
Das FilmFestival Cottbus beginnt am Dienstag, 3. November 2026, seine 36. Ausgabe. Bis zum 8. November stehen rund 135 Filme auf dem Programm. Im Mittelpunkt des diesjährigen Festivals stehen das Kino Mittel- und Osteuropas, ein besonderer Schwerpunkt zu Lettland und ein neuer Wettbewerb für junge Filmschaffende. Das rbb Fernsehen begleitet die Eröffnung am Dienstagabend mit einer 15-minütigen Sondersendung aus dem Staatstheater Cottbus.
Die Eröffnung FilmFestival Cottbus 2026 ist am Dienstag, 3. November, von 22:15 bis 22:30 Uhr im rbb Fernsehen zu sehen. Durch die Sendung führt Filmexperte Knut Elstermann, der sich aus dem Staatstheater Cottbus meldet.
Geplant sind Gespräche mit Filmschaffenden, Einblicke in die ersten Festivalbeiträge und Eindrücke von der Eröffnungsveranstaltung. Die Sendung gehört zum Kulturangebot rbbKultur und wird am 3. November erstmals ausgestrahlt.
Die eigentliche Festivaleröffnung beginnt bereits um 19 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters. Der Veranstaltungsort gehört seit Jahren zu den zentralen Schauplätzen des Festivals. Die Eröffnungsveranstaltung ist ausschließlich für geladene Gäste zugänglich.
Für das Fernsehpublikum bietet die spätere Sendung einen Einblick in das Programm und die internationale Ausrichtung des Festivals.
Mit dem diesjährigen Schwerpunkt Close Up: Lettland richtet das Festival den Blick auf die Filmproduktion eines baltischen EU-Mitgliedstaates, dessen Geschichte eng mit den politischen Entwicklungen Osteuropas verbunden ist.
Der Eröffnungsfilm Escape Net von Regisseur Dzintars Dreibergs greift ein Kapitel der lettischen Sport- und Zeitgeschichte auf. Die Produktion aus dem Jahr 2025 erzählt von der Basketballspielerin und Trainerin Dzidra Uztupe und dem Frauenbasketballteam TTT Riga.
Die Handlung spielt vor dem Hintergrund der sowjetischen Herrschaft in Lettland. Während die Mannschaft sportliche Erfolge erzielt, gerät Uztupe aufgrund ihrer familiären Verbindungen ins Ausland unter den Verdacht der sowjetischen Sicherheitsbehörden.
Der Film verbindet damit die Geschichte einer erfolgreichen Sportlerin mit politischen Einschränkungen und staatlicher Überwachung. Er macht deutlich, welche Rolle historische Erfahrungen für das aktuelle Filmschaffen in Mittel- und Osteuropa spielen können.
Der Länderschwerpunkt umfasst darüber hinaus weitere Einblicke in die lettische Filmszene. Damit erhält ein Land besondere Aufmerksamkeit, dessen Produktionen im regulären deutschen Kinoprogramm vergleichsweise selten präsent sind.
Das 36. FilmFestival Cottbus dauert insgesamt sechs Tage. Das Programm umfasst rund 135 Filme, darunter zahlreiche deutsche und internationale Premieren.
Neben abendfüllenden Spielfilmen werden Kurzfilme und Produktionen unterschiedlicher Genres gezeigt. Das Festival verbindet aktuelle gesellschaftliche Themen mit historischen Stoffen und persönlichen Geschichten aus verschiedenen Teilen Europas.
Eine Neuerung ist der Wettbewerb GenNext. Er richtet sich an junge Regisseurinnen und Regisseure und soll neuen filmischen Perspektiven eine eigene Plattform bieten.
GenNext ergänzt die etablierten Wettbewerbe für Spiel- und Kurzfilme. Für den neuen Wettbewerb ist ein mit 5.000 Euro dotierter Preis vorgesehen, der von der Stadt Cottbus gestiftet wird.
Im Spielfilmwettbewerb liegt das Preisgeld für den besten Film bei 15.000 Euro. Hinzu kommen Auszeichnungen für die Regie und herausragende schauspielerische Leistungen. Im Kurzfilmwettbewerb werden ebenfalls mehrere Preise vergeben.
Die Entscheidungen fallen im Verlauf des Festivals durch die zuständigen Jurys.
