Telekom-Fusion gerät ins Stocken

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Deutsche Telekom stellt einen möglichen Zusammenschluss mit ihrer US-Tochter T-Mobile US offenbar vorerst zurück. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg hat sich der Bonner Konzern entschieden, zunächst kein formelles Fusionsangebot vorzulegen. Als einen Grund nennen mit der Angelegenheit vertraute Personen Widerstand aus dem Betriebsrat. Gleichzeitig hat T-Mobile US starke Quartalszahlen vorgelegt. Die Telekom-Aktie reagierte am Donnerstagmorgen mit deutlichen Kursgewinnen.

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Widerstand gegen mögliche Telekom-Fusion

Die Überlegungen zu einem Zusammenschluss von Deutscher Telekom und T-Mobile US sind nach Angaben von Bloomberg ins Stocken geraten. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf mehrere Personen, die mit den vertraulichen Gesprächen vertraut sein sollen.

Demnach hat der Konzern vorerst darauf verzichtet, ein offizielles Angebot für die Fusion vorzulegen. Widerstand aus dem Betriebsrat soll zu dieser Entscheidung beigetragen haben. Welche konkreten Einwände die Arbeitnehmervertretung vorgebracht haben soll, blieb zunächst offen.

Eine unabhängige Bestätigung für die Darstellung lag zunächst nicht vor. Vertreter der Deutschen Telekom und von T-Mobile US wollten sich auf Anfrage des Handelsblatts zunächst nicht äußern. Nach Angaben der Bloomberg-Informanten könnte der Konzern die Pläne zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen. Eine endgültige Absage ist damit nicht verbunden.

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Telekom hält bereits Mehrheit an T-Mobile US

Die Deutsche Telekom ist schon heute Mehrheitsaktionärin ihrer US-Tochter. Laut Halbjahresbericht lag ihr Anteil an T-Mobile US zum 30. Juni 2026 unter Berücksichtigung der von der US-Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien bei 54,2 Prozent. Einschließlich einer Stimmrechtsvereinbarung mit SoftBank konnte der Bonner Konzern über 55,1 Prozent der Stimmrechte verfügen.

Bei der diskutierten Telekom-Fusion ginge es deshalb nicht um den erstmaligen Erwerb der Kontrolle über das amerikanische Unternehmen, sondern um eine weitergehende gesellschaftsrechtliche Zusammenführung.

Auch die Beteiligung des deutschen Staates spielt bei möglichen Veränderungen der Konzernstruktur eine Rolle. Der Bund hielt zum 30. Juni unmittelbar 14,22 Prozent der Telekom-Aktien. Weitere 14,37 Prozent entfielen auf die staatliche Förderbank KfW. Zusammen entspricht dies 28,59 Prozent.

Nach Angaben des Handelsblatts wurde im Zusammenhang mit den Fusionsüberlegungen auch eine gemeinsame Gesellschaft mit Sitz in Irland oder Luxemburg diskutiert. Eine verbindliche Entscheidung über eine solche Konstruktion war zunächst nicht bestätigt.

T-Mobile US steigert Gewinn um 27 Prozent

Während die künftige Unternehmensstruktur offen ist, wächst das operative Geschäft der amerikanischen Tochter weiter.

T-Mobile US veröffentlichte am Mittwoch, 28. Oktober 2026, die Ergebnisse für das dritte Quartal. Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 3,5 Milliarden US-Dollar.

Die Serviceumsätze erhöhten sich um sechs Prozent auf 19,4 Milliarden Dollar. Das um bestimmte Sondereffekte und Leasingerlöse bereinigte operative Ergebnis, das sogenannte Core Adjusted EBITDA, erreichte 9,6 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Zuwachs von elf Prozent.

Zudem gewann T-Mobile US im Quartal netto 274.000 zusätzliche Postpaid-Vertragskonten hinzu. Insgesamt verfügte das Unternehmen damit über 35 Millionen solcher Konten. Auch die Prognosen für das operative Ergebnis und den bereinigten freien Cashflow im Gesamtjahr wurden am Mittelpunkt der jeweiligen Zielspannen angehoben.

Telekom-Aktie gewinnt deutlich

An der Börse wurden die Entwicklungen am Donnerstag zunächst positiv aufgenommen. Die Aktie der Deutschen Telekom notierte am 29. Oktober um 9.31 Uhr auf Xetra bei 25,82 Euro. Gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom Vortag von 25,14 Euro entsprach dies einem Anstieg um rund 2,7 Prozent.

Bereits vor Handelsbeginn hatten die Papiere zugelegt. Nach Einschätzung von Börsenbeobachtern unterstützten sowohl die guten Ergebnisse von T-Mobile US als auch die Meldung über die möglicherweise verschobene Fusion den Kurs.

Eine eindeutige Aufteilung der Kursreaktion auf beide Nachrichten ist nicht möglich.

Die T-Mobile-US-Aktie hatte den regulären Nasdaq-Handel am Mittwoch bei 148,08 Dollar beendet, ein Plus von 0,85 Prozent. Diese Schlussnotierung lag zeitlich vor der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse. Der reguläre US-Börsenhandel am Donnerstag hatte um 12.40 Uhr deutscher Zeit noch nicht begonnen.

US-Geschäft bleibt entscheidend

Die Bedeutung von T-Mobile US für den Mutterkonzern ist erheblich. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 39,3 Milliarden Euro des gesamten Telekom-Konzernumsatzes von 59,8 Milliarden Euro auf das operative Segment USA. Damit erwirtschaftete das US-Geschäft rund zwei Drittel der Konzernerlöse.

Für die Deutsche Telekom ist die weitere Entwicklung der US-Tochter deshalb sowohl operativ als auch mit Blick auf die Konzernbewertung von großer Bedeutung.

Unklar blieb zunächst, ob und unter welchen Voraussetzungen die Überlegungen für einen vollständigen Zusammenschluss wieder aufgenommen werden könnten. Eine offizielle Entscheidung über das weitere Vorgehen lag nicht vor.

Die Deutsche Telekom will ihre eigenen Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 5. November veröffentlichen.

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