
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat seinen Umsatz im dritten Quartal 2026 um 39 Prozent auf 24,4 Milliarden Dollar gesteigert. Besonders die hohe Nachfrage nach Medikamenten gegen Diabetes und starkes Übergewicht sorgte für das Wachstum. Das Unternehmen erhöhte am Donnerstag, 29. Oktober, seine Umsatzprognose für das laufende Jahr deutlich. An der Börse reagierten Anleger zunächst mit Kursgewinnen. Gleichzeitig belasteten hohe Kosten für Übernahmen und Forschungsprojekte die Gewinnentwicklung.
Die wichtigsten Umsatztreiber bleiben die Medikamente Mounjaro und Zepbound. Beide enthalten den Wirkstoff Tirzepatid, der zur Behandlung von Typ-2-Diabetes beziehungsweise Adipositas eingesetzt wird.
Mit Mounjaro erzielte Eli Lilly im dritten Quartal einen weltweiten Umsatz von 10,7 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg um 65 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zepbound brachte weitere 5,35 Milliarden Dollar ein, rund 49 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Zusammen erwirtschafteten die beiden Präparate damit mehr als 16 Milliarden Dollar und rund zwei Drittel des gesamten Konzernumsatzes.
Das Umsatzwachstum beruhte vor allem auf höheren Absatzmengen. Nach Unternehmensangaben stiegen diese konzernweit um 53 Prozent. Gleichzeitig gingen die tatsächlich erzielten Verkaufspreise um 15 Prozent zurück. Das zeigt, dass die wachsende Nachfrage zunehmend mit niedrigeren Durchschnittspreisen einhergeht.
Nach den starken Quartalszahlen rechnet Eli Lilly für das Gesamtjahr 2026 nun mit Erlösen zwischen 91 und 92 Milliarden Dollar. Bisher hatte der Konzern 85 bis 87 Milliarden Dollar erwartet. Der Mittelwert der Umsatzprognose wurde damit um 5,5 Milliarden Dollar angehoben.
Der Nettogewinn stieg im dritten Quartal um 16 Prozent auf rund 6,45 Milliarden Dollar. Der ausgewiesene Gewinn je Aktie erhöhte sich ebenfalls um 16 Prozent auf 7,22 Dollar. Auf bereinigter Basis erreichte das Ergebnis je Aktie 7,48 Dollar.
Allerdings senkte Eli Lilly seine Prognose für den bereinigten Jahresgewinn je Aktie von bislang 35,50 bis 36,50 Dollar auf 35 bis 36 Dollar.
Hintergrund sind hohe Aufwendungen für erworbene Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Diese belasteten das Quartalsergebnis mit umgerechnet 4,57 Dollar je Aktie. Ohne diese Belastungen hätte sich die zugrunde liegende Gewinnerwartung nach Unternehmensangaben deutlich verbessert.
Zudem enthielt der Quartalsumsatz positive Sondereffekte von insgesamt rund 900 Millionen Dollar, darunter 410 Millionen Dollar aus vereinbarten Meilensteinzahlungen im Zusammenhang mit dem Diabetesmedikament Jardiance und günstige Anpassungen bei Rabatt- und Erstattungsschätzungen.
Die starken Geschäftszahlen sorgten zunächst für eine positive Reaktion am Aktienmarkt. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Donnerstag um 11:46 Uhr MEZ, dass die Eli Lilly Aktie im US-Vorbörsenhandel um knapp fünf Prozent auf ungefähr 1.350 Dollar gestiegen sei.
Zum Vergleich: Am Mittwoch, 28. Oktober, hatte das Papier den regulären Handel an der New York Stock Exchange bei 1.288,30 Dollar beendet.
Bereits im Oktober hatte die Aktie neue historische Höchststände erreicht. Ob die Kursgewinne nach den Quartalszahlen zu einem weiteren Rekord im regulären US-Handel führen, war am Donnerstagmittag noch offen. Die New Yorker Börse öffnet an diesem Tag um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit.
Mit der starken Nachfrage nach seinen Diabetes- und Adipositasmedikamenten festigt Eli Lilly seine Position im Wettbewerb mit dem dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk.
Novo Nordisk vertreibt unter anderem die Präparate Ozempic und Wegovy mit dem Wirkstoff Semaglutid. Beide Unternehmen konkurrieren auf dem internationalen Markt für sogenannte GLP-1-Medikamente, die unter anderem den Blutzuckerspiegel regulieren und das Körpergewicht reduzieren können.
Novo Nordisk hatte für das zweite Quartal 2026 ein bereinigtes Umsatzwachstum von sieben Prozent bei konstanten Wechselkursen gemeldet. Die Zahlen für die ersten neun Monate des Jahres will das Unternehmen am 4. November veröffentlichen. Ein unmittelbarer Vergleich der beiden Konzerne für das dritte Quartal liegt damit noch nicht vor.
Ein weiteres Wettbewerbsfeld sind Medikamente zur Gewichtsreduktion in Tablettenform. Eli Lilly erzielte mit seinem neuen Präparat Foundayo im dritten Quartal einen Umsatz von 184 Millionen Dollar. Das Mittel konkurriert insbesondere mit der Tablettenversion von Wegovy aus dem Hause Novo Nordisk.
Die Entwicklung dieser Produkte könnte künftig eine größere Rolle spielen, weil sie eine Alternative zu den bisher besonders umsatzstarken Injektionen darstellen.
Die Quartalszahlen verdeutlichen, wie stark das Geschäft von Eli Lilly inzwischen durch Medikamente gegen Diabetes und Adipositas geprägt wird. Gleichzeitig zeigen die rückläufigen Verkaufspreise, dass steigende Absatzmengen nicht automatisch zu entsprechend höheren Erlösen führen.
Für Eli Lilly bleibt deshalb die Entwicklung der weltweiten Nachfrage ebenso wichtig wie die Frage, zu welchen Preisen die Medikamente verkauft werden können. Hinzu kommen Investitionen in neue Wirkstoffe und zusätzliche Produktionskapazitäten.
Mit der angehobenen Jahresumsatzprognose geht der US-Konzern dennoch von einem deutlich höheren Geschäftsvolumen aus als noch im Sommer.
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