Fortuna Düsseldorf sucht nach dem Abstieg weiter nach sportlicher Stabilität

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Fortuna Düsseldorf steht wenige Monate nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga vor erheblichen sportlichen und organisatorischen Herausforderungen. Der Traditionsverein hat bereits seinen Trainer gewechselt, die sportliche Führung neu aufgestellt und umfangreiche Sparmaßnahmen umgesetzt. Während sich die wirtschaftlichen Perspektiven zuletzt etwas verbessert haben, bleibt die erhoffte sportliche Wende aus. Hinzu kommen Veränderungen im Aufsichtsrat und die Diskussion über die langfristige Ausrichtung des Vereins.

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Fortuna Düsseldorf in der 3. Liga mit Problemen im Angriff

Die erste Saison nach dem Zweitliga-Abstieg verläuft für Fortuna Düsseldorf bislang deutlich schwieriger als erhofft. Nach zwölf Spieltagen hatte die Mannschaft den Anschluss an die direkten Aufstiegsplätze bereits teilweise verloren. Besonders die Offensive bereitet Probleme.

Nach einer Auswertung des WDR vom 3. November erzielte Düsseldorf in den ersten zwölf Ligaspielen lediglich zwölf Tore. Die Chancenverwertung lag bei 6,2 Prozent und damit auf dem niedrigsten Wert der Liga. Gleichzeitig gehörte die Mannschaft bei den Ballaktionen im gegnerischen Strafraum zu den stärksten Teams.

Der WDR stellte zudem fest, dass Fortuna bereits in der vergangenen Zweitligasaison die schwächste Offensive der Spielklasse gestellt hatte. Das Problem der mangelnden Torausbeute besteht damit über den Abstieg und den anschließenden Kaderumbau hinaus fort.

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Die sportliche Situation erhöht den Druck auf die Verantwortlichen. Nach Einschätzung des WDR betrug der Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz Anfang November bereits zehn Punkte.

Trainerwechsel soll neue Impulse bringen

Am 18. Oktober 2026 trennte sich Fortuna Düsseldorf von Cheftrainer Alexander Ende und dessen Assistenten Zlatko Muhovic. Beide wurden von ihren Aufgaben freigestellt. Die Entscheidung bestätigte der Verein in einer offiziellen Mitteilung.

Ende hatte die Mannschaft bereits im April übernommen, den Abstieg jedoch nicht mehr verhindern können. Auch der anschließende Neustart in der 3. Liga brachte nicht die erhoffte Konstanz.

Sportvorstand Samir Arabi begründete die Trennung damit, dass die sportliche Führung nach einer Analyse einen neuen Impuls für erforderlich gehalten habe. Zugleich würdigte er den Einsatz des bisherigen Trainerteams.

Die Verantwortung übernahm Jens Langeneke, der zuvor die zweite Mannschaft betreut hatte. Der ehemalige Fortuna-Profi arbeitet seit 2015 in verschiedenen Trainerfunktionen des Vereins. Unterstützt wird er seit dem 20. Oktober von Adam Bodzek, ebenfalls einem langjährigen Düsseldorfer Spieler.

Die offizielle Regelung für Langeneke gilt ausdrücklich bis auf Weiteres. Über eine dauerhafte Besetzung des Cheftrainerpostens hat Fortuna bislang keine abschließende Entscheidung veröffentlicht. Die Bild-Zeitung beschäftigte sich im Oktober mit einer möglichen längerfristigen Zusammenarbeit und einer späteren Vertragsänderung. Eine entsprechende Vereinbarung wurde vom Klub zunächst nicht bestätigt.

Jens Langeneke sieht weiterhin Verbesserungsbedarf

Langeneke richtete den Blick zuletzt insbesondere auf die offensive Entwicklung. Bei der Pressekonferenz am 5. November erklärte er laut Vereinsveröffentlichung, dass die Mannschaft weiterhin daran arbeite, ihre Angriffe erfolgreicher abzuschließen.

Der Trainer verwies auf spielerische Fortschritte bei der Erarbeitung von Torchancen, räumte aber Schwierigkeiten bei deren Verwertung ein. Dabei spiele auch die Gesamtsituation eine Rolle. Der Mannschaft fehle teilweise noch die notwendige Unbeschwertheit.