Neben aktuellen Produktionen beschäftigt sich das Festival mit dem filmischen Erbe Osteuropas. Ein Programmschwerpunkt erinnert an den polnischen Regisseur Andrzej Wajda, der 2026 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.
Wajda zählt zu den bedeutenden Persönlichkeiten der europäischen Filmgeschichte. Seine Werke befassen sich unter anderem mit den historischen Umbrüchen Polens, gesellschaftlichen Konflikten und dem Verhältnis von Individuum und politischer Macht.
Die Beschäftigung mit seinem Werk ergänzt die aktuellen Wettbewerbe um eine filmhistorische Perspektive. Das Programm verbindet damit unterschiedliche Generationen von Filmschaffenden und ermöglicht einen Vergleich zwischen älteren und gegenwärtigen Erzählformen des osteuropäischen Kinos.
Auch die Sektion Spectrum gehört zum Festivalprogramm. Sie widmet sich aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und erweitert das Angebot über die klassischen Wettbewerbe hinaus.
Das FilmFestival Cottbus versteht sich nicht ausschließlich als Wettbewerb. Zum Programm gehören auch Gespräche mit Regisseurinnen, Regisseuren, Produzenten und Schauspielern. Besucher können bei zahlreichen Vorführungen mit den beteiligten Filmschaffenden über deren Arbeiten sprechen.
Die Filme werden überwiegend in der Originalsprache präsentiert. Je nach Vorstellung stehen deutsche oder englische Untertitel sowie weitere Übersetzungsangebote zur Verfügung. Auf diese Weise bleiben die ursprünglichen Sprachfassungen erhalten, während das Programm auch einem internationalen Publikum zugänglich ist.
Eine weitere Rolle spielt der Koproduktionsmarkt connecting cottbus. Er bringt Vertreter der europäischen Filmbranche zusammen und ermöglicht den fachlichen Austausch über internationale Filmprojekte.
Das Festival ist damit zugleich eine Plattform für Produktionen, die über nationale Grenzen hinweg entstehen. Gerade im mittel- und osteuropäischen Kino sind internationale Koproduktionen ein wichtiger Bestandteil der Filmwirtschaft.
Das rbb Fernsehen setzt am Dienstagabend neben der Festivaleröffnung einen weiteren Schwerpunkt auf das osteuropäische Kino.
Direkt nach der 15-minütigen Sondersendung folgt um 22:30 Uhr zunächst die Gesprächssendung THADEUSZ lang & breit. Zu Gast ist der Literaturwissenschaftler Peter-André Alt.
Um 23:25 Uhr beginnt der Spielfilm Oxygen Station. Die internationale Koproduktion aus der Ukraine, Tschechien, der Slowakei und Schweden stammt aus dem Jahr 2023 und läuft im rbb bis 1:05 Uhr.
Im Mittelpunkt steht der krimtatarische Bürgerrechtler Mustafa Jemilev. Die Handlung spielt im Jahr 1980 in der Sowjetunion. Nach einem langen Hungerstreik wird Jemilev in eine abgelegene sibirische Siedlung verbannt, wo er in einer Sauerstoffstation arbeiten muss.
Der Film erzählt von politischer Verfolgung, persönlichen Beziehungen und den Lebensbedingungen eines Menschen, der sich gegen staatliche Unterdrückung stellt.
Regie führte Ivan Tymchenko. Zu den Darstellern gehören Borys Orlov, Khrystyna Deilyk und Viktor Poltoratskyi.
Mit der Ausstrahlung ergänzt der Sender seine Berichterstattung über das FilmFestival Cottbus um einen Spielfilm, der sich ebenfalls mit der Geschichte Osteuropas auseinandersetzt.
Nach der Eröffnung am Dienstag werden die Filmvorführungen an verschiedenen Spielstätten in Cottbus fortgesetzt. Dazu gehören das Filmtheater Weltspiegel, das Obenkino und das Glad-House. Auch das Staatstheater wird als Festivalspielstätte genutzt.
Die Wettbewerbe, Filmgespräche und weiteren Veranstaltungen erstrecken sich über die gesamte Festivalwoche. Das Programm endet am Sonntag, 8. November 2026.
Wer die Eröffnungssendung im rbb Fernsehen am Dienstagabend verpasst, hat bereits in der folgenden Nacht eine weitere Gelegenheit. Eine Wiederholung ist für Mittwoch, 4. November, von 4:25 bis 4:40 Uhr vorgesehen.
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