Goldpreis steigt weiter und erreicht neues Dreimonatshoch

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Goldpreis hat seine jüngste Aufwärtsbewegung am Montag fortgesetzt und zeitweise den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten erreicht. Am 24. August 2026 stieg der Spotpreis bis auf 4.680,70 US-Dollar je Feinunze. Um 19.37 Uhr deutscher Zeit lag Gold bei 4.641,33 Dollar und damit rund 0,8 Prozent über dem vorherigen Handelstag. In Euro kostete eine Feinunze am Montagabend knapp 4.000 Euro. BullionByPost wies um 18.43 Uhr deutscher Zeit einen Kurs von rund 3.996 Euro aus. Damit bleibt der Goldpreis aktuell am 24. August 2026 deutlich über den Niveaus von Mitte August.

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Gold legt innerhalb weniger Tage deutlich zu

Die jüngste Bewegung fällt kräftig aus. Noch am 18. August wurde Gold zeitweise bei rund 4.365 Dollar gehandelt. Einen Tag später sprang der Preis nach einem deutlichen Rückgang der US-Anleiherenditen und des Dollars auf knapp 4.500 Dollar. Am Freitag, dem 21. August, erreichte der Spotpreis zeitweise 4.631,99 Dollar und beendete damit die dritte Woche in Folge mit einem Kursgewinn.

Allein in der vergangenen Woche stieg Gold um mehr als 5 Prozent. Am Montag setzte sich die Bewegung zunächst fort. Damit hat das Edelmetall einen erheblichen Teil der Verluste aufgeholt, die nach den Rekordständen zu Jahresbeginn entstanden waren. Ende Januar hatte Gold zeitweise mehr als 5.500 Dollar je Feinunze gekostet. Ende Juni war der Preis dagegen vorübergehend unter 4.000 Dollar gefallen.

Die aktuelle Rally bedeutet deshalb noch keinen neuen Rekord. Sie zeigt aber, wie schnell sich die Erwartungen am Goldmarkt innerhalb weniger Wochen verändern können. Auch technisch hat sich das Bild zuletzt aufgehellt. Der Kurs überwand in der vergangenen Woche die viel beachtete 200-Tage-Linie, was zusätzliche Käufe trendfolgender Marktteilnehmer begünstigte.

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Schwächerer Dollar und sinkende Renditen stützen Gold

Ein wichtiger Treiber ist derzeit der US-Dollar. Der Dollarindex war in der vergangenen Woche auf ein Mehrmonatstief gefallen. Hintergrund war unter anderem die Entscheidung des US-Finanzministeriums, Rückkäufe länger laufender Staatsanleihen auszuweiten. Die Maßnahme drückte zeitweise die Renditen am Anleihemarkt und belastete zugleich die US-Währung.

Für Gold ist diese Kombination grundsätzlich günstig. Das Edelmetall wirft selbst keine Zinsen ab. Fallen die Renditen sicherer Staatsanleihen, sinkt deshalb der Nachteil gegenüber verzinslichen Anlagen. Gleichzeitig wird Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger, wenn die amerikanische Währung nachgibt.

Am Montag stabilisierte sich der Dollar zwar etwas. Der Euro notierte zeitweise bei rund 1,167 Dollar. Entscheidend für die kommenden Tage dürfte jedoch sein, wie sich die Erwartungen an die US-Geldpolitik entwickeln. Anleger warten auf neue amerikanische Inflationsdaten und auf die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh beim Notenbanktreffen in Jackson Hole.

Zinserwartungen bleiben entscheidender Faktor

Am Goldmarkt hatte sich zuletzt die Erwartung abgeschwächt, dass die US-Notenbank ihre Zinsen kurzfristig deutlich anheben könnte. Schwächere Konjunkturdaten und fallende langfristige Renditen stärkten zeitweise die Hoffnung auf weniger restriktive Finanzierungsbedingungen. Gleichzeitig bleibt die Inflation ein Unsicherheitsfaktor.

Neue Hinweise darauf soll der am Mittwoch erwartete Preisindex für persönliche Konsumausgaben liefern. Dieser PCE-Index gehört zu den wichtigsten Inflationsmaßen der Federal Reserve. Höhere als erwartete Werte könnten die Aussicht auf länger hohe oder weiter steigende Zinsen verstärken. Das wäre tendenziell belastend für Gold. Schwächere Inflationsdaten oder deutlich sinkende Renditen könnten den Kurs dagegen weiter stützen.