Für die sportliche Stabilisierung setzt Langeneke auf intensive Gespräche mit den Spielern und eine stärkere Konzentration auf die unmittelbar bevorstehenden Aufgaben.

Zugleich muss der Trainer personelle Ausfälle berücksichtigen. Nach Vereinsangaben fällt Jordi Paulina wegen einer im Training erlittenen Knieverletzung bis auf Weiteres aus. Auch Felix Meiser und Anas Slimani standen zuletzt nicht zur Verfügung.

Die Aussagen zeigen, dass der neue Trainer seine wichtigste Aufgabe derzeit darin sieht, aus den vorhandenen spielerischen Möglichkeiten mehr Ertrag zu erzielen.

Marcel Sobottka verfolgt Entwicklung seines früheren Vereins

Auch ehemalige Führungsspieler beschäftigen sich mit der Situation der Fortuna. Einer von ihnen ist Marcel Sobottka, der zwischen 2015 und 2025 für Düsseldorf spielte und zeitweise als stellvertretender Kapitän fungierte.

In insgesamt 231 Pflichtspielen erzielte der Mittelfeldspieler 16 Tore. Im Mai 2025 teilte Fortuna mit, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Sobottka gehört damit weder zum aktuellen Düsseldorfer Profikader noch zum Trainerstab.

Nach einem zwischenzeitlichen Engagement beim VfL Bochum hält sich der 32-Jährige inzwischen beim FC Schalke 04 fit. Das Portal SchalkeTOTAL berichtete am 5. November unter Berufung auf RevierSport, dass Sobottka seit August am Training der Schalker U23 teilnehme. Einen regulären Spielervertrag habe er dort nicht.

Bereits im August hatte Sobottka in einem Interview mit t-online die Schwierigkeiten des Düsseldorfer Neuaufbaus angesprochen. Nach seiner Einschätzung benötige eine weitgehend neu zusammengestellte Mannschaft Zeit, um spielerisch und menschlich zusammenzufinden. Gemeinsame Erfolgserlebnisse könnten diesen Prozess erleichtern.

Zugleich warb der frühere Fortuna-Profi für eine sachliche Bewertung der sportlichen Leistungen und angemessene Unterstützung durch die Anhänger. Diese Aussagen stammen aus der Anfangsphase der Drittligasaison, als Alexander Ende noch Cheftrainer war.

Samir Arabi und Patrick Fabian verantworten den Kaderumbau

Neben der Trainerfrage hat Fortuna auch die sportliche Leitung verändert. Unmittelbar nach dem Abstieg beendete der Verein im Mai die Zusammenarbeit mit Sportvorstand Sven Mislintat. Dessen Aufgaben übernahm Samir Arabi, der zuvor unter anderem bei Arminia Bielefeld tätig gewesen war.

Am 30. September folgte eine weitere organisatorische Entscheidung. Patrick Fabian wurde zum Sportdirektor ernannt. Der frühere Bochumer Geschäftsführer Sport ist seither insbesondere für die Kaderplanung, das Scouting und die Entwicklung des Profibereichs verantwortlich.

Arabi führt die sportlichen Bereiche übergeordnet. Gleichzeitig erhielten der Mädchen- und Frauenfußball unter Lisa Weiß sowie das Nachwuchsleistungszentrum unter Stefan Vollmerhausen größere Eigenständigkeit.

Vorstandsvorsitzender Alexander Jobst begründete die Veränderungen mit der Notwendigkeit, Verantwortlichkeiten deutlicher zuzuordnen und Lehren aus der sportlichen Entwicklung der vergangenen Jahre zu ziehen.

Damit sind die Zuständigkeiten für die weitere Kaderentwicklung festgelegt. Konkrete zusätzliche Spielertransfers oder Verpflichtungen für die Wintertransferperiode wurden in diesem Zusammenhang nicht angekündigt.

Finanzielle Einschnitte und ein höheres Budget für die Mannschaft

Der Abstieg hatte erhebliche wirtschaftliche Folgen. Besonders stark ging die Bedeutung der Fernsehgelder zurück. Nach Angaben des WDR vom Juli sanken die erwarteten Einnahmen aus diesem Bereich von etwa 16 Millionen Euro in der 2. Bundesliga auf rund eine Million Euro in der 3. Liga.

Der Verein reagierte mit umfangreichen Personaleinsparungen. Laut WDR verloren mehr als 60 Beschäftigte ihre Arbeitsplätze. Auch die organisatorischen Strukturen mussten angepasst werden.

Trotz der Belastungen schloss Fortuna das Geschäftsjahr 2025/26 nach eigenen Angaben mit einem Überschuss von rund 200.000 Euro ab. Das Eigenkapital erhöhte sich auf 3,7 Millionen Euro. Gleichzeitig wurden die Kreditverbindlichkeiten von 5,7 auf 3,2 Millionen Euro reduziert.

Ende Oktober präsentierte Jobst den Mitgliedern verbesserte finanzielle Perspektiven. Demnach hatten rund 19.500 Fans Dauerkarten erworben, deutlich mehr als ursprünglich geplant. Die Vermarktungserlöse lagen mit 12,95 Millionen Euro ebenfalls über den Erwartungen.

Besonders bedeutsam für den sportlichen Bereich ist die Entwicklung des Kaderbudgets. Während im Juni zunächst fünf Millionen Euro vorgesehen waren, stehen der Lizenzmannschaft nach den Angaben des Vereins inzwischen mehr als acht Millionen Euro zur Verfügung.

Finanzvorstand Michael Staade hatte bereits Anfang Oktober erklärt, dass der Klub seine Kostenstruktur erheblich anpassen musste, um auch in der 3. Liga handlungsfähig zu bleiben. Die finanzielle Stabilisierung bedeutet allerdings noch keinen sportlichen Erfolg.

Fortuna für alle wird nach dem Abstieg eingeschränkt

Auch das Vereinsprojekt Fortuna für alle ist von den wirtschaftlichen Veränderungen betroffen. Die 2023 gestartete Initiative hatte unter anderem kostenlose Eintrittskarten für ausgewählte Heimspiele ermöglicht.

Nach dem Abstieg setzte Fortuna diese Freispiele aus finanziellen Gründen vorerst aus. Der Verein betont jedoch, dass die übrigen Ziele des Projekts bestehen bleiben sollen. Dazu gehören insbesondere die Nachwuchsförderung, der Frauenfußball und die gesellschaftliche Verankerung des Klubs.

Beim Mitgliederforum Ende Oktober verwies Jobst auf eine nach Vereinsrechnung positive wirtschaftliche Gesamtwirkung. Rund 20 Millionen Euro zusätzlichen Vermarktungseinnahmen stellte er etwa sieben Millionen Euro entgangenen Ticketeinnahmen durch zwölf Freispiele gegenüber. Dabei bezeichnete er diese Gegenüberstellung ausdrücklich als vereinfachte Rechnung.

Die weitere Umsetzung des Projekts in der 3. Liga wird damit auch von den verfügbaren finanziellen Möglichkeiten abhängen.

Aufsichtsratswahl bringt weitere Veränderungen

Neben dem sportlichen und wirtschaftlichen Umbau steht Fortuna Düsseldorf vor Veränderungen in der Vereinsführung.

Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Björn Borgerding, sein Stellvertreter Sebastian Fuchs und Aufsichtsratsmitglied Dirk Böcker werden bei der Mitgliederversammlung am 15. November nicht erneut kandidieren. Darüber hatten unter anderem liga3-online.de und die Rheinische Post Anfang Oktober berichtet.

Am 5. November teilte Fortuna mit, dass der Wahlausschuss insgesamt 25 Bewerberinnen und Bewerber für die turnusmäßige Aufsichtsratswahl zugelassen habe. Fünf der neun Aufsichtsratsmitglieder werden durch die Mitgliederversammlung gewählt.

Der Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand und entscheidet über dessen Besetzung. Damit besitzt die bevorstehende Wahl auch Bedeutung für die längerfristige strategische Ausrichtung des Vereins.

Sportlich konzentriert sich Fortuna zunächst auf die Stabilisierung unter Jens Langeneke. Gleichzeitig arbeiten Vorstand und Sportdirektion an der weiteren Entwicklung des Kaders. Für den Zweitliga-Absteiger bleibt die zentrale Aufgabe, die neu geschaffenen wirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen auch in bessere sportliche Leistungen umzusetzen.

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