
Der Preisunterschied zwischen Elektroautos und Verbrennern ist auf dem deutschen Neuwagenmarkt im September wieder kleiner geworden. Bei den jeweils 25 meistverkauften Modellen lagen reine Elektroautos im Durchschnitt noch 2.124 Euro über vergleichbaren Durchschnittswerten der Verbrennergruppe. Zugleich stiegen die Preisnachlässe für Stromer wieder. Die Entwicklung trifft auf einen Markt, in dem Elektroautos deutlich stärker nachgefragt werden als noch vor einem Jahr und hohe Kraftstoffpreise die Kostenrechnung vieler Autokäufer verändern.
Nach Berechnungen des privaten Center Automotive Research, kurz CAR, verringerte sich der durchschnittliche Preisabstand im September gegenüber August um 125 Euro. Im Juli hatte er noch bei 2.363 Euro gelegen. Im Dezember 2025 waren Elektroautos in der Untersuchung allerdings nur 1.328 Euro teurer gewesen. Der aktuelle Abstand liegt damit weiterhin fast 800 Euro über diesem Wert.
Im längerfristigen Vergleich hat sich die Differenz dennoch erheblich reduziert. Im Oktober 2024 hatte CAR noch einen Abstand von mehr als 6.500 Euro ermittelt. In früheren Jahren waren Elektroautos teilweise um rund 15.000 Euro teurer als Verbrenner.
Die Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass ein bestimmtes Elektroauto grundsätzlich nur noch rund 2.100 Euro mehr kostet als dasselbe Modell mit Benzinmotor. CAR vergleicht die jeweils 25 meistverkauften Elektroautos und Verbrenner. Veränderungen in der Zusammensetzung dieser Modellgruppen können daher ebenfalls Einfluss auf den Durchschnitt haben.
Auffällig ist vor allem die Entwicklung der Nachlässe. Bei den 25 meistverkauften Elektroautos stieg der durchschnittliche Rabatt im September laut CAR auf 17,9 Prozent. Im August hatte er noch 17,4 Prozent betragen. Damit nahm der Preiswettbewerb bei Stromern nach einer Phase rückläufiger Nachlässe wieder zu.
CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer führt die Entwicklung unter anderem auf neue und preisgünstigere Elektroautos zurück. Modelle wie der neue Volkswagen ID. Polo erhöhten demnach den Wettbewerbsdruck auf bereits länger angebotene elektrische Kleinwagen. Volkswagen bietet den ID. Polo inzwischen zu einem Listenpreis ab 24.995 Euro an.
Die Untersuchung arbeitet mit sogenannten Transaktionspreisen. Dabei werden von den Listenpreisen die im Internet und bei Vermittlern ermittelten Rabatte abgezogen. Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos wird in diesen Preisen nicht berücksichtigt. Der tatsächliche finanzielle Aufwand förderberechtigter Privatkunden kann deshalb nochmals niedriger liegen.
Seit Anfang 2026 fördert der Bund den Kauf und das Leasing neuer Elektroautos wieder. Für reine batterieelektrische Fahrzeuge beträgt die Basisförderung 3.000 Euro. Abhängig von Einkommen und Zahl der Kinder kann der Zuschuss auf bis zu 6.000 Euro steigen. Für förderfähige Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender gelten niedrigere Beträge.
Grundsätzlich liegt die Einkommensgrenze bei 80.000 Euro zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen. Für bis zu zwei Kinder erhöht sie sich jeweils um 5.000 Euro. Damit kann sie bei Familien mit mindestens zwei Kindern bis zu 90.000 Euro erreichen. Für das Programm stellt der Bund von 2026 bis 2029 insgesamt drei Milliarden Euro bereit. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums sollen die Mittel für voraussichtlich rund 800.000 Fahrzeuge reichen.
Da CAR diese Förderung nicht in seinen Preisvergleich einrechnet, kann der individuelle Abstand zwischen einem förderfähigen Elektroauto und einem Verbrenner deutlich geringer ausfallen als die genannten 2.124 Euro.
Parallel zu den sinkenden Preisabständen wächst der Absatz von Elektroautos in Deutschland kräftig. Im September wurden nach Daten von VDA und Kraftfahrt-Bundesamt 88.599 reine Batterieautos neu zugelassen. Das waren rund 95 Prozent mehr als im September 2025. Ihr Anteil am gesamten Pkw-Neuwagenmarkt lag bei rund 34,5 Prozent. Insgesamt kamen 256.774 neue Pkw auf die Straße.
Zusammen mit Plug-in-Hybriden erreichten elektrifizierte Fahrzeuge einen Anteil von 45,3 Prozent an allen Neuzulassungen. Seit Jahresbeginn wurden bis Ende September gut 604.000 reine Elektroautos zugelassen, 58 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.
Auch europaweit wächst die Bedeutung batterieelektrischer Fahrzeuge. In den ersten acht Monaten 2026 kamen sie in der Europäischen Union auf einen Marktanteil von 21,7 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es 15,8 Prozent. In Deutschland stiegen die BEV-Neuzulassungen in diesem Zeitraum nach ACEA-Angaben um 53,1 Prozent.
Zusätzlich hat sich der Kostendruck beim Tanken deutlich erhöht. Nach Angaben des ADAC war der September 2026 der bislang teuerste Tankmonat in Deutschland. Super E10 kostete im Monatsdurchschnitt 2,266 Euro je Liter, Diesel 2,386 Euro. Gegenüber August verteuerte sich Benzin damit um knapp zwölf Cent und Diesel um rund 16 Cent je Liter.
Dudenhöffer hatte die zeitweise sinkenden Rabatte bei Elektroautos unter anderem damit erklärt, dass hohe Kraftstoffpreise und die neue staatliche Förderung Stromer attraktiver machten und Hersteller deshalb weniger zusätzliche Kaufanreize geben mussten. Im September setzte nun wieder eine gegenläufige Rabattentwicklung ein. CAR sieht den wachsenden Wettbewerb durch neue und günstigere Modelle als einen wesentlichen Faktor.
Damit nähern sich die Anschaffungskosten von Elektroautos und Verbrennern erneut an. Ob sich der Abstand weiter verkleinert, hängt unter anderem von den angebotenen Modellen, Herstelleraktionen und der weiteren Preisentwicklung auf dem Neuwagenmarkt ab.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu