
Frank Beard ist tot. Der langjährige Schlagzeuger der US-Rockband ZZ Top ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Nach Angaben der Band starb Beard am 17. August 2026 auf seiner Ranch in Richmond im US-Bundesstaat Texas. Er befand sich dort in Hospizbetreuung, Angehörige waren bei ihm. ZZ Top machte den Tod des Musikers am Dienstag öffentlich. Zu einer Todesursache machte die Gruppe keine Angaben. Auch eine konkrete Erkrankung wurde im Zusammenhang mit seinem Tod nicht offiziell genannt.
Beard prägte ZZ Top über mehr als ein halbes Jahrhundert. Die Band bezeichnet ihn in ihrer Mitteilung als ihren Schlagzeuger der vergangenen 56 Jahre. Gemeinsam mit Gitarrist und Sänger Billy Gibbons sowie Bassist Dusty Hill bildete er die klassische Besetzung der texanischen Rockgruppe. Das Trio spielte seit 1970 zusammen und blieb bis zum Tod Hills im Jahr 2021 praktisch unverändert. Danach übernahm Elwood Francis den Bass und ZZ Top setzte seine Konzerttätigkeit fort. Mit Beards Tod ist Billy Gibbons das letzte noch lebende Mitglied dieser jahrzehntelang bestehenden Dreierbesetzung.
Gibbons würdigte Beard als engen Freund, langjährigen musikalischen Partner und außergewöhnlichen Schlagzeuger. Besonders hob er dessen charakteristischen Backbeat hervor, der den Sound von ZZ Top entscheidend geprägt habe. Zugleich kündigte Gibbons an, dass die Band weiterbestehen soll. Dies habe auch Beards Wunsch entsprochen. Damit steht fest, dass sein Tod zumindest nach den bisherigen Plänen nicht das Ende von ZZ Top bedeutet.
Unmittelbare Folgen hat der Todesfall für die laufende Tournee. ZZ Top sagte den für den 18. August geplanten Auftritt in Sandy bei Salt Lake City sowie das Konzert am 19. August in Colorado Springs ab. Beide Termine werden auch im offiziellen Tourkalender als abgesagt geführt. Die Band will ihre aktuelle Tour anschließend fortsetzen. Für den 22. und 23. August sind zwei Konzerte im ACL Live at The Moody Theater in Austin, Texas, eingetragen.
Beard hatte bereits zuvor zeitweise aus gesundheitlichen Gründen bei Konzerten gefehlt. Im März 2025 zog er sich vorübergehend von einer Tour zurück, nachdem Probleme an Fuß und Knöchel öffentlich gemacht worden waren. Später kehrte er ans Schlagzeug zurück. Aus diesen früheren gesundheitlichen Problemen lässt sich jedoch keine Todesursache ableiten. Eine solche hat weder die Band noch ihr Umfeld offiziell bekannt gegeben.
ZZ Top entstanden Ende der 1960er Jahre in Texas und entwickelten einen unverwechselbaren Stil aus Blues, Rock, Boogie und später auch moderner Studiotechnik. Bereits in den 1970er Jahren gelang der Band mit dem Album „Tres Hombres“ und Stücken wie „La Grange“ der kommerzielle Durchbruch. Beard bildete mit Dusty Hill dabei das rhythmische Fundament für Billy Gibbons‘ Gitarrenspiel.
Eine zweite und noch größere Erfolgsphase folgte in den 1980er Jahren. Das 1983 veröffentlichte Album „Eliminator“ verband den traditionellen ZZ-Top-Sound mit Synthesizern und elektronischen Produktionselementen. Titel wie „Gimme All Your Lovin‘“, „Sharp Dressed Man“ und „Legs“ wurden international bekannt. Gleichzeitig machten aufwendig produzierte Musikvideos die Band zu einem festen Bestandteil des damals noch jungen Musiksenders MTV. Dadurch erreichte ZZ Top ein Publikum weit über die klassische Bluesrock-Szene hinaus.
Eine Besonderheit von ZZ Top war die außergewöhnliche personelle Kontinuität. Gibbons, Hill und Beard standen mehr als fünf Jahrzehnte gemeinsam auf der Bühne. Die Rock & Roll Hall of Fame bezeichnete ZZ Top bereits bei der Aufnahme der Band im Jahr 2004 als eine der am längsten ohne Besetzungswechsel bestehenden Rockgruppen. Beard wurde gemeinsam mit Gibbons und Hill als Mitglied der Band aufgenommen.
Auch kommerziell gehörte ZZ Top zu den erfolgreichsten amerikanischen Rockgruppen ihrer Generation. Nach Angaben der Associated Press verkaufte die Band weltweit mehr als 50 Millionen Tonträger. Sie erreichte mit sieben Alben die Top Ten der US-Albumcharts und mit sechs Singles Platz eins der Billboard Mainstream Rock Airplay Charts. Bei den Grammy Awards kam ZZ Top auf drei Nominierungen. Die Recording Academy führt Beard entsprechend ebenfalls mit drei Nominierungen, darunter für die Alben „Eliminator“ und „Afterburner“ sowie für den Musikfilm „That Little Ol‘ Band From Texas“.
Optisch nahm Beard innerhalb des Trios eine besondere Rolle ein. Während Billy Gibbons und Dusty Hill mit ihren langen Bärten zu zwei der bekanntesten Erscheinungsbilder des Rock wurden, trat ausgerechnet der Musiker mit dem Nachnamen Beard meist ohne den markanten Vollbart seiner Kollegen auf. Sonnenbrillen, Hüte und die bewusst überzeichnete Texas-Ästhetik wurden dennoch zu einem gemeinsamen Markenzeichen der Gruppe.
Musikalisch stand Beard deutlich weniger im Vordergrund als Gibbons und Hill. Seine Bedeutung für die Band lag vor allem im konstanten Rhythmus und in einer Spielweise, die Blues, Boogie und geradlinigen Rock miteinander verband. Mit seinem Tod verliert ZZ Top nach Dusty Hill innerhalb von fünf Jahren das zweite Mitglied jener Besetzung, mit der die Gruppe ihren weltweiten Ruf begründete. Die Band selbst hat zugleich deutlich gemacht, dass ihre Geschichte weitergehen soll.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu