
Der Anteil rein batterieelektrischer Autos an den Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat wurden im vergangenen Jahr rund 1,89 Millionen neue batterieelektrische Pkw registriert. Bei insgesamt knapp 10,94 Millionen erfassten Pkw-Neuzulassungen entspricht das einem Anteil von rund 17,3 Prozent. Gegenüber 2024 nahm die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos um 29,7 Prozent zu.
Auch die Daten des europäischen Herstellerverbands ACEA zeigen nahezu dasselbe Bild. ACEA kommt aufgrund etwas anderer Datengrundlagen auf 1,88 Millionen batterieelektrische Neuwagen und einen Marktanteil von 17,4 Prozent für 2025. Im Jahr zuvor hatte der Anteil nach ACEA-Berechnung bei 13,6 Prozent gelegen. Die Unterschiede zwischen den Datensätzen ändern damit nichts an der grundsätzlichen Entwicklung.
Noch vor wenigen Jahren spielten reine Elektroautos bei den europäischen Neuzulassungen statistisch nur eine Nebenrolle. Nach Eurostat lag ihr Anteil bis einschließlich 2018 bei weniger als einem Prozent. 2020 waren es bereits 5,3 Prozent, 2021 9,0 Prozent und 2022 12,1 Prozent. 2023 stieg der Anteil auf 14,6 Prozent, bevor er 2024 vorübergehend auf 13,6 Prozent zurückging. Mit rund 17,3 Prozent wurde 2025 anschließend ein neuer Höchststand erreicht.
Über einen längeren Zeitraum wird der Wandel noch deutlicher. Eine Eurostat-Auswertung für 20 EU-Staaten, die 2024 zusammen 93 Prozent aller EU-Neuzulassungen ausmachten, zeigt zwischen 2014 und 2024 einen Anstieg des Elektroanteils von 0,3 auf 13,9 Prozent. In absoluten Zahlen wurden in diesen Ländern 2024 rund 45-mal so viele batterieelektrische Autos neu zugelassen wie zehn Jahre zuvor.
Die Zahlen zu Elektroautos in der EU 2025 zeigen zugleich, dass sich die Umstellung innerhalb Europas sehr unterschiedlich schnell vollzieht.
In Deutschland wurden 2025 insgesamt 545.142 rein batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Ihr Anteil an den 2,86 Millionen Pkw-Neuzulassungen lag bei 19,1 Prozent und damit über dem EU-Durchschnitt. Gegenüber 2024 stieg die Zahl der Elektro-Neuzulassungen in Deutschland um 43,2 Prozent. Damals hatte der Marktanteil bei 13,5 Prozent gelegen.
Der Vergleich mit 2023 relativiert allerdings einen Teil dieses starken Jahreszuwachses. Bereits damals waren in Deutschland 524.219 reine Elektroautos neu zugelassen worden, ihr Anteil hatte bei 18,4 Prozent gelegen. Nach dem Ende des damaligen Umweltbonus war der deutsche Elektroautomarkt 2024 deutlich zurückgegangen und erholte sich 2025 wieder.
Besonders weit fortgeschritten ist die Umstellung in Dänemark. Dort wurden nach den für 2025 vorliegenden Daten mehr als 126.000 batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Der Elektroanteil lag damit bei rund 68 Prozent aller neuen Pkw. Daten der Europäischen Beobachtungsstelle für alternative Kraftstoffe weisen für das Gesamtjahr einen BEV-Anteil von 68,5 Prozent aus.
Auch mehrere andere Staaten lagen weit über dem EU-Durchschnitt. In den Niederlanden erreichten reine Elektroautos nach ACEA-Daten rund 40 Prozent der Neuzulassungen. Malta kam nach den Eurostat-Zahlen auf rund 38 Prozent, Finnland auf etwa 37 Prozent und Schweden auf rund 36 Prozent. Belgien lag ebenfalls deutlich über 30 Prozent.
Am anderen Ende der Skala stand Kroatien mit einem Anteil von knapp zwei Prozent. Auch in der Slowakei und Bulgarien blieb der Anteil reiner Elektroautos 2025 bei rund fünf Prozent oder darunter. Die Unterschiede zeigen, wie stark nationale Steuern, Förderprogramme, Fahrzeugpreise und Ladeinfrastruktur den jeweiligen Markt beeinflussen können. Eurostat nennt solche staatlichen Anreize und die verfügbare Ladeinfrastruktur ausdrücklich als Faktoren für die unterschiedlichen Entwicklungen zwischen den Ländern.
