
Fortuna Düsseldorf hat Erik Wekesser verpflichtet und damit auf der linken Abwehrseite noch einmal nachgelegt. Der 29 Jahre alte Defensivspieler verlässt den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und schließt sich dem Absteiger in die 3. Liga fest an. Wekesser erhält in Düsseldorf einen Vertrag bis 2028 und wird mit der Rückennummer 7 auflaufen. Eine Leihe ist der Wechsel damit nicht.
Beide Vereine bestätigten den Transfer am Montag, 24. August 2026. Auf der offiziellen Internetseite der Fortuna wurde die Verpflichtung am Nachmittag veröffentlicht. Eine exakte Uhrzeit weist die Vereinsmeldung selbst nicht aus.
Fortuna bezeichnet Wekesser als Linksverteidiger. Sportvorstand Samir Arabi hebt besonders dessen Erfahrung sowie seine Dynamik und Aggressivität hervor. Zudem sieht er bei Wekesser einen offensiven Zug zum Tor. Der Spieler selbst erklärte, er habe in den Gesprächen mit den Verantwortlichen sofort ein gutes Gefühl gehabt und habe richtig Bock auf die Aufgabe.
Ein eigenes transferbezogenes Statement von Cheftrainer Alexander Ende veröffentlichte Fortuna zunächst nicht. Einen Tag zuvor hatte Ende nach dem 1:5 im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg erklärt, die Düsseldorfer hätten aus der Partie trotz des klaren Ergebnisses wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Die Verpflichtung Wekessers fällt damit in eine sportlich schwierige Phase des Neuaufbaus.
Zu einer Ablösesumme machten weder Fortuna Düsseldorf noch der 1. FC Kaiserslautern Angaben. In mehreren Berichten wird der Wechsel als ablösefrei bezeichnet. Offiziell bestätigt wurde diese finanzielle Vertragsgestaltung von den beiden Vereinen zunächst nicht.
Auch die berichtete Abfindung des 1. FC Kaiserslautern ist nicht Bestandteil der offiziellen Mitteilungen. Demnach soll Wekesser vor seinem Wechsel noch einen länger laufenden Vertrag in Kaiserslautern besessen haben und für dessen vorzeitige Auflösung eine Zahlung erhalten.
Eine solche Abfindung wäre von einer Ablösesumme zu unterscheiden. Sie würde demnach nicht von Kaiserslautern an Fortuna Düsseldorf fließen, sondern das Vertragsverhältnis zwischen dem FCK und dem Spieler betreffen. Über die Höhe einer möglichen Zahlung gab es zunächst keine bestätigten Angaben.
Ebenso unbestätigt blieb die Darstellung, Wekesser verdiene bei der Fortuna deutlich weniger als zuvor in Kaiserslautern. Beide Vereine äußerten sich nicht zu Gehaltsdetails.
Wekesser wurde am 3. Juli 1997 in Schwetzingen geboren und ist deutscher Staatsbürger. Er ist 1,86 Meter groß und Linksfuß. Seine Hauptposition liegt inzwischen auf der linken Abwehrseite, allerdings kann er auch weiter vorne auf der Außenbahn eingesetzt werden.
Seine Entwicklung verlief dabei ungewöhnlich. Nach Stationen bei Phönix Mannheim und Waldhof Mannheim wechselte Wekesser bereits 2007 in die Jugend des 1. FC Kaiserslautern. Dort durchlief er die Nachwuchsmannschaften und erhielt 2015 seinen ersten Profivertrag.
Für die erste Mannschaft gelang ihm damals noch nicht dauerhaft der Durchbruch. Über die TuS Koblenz und den FC Astoria Walldorf arbeitete er sich anschließend wieder nach oben. Vor allem in Walldorf machte er zunächst als offensiver Spieler auf sich aufmerksam.
2019 folgte der Wechsel zu Jahn Regensburg in die 2. Bundesliga. Dort wurde der ursprünglich offensiver ausgebildete Wekesser zunehmend zum Linksverteidiger umgeschult. In drei Spielzeiten absolvierte er für Regensburg 89 Zweitligapartien.
Von 2022 bis 2024 stand er beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag. Für den Club kamen weitere 34 Einsätze in der 2. Bundesliga hinzu. Anschließend kehrte er im Sommer 2024 nach Kaiserslautern zurück. Insgesamt stehen für Wekesser inzwischen 151 Einsätze in der 2. Bundesliga zu Buche.
