Fox übernimmt Roku für rund 22 Milliarden Dollar und baut Streaminggeschäft aus

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Medienkonzern Fox Corporation hat die Übernahme des Streamingplattform-Anbieters Roku am Freitag, 6. November 2026, abgeschlossen. Der im Juni vereinbarte Zusammenschluss hatte einen Unternehmenswert von rund 22 Milliarden US-Dollar. Damit erweitert Fox sein Geschäft mit digitalen Fernsehangeboten und Streamingwerbung erheblich. Roku erreicht mit seiner Plattform nach Unternehmensangaben mehr als 100 Millionen Haushalte weltweit.

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Übernahme von Roku früher als ursprünglich geplant abgeschlossen

Die Vereinbarung zwischen Fox und Roku war am 15. Juni 2026 bekannt gegeben worden. Ursprünglich hatten die Unternehmen mit einem Abschluss in der ersten Jahreshälfte 2027 gerechnet. Nun wurde die Transaktion bereits knapp fünf Monate nach der Ankündigung vollzogen.

Der damals genannte Unternehmenswert lag bei etwa 22 Milliarden Dollar und berücksichtigte neben dem Wert der Aktien auch Schulden und vorhandene Barmittel. Die Übernahme wurde durch eine Kombination aus Bargeld und Fox-Aktien finanziert.

Roku-Aktionäre erhalten Bargeld und Fox-Aktien

Für jede zuvor gehaltene Roku-Aktie erhalten die bisherigen Anteilseigner 95,30 Dollar in bar sowie 0,9799 Aktien der Fox Corporation der Klasse A. Gegenüber der ursprünglichen Vereinbarung wurde damit der Bargeldanteil leicht reduziert und der Aktienanteil erhöht.

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Nach dem Zusammenschluss halten die bisherigen Fox-Aktionäre rund 74 Prozent des Unternehmens. Auf die früheren Roku-Aktionäre entfallen etwa 26 Prozent. Die eigenständige Börsennotierung von Roku endet nach Angaben von Fox mit dem Abschluss der Übernahme.

US-Justizministerium hatte den Zusammenschluss geprüft

Vor dem Vollzug stand die Übernahme unter kartellrechtlicher Kontrolle in den Vereinigten Staaten. Das US-Justizministerium hatte am 8. September 2026 zusätzliche Informationen und Unterlagen von beiden Unternehmen angefordert. Dadurch verlängerte sich die gesetzliche Prüfungsfrist.

Die erforderlichen Zustimmungen der Aktionäre beider Unternehmen lagen bereits seit Oktober vor. Mit dem nun erfolgten Abschluss wurde auch die regulatorische Hürde überwunden. Ob der Zusammenschluss mit bestimmten kartellrechtlichen Auflagen verbunden ist, ging aus der abschließenden Unternehmensmitteilung nicht hervor.

Fox bündelt Roku mit Tubi und FOX One

Durch den Kauf verbindet Fox seine Inhalte aus Sport, Nachrichten und Unterhaltung mit der technischen Infrastruktur und den Werbemöglichkeiten von Roku. Der Konzern betreibt bereits den kostenlosen, werbefinanzierten Streamingdienst Tubi und das Streamingangebot FOX One.

Künftig gehören auch die Roku-Plattform und The Roku Channel zum erweiterten Digitalgeschäft. Die neue Sparte Fox Digital Platforms wird gemeinsam von Roku-Gründer Anthony Wood und Fox-Manager Paul Cheesbrough geführt. Wood zieht außerdem in den Verwaltungsrat der Fox Corporation ein.

Für Fox eröffnet die Übernahme zusätzliche Möglichkeiten, eigene Inhalte über internetfähige Fernseher und Streaminggeräte zu verbreiten. Gleichzeitig erhält der Konzern Zugang zu den Werbetechnologien und den direkten Kundenbeziehungen von Roku. Dadurch gewinnt Fox im Wettbewerb um digitale Fernsehwerbung an Reichweite und technischen Möglichkeiten.

Was sich für Nutzer der Roku-Plattform ändert

Fox hat angekündigt, Roku weiterhin als offene Streamingplattform zu betreiben. Auch künftig sollen unterschiedliche Anbieter ihre Apps und Inhalte über das System verbreiten können. Damit soll Roku nicht ausschließlich auf Programme aus dem eigenen Fox-Konzern ausgerichtet werden.

Konkrete Änderungen bei der Verfügbarkeit einzelner Streamingdienste, bei Abonnementpreisen oder bei vorhandenen Roku-Geräten wurden im Zusammenhang mit dem Abschluss nicht angekündigt. Auch eine automatische Integration kostenpflichtiger Fox-Angebote in bestehende Roku-Dienste wurde nicht bestätigt.

Für andere Streamingunternehmen bleibt vor allem die künftige Behandlung ihrer Angebote auf der Plattform relevant. Fox kontrolliert nun sowohl eigene Fernsehinhalte als auch einen wichtigen technischen Vertriebsweg für konkurrierende Streamingdienste.

Fox erwartet Einsparungen von 400 Millionen Dollar

Der Medienkonzern verbindet die Übernahme mit finanziellen Erwartungen. Innerhalb von zwei Jahren nach dem Abschluss sollen jährliche Kosteneinsparungen mit einem Volumen von etwa 400 Millionen Dollar erreicht werden. Zusätzlich rechnet Fox mit möglichen Umsatzsteigerungen.

Die Unternehmensführung erwartet außerdem, dass die Übernahme spätestens im zweiten vollständigen Geschäftsjahr nach dem Abschluss einen positiven Beitrag zum freien Cashflow je Aktie leisten wird. Dabei handelt es sich um Unternehmensprognosen, deren tatsächliche Umsetzung noch offen ist.

Fox-Aktie gibt nach, Roku-Kurs nahezu unverändert

Am Freitag zeigte sich an der US-Börse eine unterschiedliche Kursentwicklung. Die Fox-Aktie der Klasse A lag am 6. November um 21:55 Uhr mitteleuropäischer Zeit bei 66,70 Dollar. Gegenüber dem vorherigen Schlusskurs entsprach dies einem Rückgang von 1,43 Prozent.

Die Roku-Aktie wurde um 21:42 Uhr mitteleuropäischer Zeit bei 160,49 Dollar gehandelt. Das entsprach einem leichten Plus von 0,07 Prozent gegenüber dem Vortag. Beide Werte sind zeitlich zugeordnete Momentaufnahmen und keine abschließenden Tageskurse.

Mit dem Zusammenschluss verändert sich die Stellung von Fox im US-amerikanischen Fernsehmarkt. Der Konzern ist nicht mehr ausschließlich Anbieter und Vermarkter eigener Medieninhalte, sondern kontrolliert zugleich eine international verbreitete Streamingplattform. Damit gewinnen Fragen des Zugangs zu Fernsehzuschauern und der Verteilung digitaler Werbeeinnahmen für die weitere Entwicklung des Unternehmens an Bedeutung.

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