Der Wandel des europäischen Automarktes beschränkt sich nicht auf reine Elektroautos. Besonders stark haben auch Hybridantriebe zugelegt. Eurostat registrierte 2025 rund 1,03 Millionen neue Plug-in-Hybride. Das waren 34,2 Prozent mehr als 2024. Die Zahl neu zugelassener Hybride ohne externe Lademöglichkeit stieg um 13,4 Prozent auf rund 3,62 Millionen. Insgesamt kamen damit rund 4,6 Millionen neue Hybridfahrzeuge auf die Straßen der EU.
Nach der Systematik des Herstellerverbands ACEA entfielen 2025 allein auf Hybridfahrzeuge ohne Plug-in-Antrieb 34,5 Prozent der EU-Neuzulassungen. Plug-in-Hybride erreichten weitere 9,4 Prozent. Damit waren elektrifizierte Antriebe in unterschiedlichen Ausprägungen inzwischen ein zentraler Teil des europäischen Neuwagenmarktes.
Gleichzeitig verloren klassische Verbrenner Marktanteile. Eurostat zählte 2025 rund 2,98 Millionen neu zugelassene reine Benziner, 18,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei reinen Diesel-Pkw ging die Zahl um 22,0 Prozent auf rund 1,07 Millionen zurück. ACEA beziffert den gemeinsamen Marktanteil von Benzin- und Dieselfahrzeugen für 2025 auf 35,5 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 45,2 Prozent gewesen.
Für die langfristige Entwicklung des Marktes spielen die europäischen CO2-Flottengrenzwerte eine wichtige Rolle. Nach dem derzeit geltenden EU-Recht müssen die durchschnittlichen CO2-Emissionen neuer Pkw ab 2030 deutlich sinken. Für Neuwagen gilt nach der bestehenden Verordnung ab 2035 ein EU-weites Reduktionsziel von 100 Prozent gegenüber dem Referenzwert. Praktisch bedeutet dies für die betroffenen Neuwagen derzeit eine Vorgabe von null Gramm CO2 am Auspuff.
Diese Regelung ist allerdings politisch wieder in Bewegung geraten. Die EU-Kommission legte im Dezember 2025 einen Änderungsvorschlag vor. Danach soll das Ziel für 2035 von einer vollständigen Reduktion der Auspuffemissionen auf 90 Prozent abgesenkt werden. Die restlichen zehn Prozent sollen Hersteller nach dem Vorschlag unter bestimmten Voraussetzungen über Gutschriften etwa für CO2-ärmeren Stahl sowie nachhaltige Kraftstoffe ausgleichen können. Dadurch könnten nach Darstellung der Kommission auch Plug-in-Hybride, Fahrzeuge mit Range Extender sowie bestimmte Autos mit Verbrennungsmotor nach 2035 weiterhin eine Rolle spielen.
Beschlossen ist diese Änderung bislang nicht. Die Mitgliedstaaten beraten den Vorschlag weiterhin. Beim Treffen der EU-Umweltminister am 25. Juni 2026 gehörten gerade die Emissionsziele für 2030 und 2035 sowie die vorgesehenen Ausnahmen und Gutschriften zu den noch offenen Punkten. Damit gilt zunächst weiter die bestehende 100-Prozent-Vorgabe für 2035, solange Parlament und Rat keiner Änderung zustimmen.
Bereits beschlossen wurde eine andere Entlastung für die Autohersteller. Die CO2-Vorgaben für die Jahre 2025 bis 2027 können über einen Dreijahresdurchschnitt erfüllt werden, statt jedes Jahr isoliert betrachtet zu werden. An der langfristigen gesetzlichen Zielvorgabe für 2035 änderte diese 2025 beschlossene Flexibilisierung zunächst nichts.
Der Rekordwert von 2025 zeigt damit eine deutliche Verschiebung des europäischen Neuwagenmarktes, aber keine einheitliche Entwicklung. Während reine Elektroautos EU-weit erstmals deutlich mehr als ein Sechstel aller Neuzulassungen ausmachten und in einzelnen Ländern bereits die Mehrheit stellen, bleiben ihre Marktanteile in anderen Mitgliedstaaten einstellig. Parallel wachsen Hybridantriebe weiter und klassische Benzin- und Dieselmodelle verlieren an Bedeutung.






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