
Der Eurovision Song Contest 2026 in Wien wird ein politisch aufgeladenes Ereignis: Wegen der anhaltenden Debatte um Israels Teilnahme haben sich fünf europäische Länder aus dem Wettbewerb zurückgezogen. Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien werden beim ESC 2026 nicht antreten – ein beispielloser Boykott in der Geschichte des Wettbewerbs. Damit treten nur noch 35 Länder an, so wenige wie seit der Einführung der Halbfinale im Jahr 2004 nicht mehr.
Der Rückzug der fünf Länder ist eine direkte Reaktion auf die Entscheidung der Europäischen Rundfunkunion (EBU), Israel trotz des Krieges im Gazastreifen und wachsender internationaler Kritik an der Teilnahme zu lassen. Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien begründen ihren Schritt mit der humanitären Lage in Gaza und dem Wunsch, kein Signal der Normalisierung zu setzen. Diese Länder stehen damit für einen wachsenden Teil der europäischen Öffentlichkeit, die den ESC nicht von politischen Realitäten losgelöst sehen will.
Die EBU hat betont, dass der ESC ein nicht-politischer Wettbewerb sei und dass alle Länder nach denselben Regeln beurteilt werden. Kritiker werfen dem Verband jedoch vor, die politische Dimension der israelischen Teilnahme zu ignorieren – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Russland nach dem Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 sofort ausgeschlossen wurde. Die unterschiedliche Behandlung beider Fälle sorgt für anhaltende Debatten. Zur geopolitischen Einordnung des Nahostkonflikts und seiner Auswirkungen auf die europäische Sicherheitspolitik sei auf unsere Berichterstattung zum NATO-Signal im Iran-Kontext verwiesen.
Deutschland wird beim ESC 2026 von Sarah Engels vertreten. Die Sängerin, die auch als Ex-Frau von Pietro Lombardi bekannt ist, tritt mit ihrem Song Fire an – einer kraftvollen Nummer über Selbstbestimmung und weibliche Stärke. Sarah Engels startet am 7. Mai 2026 mit den ersten Proben in der Wiener Stadthalle, das Finale findet am 16. Mai 2026 statt.
Die Chancen für Deutschland sind laut aktuellen Wettquoten allerdings bescheiden: Sarah Engels liegt weit hinten im Ranking. Finnland führt derzeit die Favoritenliste an. Dass Deutschland bei internationalen Wettquoten selten gut abschneidet, hat historische Gründe – doch Sarah Engels hat eine große Fangemeinde und könnte beim Televoting punkten. Alle Details zu den Wettquoten und den Erwartungen an Sarah Engels finden sich in unserem Überblick zum Sarah Engels ESC 2026 Auftritt in Wien.
Der Eurovision Song Contest 2026 findet vom 12. bis 16. Mai 2026 in der Wiener Stadthalle statt. Wien richtet den ESC aus, nachdem Österreich im Vorjahr den Wettbewerb gewonnen hat. Das erste Halbfinale steigt am 12. Mai, das zweite am 14. Mai, das große Finale am 16. Mai 2026. Übertragen werden die Shows in Deutschland von ARD und der Streaming-Plattform Joyn.
Mit nur 35 Ländern ist das Teilnehmerfeld deutlich kleiner als in den vergangenen Jahren. Neben den fünf boykottierenden Ländern gibt es auch weitere Absagen aus logistischen oder finanziellen Gründen. Der Wettbewerb feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Jubiläum – ein Anlass, der durch die politischen Verwerfungen rund um Israel etwas in den Hintergrund gerückt ist.
Der Rückzug von fünf Ländern ist mehr als ein Proteststreich. Er spiegelt eine tiefe Spaltung innerhalb Europas wider: zwischen Ländern, die den ESC als kulturelles Fest verstehen, das von der Politik ferngehalten werden sollte, und solchen, die meinen, dass Kunst und Kultur nicht von politischer Verantwortung zu trennen sind. Ähnliche Debatten wurden bereits bei früheren Boykotten geführt – etwa 1982, als Länder dem ESC in der Türkei fernblieben.
Für Israel selbst ist die Teilnahme am ESC seit Jahren eine Herzensangelegenheit: Das Land nimmt seit 1973 teil, hat viermal gewonnen und sieht im Contest einen Weg, kulturell Teil Europas zu sein. Die aktuellen Boykotte stellen diese Zugehörigkeit fundamental in Frage. Ob die EBU auch künftig an ihrer Nicht-Ausschluss-Entscheidung festhalten wird, bleibt abzuwarten – der Druck von innen und außen wächst.
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