Zentralbanken bleiben wichtige Käufer

Neben kurzfristigen Zinsbewegungen spielt die Nachfrage von Notenbanken weiterhin eine bedeutende Rolle. Nach Angaben des World Gold Council kauften Zentralbanken im zweiten Quartal 2026 netto rund 289 Tonnen Gold. Im ersten Quartal waren es nach revidierten Daten lediglich rund 57 Tonnen gewesen.

Unter den offiziell gemeldeten Käufen lag Polen im ersten Halbjahr mit 82 Tonnen an der Spitze. Es folgten Usbekistan mit 41 Tonnen, China mit 40 Tonnen und Kasachstan mit 27 Tonnen. Gleichzeitig gab es auch große Verkäufer. Die Türkei reduzierte ihre Bestände im ersten Halbjahr netto um 83 Tonnen, Russland um 44 Tonnen.

Der World Gold Council geht für das Gesamtjahr weiterhin von einer starken Nachfrage der Zentralbanken aus, rechnet aber mit niedrigeren Käufen als 2025. Die Entwicklung gilt als langfristiger Stützungsfaktor, ersetzt jedoch nicht die kurzfristigen Einflüsse von Dollar, Renditen und Anlegerpositionierung.

ETF-Zuflüsse verstärken die jüngste Rally

Hinzu kommt eine deutliche Rückkehr institutioneller Anleger. Goldgedeckte börsengehandelte Fonds verzeichneten in der vergangenen Woche Zuflüsse von 46,7 Tonnen im Wert von rund 6,4 Milliarden Dollar. Nach Angaben des World Gold Council war dies der stärkste wöchentliche Zufluss seit zehn Monaten. Vor allem Fonds in Nordamerika und Europa verzeichneten neue Mittel.

Das ist eine bemerkenswerte Veränderung gegenüber dem zweiten Quartal. Damals hatten Gold-ETFs unter dem Strich noch Abflüsse von knapp 45 Tonnen verzeichnet. Die jüngsten Zuflüsse zeigen, dass sich das Anlegerinteresse mit der Erholung des Preises und den Veränderungen am Anleihemarkt wieder verstärkt hat.

Geopolitische Risiken bleiben Teil des Preisbildes

Auch die internationale Lage unterstützt die Nachfrage nach Gold als Absicherungsinstrument. Die USA haben ihre Sanktionsmöglichkeiten gegen Unternehmen und Staaten ausgeweitet, die weiterhin wirtschaftliche Beziehungen zum Iran unterhalten. Die Spannungen im Nahen Osten hatten bereits in den vergangenen Monaten zeitweise starke Bewegungen bei Gold, Öl und Anleihen ausgelöst.

Geopolitische Risiken führen jedoch nicht automatisch zu steigenden Goldpreisen. Entscheidend ist, wie sie sich auf Inflation, Energiepreise, Zinsen und die Nachfrage nach sicheren Anlagen auswirken. Gerade steigende Ölpreise können zugleich die Inflationssorgen erhöhen und damit die Aussicht auf höhere Zinsen verstärken. Für Gold können daraus gegenläufige Effekte entstehen.

Analysten sehen weiteres Potenzial, aber hohe Unsicherheit

Die Prognosen für Gold bleiben entsprechend breit. Bank of America hatte Anfang Juli ihre durchschnittliche Goldpreisprognose für 2026 auf 4.360 Dollar je Feinunze gesenkt. Gleichzeitig hielt die Bank an der Einschätzung fest, dass Kurse von 5.000 Dollar nach dem Ende eines möglichen Straffungszyklus der Federal Reserve erreichbar sein könnten.

Morgan Stanley erklärte im August, Gold könne 2027 oder bereits zuvor die Marke von 5.000 Dollar überschreiten, falls sich die makroökonomischen Bedingungen entsprechend entwickeln. Solche Angaben sind Szenarien und keine gesicherten Kursziele.

Auch der World Gold Council hatte zur Jahresmitte mehrere mögliche Entwicklungen beschrieben. Als positive Faktoren nannte die Organisation unter anderem niedrigere Zinserwartungen, eine schwächere Konjunktur, neue geopolitische Spannungen und verstärkte langfristige Investorennachfrage. Ein Umfeld mit robustem Wachstum und steigenden Renditen könnte dagegen wieder Druck auf den Goldpreis ausüben.

Nach dem schnellen Anstieg der vergangenen Tage richtet sich der Blick deshalb vor allem auf die nächsten US-Inflationsdaten, die Entwicklung des Dollars und die Signale der Federal Reserve. Die jüngste Rally ist deutlich, bewegt sich aber weiterhin unterhalb der Rekordstände vom Jahresbeginn.

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