Seine zweite Zeit beim FCK verlief unterschiedlich. In der Saison 2024/25 kam Wekesser noch in 20 Zweitligaspielen zum Einsatz. In der folgenden Spielzeit 2025/26 waren es nur noch sieben Ligapartien.
Zum Start der Saison 2026/27 kam ein weiterer Zweitligaeinsatz hinzu. Insgesamt bestätigt der 1. FC Kaiserslautern für Wekessers zweite Zeit am Betzenberg 28 Zweitligaspiele und zwei Begegnungen im DFB-Pokal.
Damit hatte sich seine sportliche Bedeutung zuletzt deutlich verringert. Während er 2024/25 noch regelmäßig eingesetzt wurde, war er später überwiegend Ergänzungsspieler.
Bei Fortuna trifft der Neuzugang auf Sascha Risch als direkten Konkurrenten für die linke Abwehrseite. Risch war erst im Juni ablösefrei von Dynamo Dresden gekommen und besitzt ebenfalls einen Vertrag bis 2028.
Risch gilt vor allem als schneller klassischer Linksverteidiger. Wekesser eröffnet durch seine Vergangenheit als Offensivspieler zusätzliche Möglichkeiten. Er kann sowohl als Außenverteidiger als auch als höher positionierter Außenspieler eingesetzt werden und verfügt über einen starken linken Fuß. Schon bei seiner Rückkehr nach Kaiserslautern 2024 wurde zudem seine Qualität bei Standards hervorgehoben.
Für Trainer Ende ergibt sich dadurch mehr Flexibilität, insbesondere wenn die Fortuna mit offensiv ausgerichteten Außenverteidigern oder Schienenspielern agieren will.
Wekesser ist nach Angaben aus dem Umfeld des Transfers bereits der 17. Zugang der Düsseldorfer in diesem Sommer. Der Abstieg aus der 2. Bundesliga hat damit zu einem umfassenden Umbau geführt.
Unter anderem kamen Jomaine Consbruch von Greuther Fürth, Sascha Risch von Dynamo Dresden, Fabian Schleusener vom Karlsruher SC, Jorrit Hendrix von Preußen Münster, Marcel Benger ebenfalls aus Münster, Philipp Förster, Miguel Fernandes Gonçalves und Torhüter Louis Lord. Andreas Müller wurde vom Karlsruher SC ausgeliehen.
Auch auf der Abgangsseite gab es erhebliche Veränderungen. Mehrere Spieler verließen den Verein nach dem Abstieg, andere Leihgeschäfte endeten. Eine von Fortuna selbst veröffentlichte vollständige finanzielle Transferbilanz mit sämtlichen Ablösesummen liegt nicht vor. Zahlen aus Transferdatenbanken beruhen teilweise auf geschätzten oder nicht von den beteiligten Vereinen bestätigten Beträgen.
Der große Umfang der Veränderungen erklärt zugleich, warum Trainer Ende wiederholt auf den laufenden Entwicklungsprozess der Mannschaft verwiesen hat.
Sportlich ist der Neustart bisher misslungen. Fortuna verlor zum Auftakt der 3. Liga mit 1:2 bei Waldhof Mannheim. Es folgte bei der Heimpremiere eine 0:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim II.
Nach zwei Spieltagen stand Düsseldorf damit noch ohne Punkt da. Auch im DFB-Pokal gelang die Wende nicht. Gegen Bundesligist SC Freiburg unterlag die Fortuna am Sonntag mit 1:5.
Das Ergebnis fiel zwar deutlicher aus als der Spielverlauf über weite Strecken, änderte aber nichts an der Serie von drei Pflichtspielniederlagen zum Saisonbeginn. Ende sah gegen Freiburg insbesondere in der ersten Hälfte Fortschritte, kritisierte jedoch die nicht genutzten Möglichkeiten und zu einfache Gegentore.
Der nächste Versuch, den Fehlstart zu korrigieren, folgt bereits am Freitag, 28. August. Dann empfängt Fortuna Düsseldorf den VfB Stuttgart II zum dritten Spieltag der 3. Liga.
Ob Wekesser dabei bereits zum Spieltagskader gehört, war am Montagabend noch nicht offiziell angekündigt. Voraussetzung für einen Einsatz ist die ordnungsgemäße Registrierung und Spielberechtigung. Eine gesonderte Bestätigung der Fortuna dazu lag zunächst nicht vor. Aufgrund des bereits vollzogenen Transfers könnte er grundsätzlich eine Option werden, sofern sämtliche Formalitäten rechtzeitig abgeschlossen sind.
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