film von |
|---|---|---|
| 17:45 Uhr | Hokkaido: Von Hakodate nach Sapporo | Harald Kirchner |
| ca. 18:15 Uhr | Japans Nordinsel: Einmal quer durch Hokkaido | Harald Kirchner |
| 18:45 Uhr | Auf der Baltischen Eisenbahn durch Estland | Alexander Schweitzer |
| 19:15 Uhr | Tren Maya: Unterwegs in Mexiko | Alexander Schweitzer |
| 19:45 Uhr | Die Costa Blanca: Wie sie Lokführer sehen | Kirsten Ruppel |
Alle fünf Dokumentationen dauern jeweils rund 29 Minuten. Im regulären Fernsehprogramm sind dafür ungefähr halbstündige Sendeplätze vorgesehen. Nach den neuen Folgen setzt 3sat den Eisenbahntag mit weiteren Reiseberichten und einem Spielfilm fort.
Die beiden ersten Dokumentationen stammen von Harald Kirchner und führen auf die japanische Nordinsel Hokkaido. Dort verbinden Eisenbahnen große Städte, Küstenregionen und dünn besiedelte Landschaften. Gleichzeitig stellen die langen Winter mit erheblichen Schneemengen besondere Anforderungen an den Bahnverkehr.
Der erste Film beginnt in der Hafenstadt Hakodate. Von dort führt die Reise zunächst mit einem Ausflugszug nach Kikonai. Zahlreiche Streckenabschnitte verlaufen unmittelbar an der Küste. Unterwegs begegnet das Filmteam auch regionalen kulinarischen Traditionen rund um den Bahnverkehr.
Anschließend geht es mit einem Diesel-Express in Richtung Sapporo. Die Strecke führt unter anderem durch die Landschaft des Onuma-Quasi-Nationalparks, der für seine Seen bekannt ist. Ziel der Reise ist die Millionenstadt Sapporo, eines der wichtigsten Verkehrszentren auf Hokkaido.
Der zweite Film nimmt die Zuschauer von Sapporo aus mit auf eine Reise quer über die Insel. Eine Station ist die Hafenstadt Otaru, deren Eisenbahnmuseum unter anderem eine umfangreiche Sammlung historischer Schneeräumtechnik besitzt.
Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich mit dem Lavendel-Express, der während der sommerlichen Blütezeit zu den Blumenfeldern von Furano fährt. Im Inneren Hokkaidos prägen Wälder und abgelegene Bahnstrecken das Bild. Besondere Schutzbauten sollen dort verhindern, dass Schneeverwehungen den Zugverkehr beeinträchtigen. Die Reise führt schließlich bis in die östliche Küstenregion nach Akkeshi.
Um 18:45 Uhr steht die Dokumentation „Auf der Baltischen Eisenbahn durch Estland“ auf dem Programm. Filmautor Alexander Schweitzer begleitet eine Bahnreise durch das baltische Land, das zu den am dünnsten besiedelten Staaten Europas gehört.
Die Route beginnt in Paldiski an der Ostseeküste und führt über Tallinn weiter nach Osten bis Narwa an der russischen Grenze. Anschließend geht es über Tartu in Richtung Valga an der Grenze zu Lettland.
Neben der Eisenbahn beschäftigt sich die Dokumentation mit der Geschichte und Kultur Estlands. Dazu gehören die mittelalterliche Altstadt von Tallinn, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, sowie die Landschaften im Osten des Landes.
Auch der Nationalpark Alutaguse, in dessen Wäldern Braunbären leben, spielt eine Rolle. Die Reise verbindet damit technische Einblicke in den Bahnverkehr mit historischen und landschaftlichen Besonderheiten des Baltikums.
Ein weiteres Ziel des Thementags ist Mexiko. Um 19:15 Uhr zeigt 3sat die Dokumentation „Tren Maya: Unterwegs in Mexiko“ von Alexander Schweitzer.
Im Mittelpunkt steht die neue Eisenbahnverbindung auf der Halbinsel Yucatán. Der Tren Maya erschließt verschiedene Regionen im Südosten Mexikos und verbindet unter anderem die Gegend um San Francisco de Campeche mit Cancún und weiteren Orten an der Riviera Maya.
Ein erster Teil des insgesamt rund 1.500 Kilometer umfassenden Bahnprojekts wurde im Dezember 2023 eröffnet. Der Film stellt die Eisenbahn als Verbindung zwischen touristischen Sehenswürdigkeiten, historischen Orten und regionalen Zentren vor.
