Ford hebt Gewinnziel

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Autokonzern Ford hat im dritten Quartal 2026 einen höheren bereinigten operativen Gewinn erzielt, beim Nettogewinn jedoch einen Rückgang verbucht. Trotz steigender Rohstoffkosten und höherer Preise für Halbleiter hob das Unternehmen am Mittwoch, 28. Oktober, die untere Grenze seiner Jahresprognose an. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit Kursverlusten.

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Ford steigert bereinigten Quartalsgewinn

Ford erwirtschaftete von Juli bis September einen Umsatz von 49,5 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 50,5 Milliarden Dollar gewesen. Der Nettogewinn sank von rund 2,4 Milliarden auf 2,0 Milliarden Dollar.

Beim bereinigten operativen Ergebnis zeigte sich dagegen eine Verbesserung. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 2,59 Milliarden auf 2,66 Milliarden Dollar. Die entsprechende Gewinnmarge erhöhte sich von 5,1 auf 5,4 Prozent.

Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 49 US-Cent nach 45 Cent im Vorjahr. Damit übertraf Ford die Erwartungen der Analysten. Nach Daten von LSEG hatten diese im Durchschnitt mit 40 Cent gerechnet.

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Die Zahlen zeigen damit eine unterschiedliche Entwicklung: Während Ford im dritten Quartal 2026 operativ etwas profitabler arbeitete, gingen Umsatz und ausgewiesener Nettogewinn zurück.

Rohstoffe und Chips verteuern die Produktion

Zu den größten Herausforderungen zählen die steigenden Herstellungskosten. Ford erwartet für das Gesamtjahr inzwischen zusätzliche Belastungen durch Rohstoffpreise von annähernd 2,5 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr. Zuvor war der Konzern von rund zwei Milliarden Dollar ausgegangen.

Insbesondere höhere Preise für Stahl und Kupfer belasten das Unternehmen. Hinzu kommen gestiegene Energie- und Transportkosten sowie höhere Preise für Halbleiter. Auch die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten erhöhen nach Unternehmensangaben den Kostendruck.

Finanzchefin Sherry House erwartet, dass sich diese Entwicklung im kommenden Jahr fortsetzt. Bei Chips rechnet Ford für 2027 mit einem stärkeren Preisanstieg als im laufenden Jahr.

Zusätzliche Schwierigkeiten entstanden durch zeitweilige Produktionsunterbrechungen beim wichtigen Pickup-Modell F-150. Ende September hatte ein Problem bei einem Zulieferer die Fertigung vorübergehend beeinträchtigt. Die Folgen eines früheren Brandes beim Aluminiumlieferanten Novelis seien inzwischen weitgehend überwunden, erklärte House.

Elektrogeschäft bleibt defizitär

Unterschiedlich entwickelten sich die einzelnen Geschäftsbereiche. Die Nutzfahrzeugsparte Ford Pro erzielte einen operativen Gewinn von rund 1,7 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Rückgang um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben höheren Rohstoffkosten wirkten sich vorübergehende Anlaufkosten bei der Produktion schwerer Pickups aus.

Die Sparte Ford Blue, zu der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren und Hybridantrieben gehören, erwirtschaftete rund 1,4 Milliarden Dollar operativen Gewinn. Das waren zehn Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Im Elektroautogeschäft verringerte sich der Verlust. Ford Model e meldete ein operatives Minus von rund 1,1 Milliarden Dollar, nachdem der Fehlbetrag im Vorjahresquartal noch bei etwa 1,4 Milliarden Dollar gelegen hatte.

Trotz dieser Verbesserung bleibt die Elektrosparte ein erheblicher Kostenfaktor. Ford rechnet für das Gesamtjahr weiterhin mit einem operativen Verlust von ungefähr vier Milliarden Dollar in diesem Bereich.

Ford erhöht Prognose für 2026

Trotz des Kostendrucks hat Ford seine Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der Konzern rechnet nun mit einem bereinigten operativen Gewinn zwischen 10,5 Milliarden und 11 Milliarden Dollar.

Bislang hatte die Prognose bei 10 Milliarden bis 11 Milliarden Dollar gelegen. Damit steigt die untere Grenze um 500 Millionen Dollar, während der obere Wert unverändert bleibt.

Die Erwartungen für den bereinigten freien Cashflow bleiben ebenfalls unverändert. Ford geht weiterhin von sechs bis sieben Milliarden Dollar aus. Auch die geplanten Investitionen von 9,5 Milliarden bis 10,5 Milliarden Dollar wurden bestätigt.

Für 2027 erwartet die Unternehmensführung nach Angaben von Finanzchefin House eine operative Ertragslage, die ungefähr dem Niveau von 2026 entsprechen soll.

Ford-Aktie gibt nachbörslich nach

An der Wall Street überzeugten die Zahlen zunächst nicht vollständig. Die Ford-Aktie verlor im nachbörslichen Handel rund ein Prozent. Dies berichtete Reuters am Mittwoch, 28. Oktober 2026, in einer um 21.09 Uhr mitteleuropäischer Zeit veröffentlichten Meldung.

Die Reaktion erfolgte trotz des über den Analystenerwartungen liegenden bereinigten Quartalsergebnisses und der angehobenen Jahresprognose.

Für Ford bleibt die Entwicklung der Produktionskosten eine wesentliche wirtschaftliche Herausforderung. Zugleich muss das Unternehmen die Verluste im Elektrogeschäft reduzieren und die Profitabilität seiner traditionellen Fahrzeug- und Nutzfahrzeugsparten sichern.

Auch andere internationale Automobilhersteller stehen angesichts höherer Materialpreise, veränderter Handelsbedingungen und der Kosten für neue Antriebstechnologien unter Druck. Fords Quartalszahlen verdeutlichen, wie stark diese Faktoren die Ertragsentwicklung der Branche beeinflussen.

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