Köln nimmt Abschied von Ex-Oberbürgermeister Fritz Schramma

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Symbolfoto

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Der frühere Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma ist tot. Er starb am Montag, 17. August 2026, im Alter von 78 Jahren. Die Stadt Köln bestätigte seinen Tod am Dienstagnachmittag. Nach Angaben der Stadt starb Schramma an den Folgen einer schweren Krankheit. Weitere Einzelheiten zu seiner Erkrankung wurden nicht mitgeteilt.

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Der Tod von Fritz Schramma löst in Köln große Anteilnahme aus. Der frühere Oberbürgermeister stand von September 2000 bis Oktober 2009 an der Spitze der Millionenstadt und gehörte zuvor seit 1989 dem Rat an. Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester würdigte seinen Vorgänger als Politiker, dessen Amtsverständnis eng mit seiner Verbundenheit zur Stadt und ihren Einwohnern verbunden gewesen sei.

Köln ordnet Trauerbeflaggung für Fritz Schramma an

Als Zeichen der Trauer hat Oberbürgermeister Torsten Burmester Trauerbeflaggung angeordnet. Von Mittwoch, 19. August, an sollen zudem im Historischen Rathaus sowie im Rathaus Spanischer Bau Kondolenzbücher ausliegen. Bürgerinnen und Bürger können dort ihrer Anteilnahme Ausdruck verleihen.

Die Familie Schrammas bittet nach Angaben der Stadt derzeit darum, von einer Kontaktaufnahme abzusehen. Die Vorbereitungen für die Beisetzungsfeier laufen. Einen Termin oder einen Ort gab die Stadt zunächst nicht bekannt. Diese Angaben sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

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Neun Jahre lang Oberbürgermeister von Köln

Fritz Schramma wurde am 27. August 1947 in Köln geboren. Bevor er hauptberuflich in die Kommunalpolitik wechselte, arbeitete er fast drei Jahrzehnte als Lehrer. Seit 1989 gehörte er dem Kölner Stadtrat an. Nach dem Tod des damaligen Oberbürgermeisters Harry Blum übernahm Schramma im Jahr 2000 zunächst als Bürgermeister repräsentative Aufgaben. Am 17. September 2000 wurde er zum Oberbürgermeister gewählt.

Seine Amtszeit fiel in eine Phase, in der sich auch die Rolle der Oberbürgermeister in Nordrhein-Westfalen grundlegend verändert hatte. Nach einer Reform der Gemeindeordnung lagen politische Repräsentation und Leitung der Stadtverwaltung nicht mehr bei getrennten Personen. Schramma gehörte damit zu jener Generation von Stadtoberhäuptern, die das neu zugeschnittene Amt als Verwaltungschef und oberster Repräsentant gleichzeitig ausfüllten.

Schulen, Stadtentwicklung und Rheinauhafen prägten seine Amtszeit

Zu den Schwerpunkten seiner Amtszeit gehörten nach Angaben der Stadt die Modernisierung von Schulen, der Ausbau der Ganztagsbetreuung und zusätzliche Betreuungsangebote für jüngere Kinder. Auch die Entwicklung des Rheinauhafens, neue Wohngebiete, Projekte zur Stärkung von Industrie, Medien und Kreativwirtschaft sowie Veränderungen im Umfeld des Kölner Hauptbahnhofs fielen in seine Zeit als Oberbürgermeister.

Schramma setzte zudem auf einen direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Zu Beginn seiner Amtszeit richtete die Stadt ein Bürgerbüro des Oberbürgermeisters mit persönlichen Sprechstunden ein. Er nutzte zudem früh das Internet für den unmittelbaren Dialog mit Einwohnern. Die Stadt Köln hebt dieses Verständnis einer stärker auf Bürgerkontakte ausgerichteten Kommunalpolitik in ihrer Würdigung ausdrücklich hervor.

Weltjugendtag machte Köln international zum Treffpunkt

Über Köln hinaus wurde Schrammas Amtszeit besonders durch den Weltjugendtag 2005 wahrgenommen. Hunderttausende junge Katholiken aus zahlreichen Ländern kamen damals in die Region. Papst Benedikt XVI. besuchte Köln wenige Monate nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche. Schramma bezeichnete den Weltjugendtag später selbst als einen der Höhepunkte seiner Zeit im Rathaus.

Auch die Debatte über den Bau der Zentralmoschee im Stadtteil Ehrenfeld begleitete seine Amtszeit. Schramma unterstützte das Vorhaben grundsätzlich und verstand die Moschee als Zeichen gesellschaftlicher Integration. Für dieses Engagement erhielt er unter anderem Auszeichnungen aus dem deutsch-türkischen Umfeld. Die Stadt würdigte ihn anlässlich seines Todes ausdrücklich als Vermittler in Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Stadtarchiv-Einsturz fiel in Schrammas letztes Amtsjahr

Zu den schwersten Ereignissen während seiner Amtszeit gehörte der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln im März 2009. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben, große Mengen historischen Archivguts wurden verschüttet und teilweise schwer beschädigt. Schramma bezeichnete das Ereignis später als einen Tiefpunkt seiner Amtszeit.

Im Oktober 2009 endete seine Zeit als Oberbürgermeister. Sein Nachfolger wurde Jürgen Roters. Schramma blieb auch danach in Köln gesellschaftlich präsent und engagierte sich in verschiedenen Bereichen. Mit seinem Tod verliert die Stadt einen früheren Oberbürgermeister, dessen neun Jahre im Rathaus von weitreichenden Veränderungen in Stadtentwicklung, Bildung und gesellschaftlichem Zusammenleben geprägt waren.

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