Zu den Stationen der Reise gehört Mérida, eine bedeutende Stadt auf Yucatán. Außerdem werden die archäologischen Stätten von Chichén Itzá und die landschaftlichen Besonderheiten der Halbinsel thematisiert. Dazu zählen die für die Region charakteristischen Cenoten, natürliche Wasserbecken im Kalksteingestein.
Mit dem Bahnprojekt sind auch wirtschaftliche Entwicklungsziele verbunden. Die mexikanische Regierung verspricht sich davon Impulse für Tourismus und regionale Infrastruktur. Welche langfristigen wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen das Projekt tatsächlich hat, lässt sich daraus jedoch nicht abschließend ableiten.
Den Abschluss der fünf neuen Dokumentationen bildet um 19:45 Uhr „Die Costa Blanca: Wie sie Lokführer sehen“. Der Film von Kirsten Ruppel beschäftigt sich mit drei Bahnstrecken an der spanischen Mittelmeerküste und im angrenzenden Hinterland.
Eine der Strecken führt von Alicante nach Benidorm. Dort verlaufen Teile der Bahnverbindung entlang der Küste. Weitere Aufnahmen entstehen auf dem Weg nach Dénia, wo Brücken und eindrucksvolle Ausblicke auf die Landschaft eine besondere Rolle spielen.
Auch die Geschichte des Limón-Express, eines frühen spanischen Nostalgiezuges, wird aufgegriffen. Darüber hinaus geht es um die Strecke über Elche und Torrellano nach Alicante, auf der charakteristische Dieseltriebzüge eingesetzt wurden.
Die Dokumentation stellt die Perspektive der Menschen in den Vordergrund, die täglich auf diesen Strecken arbeiten. Neben den technischen Besonderheiten werden dadurch auch persönliche Verbindungen zur Eisenbahngeschichte der Region sichtbar.
Die Ausstrahlung der fünf Filme fällt in eine besondere Phase der SWR-Reihe „Eisenbahn-Romantik“. Der öffentlich-rechtliche Sender hat entschieden, die Produktion neuer Folgen einzustellen. Zur Begründung verwies der SWR auf Sparmaßnahmen sowie auf Veränderungen bei der Mediennutzung.
Die Reihe gehörte über mehr als drei Jahrzehnte zum Programm des Senders. Ihre Themen reichten von historischen Dampflokomotiven und Museumsbahnen bis zu modernen Bahnverbindungen in Europa, Asien und anderen Teilen der Welt.
Der SWR produzierte 2025 noch mehrere neue Filme, darunter die jetzt bei 3sat gezeigten Ausgaben über Japan, Mexiko und Spanien. Der Sender hat außerdem angekündigt, dass die Marke „Eisenbahn-Romantik“ erhalten bleiben soll. Ältere Ausgaben werden weiterhin ausgestrahlt und in der ARD Mediathek angeboten.
Für Zuschauer bedeutet das Ende der Neuproduktionen deshalb nicht, dass die zahlreichen bereits entstandenen Eisenbahndokumentationen vollständig aus dem Fernsehprogramm verschwinden.
Wer die fünf neuen Filme nicht zur jeweiligen Sendezeit verfolgen kann, hat eine digitale Alternative. Nach den Angaben von 3sat sind die Dokumentationen ab dem 1. November 2026 in der 3sat-Mediathek verfügbar. Als Enddatum ist für alle fünf Ausgaben der 31. Oktober 2028 angegeben.
Auch in der ARD Mediathek bleibt „Eisenbahn-Romantik“ mit einem umfangreichen Angebot vertreten. Der SWR verweist auf mehr als 1.000 online verfügbare Folgen der Reihe. Die jeweiligen Verfügbarkeitsfristen können sich zwischen den Plattformen unterscheiden.
Der Thementag selbst umfasst darüber hinaus zahlreiche ältere Bahnfilme. Bereits am Vormittag und Nachmittag stehen Strecken in europäischen Ländern sowie in Afrika und Asien auf dem Programm.
Um 20:15 Uhr folgt schließlich die Free-TV-Premiere des britischen Fernsehfilms „Eine Dame verschwindet – The Lady Vanishes“ aus dem Jahr 2013. Der Film erzählt von einer jungen Frau, die während einer Zugreise auf dem Balkan das rätselhafte Verschwinden einer Mitreisenden bemerkt. Regie führte Diarmuid Lawrence. Damit führt 3sat das Eisenbahnthema am Abend auch im fiktionalen Programm fort.
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