
Mit der FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 beginnt beim Berliner Netzwerkspezialisten FRITZ! eine neue Routergeneration. Das Unternehmen, das bis 2025 unter dem Namen AVM firmierte, hatte das Modell Anfang September auf der IFA 2026 vorgestellt. Nun erreicht die neue Technik den Markt. Zunächst wird sie bei 1&1 unter der Bezeichnung HomeServer Pro angeboten. Der Verkauf der FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 über den eigenen Shop des Herstellers ist dagegen erst für Anfang des ersten Quartals 2027 angekündigt.
Die wichtigste technische Besonderheit ist die Verbindung zweier Anschlusswelten in einem Gerät. Die Box besitzt sowohl ein integriertes DSL-Modem als auch einen direkten Glasfaseranschluss. Damit kann sie beispielsweise zunächst an einem VDSL-Anschluss betrieben und später grundsätzlich auch nach einem Wechsel auf Glasfaser weitergenutzt werden. Hinzu kommen Wi-Fi 7 auf drei Frequenzbändern, Telefoniefunktionen und eine Smart-Home-Zentrale.
1&1 hat den HomeServer Pro am 2. Oktober offiziell angekündigt. Nach Angaben des Unternehmens basiert das Gerät auf der FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 und ist seit Oktober 2026 verfügbar. Der Anbieter verkauft die neue Routergeneration in Schwarz und Weiß. Mindestens sechs Monate lang will 1&1 das Modell als einziger deutscher Netzbetreiber anbieten.
Zum Marktstart gehört der HomeServer Pro bei ausgewählten DSL- und Glasfaserangeboten zu einer Einführungsaktion. Alternativ können Kunden nach Angaben von 1&1 ein Startguthaben von 100 Euro wählen. Auf der aktuellen Glasfaserseite des Providers wird der HomeServer Pro bereits ausdrücklich als enthaltene Hardware beworben.
Die zeitliche Exklusivität bezieht sich dabei auf deutsche Netzbetreiber. FRITZ! selbst nennt für die reguläre FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 derzeit Anfang des ersten Quartals 2027 als voraussichtlichen Verkaufsstart im eigenen Onlineshop. Dort ist das Gerät mit einem Preis von 429 Euro gelistet, aktuell aber noch nicht verfügbar.
Technisch ist die neue Box für mehrere Zugangsarten ausgelegt. Das integrierte DSL-Modem unterstützt VDSL einschließlich Supervectoring 35b mit bis zu 300 MBit/s sowie ADSL2+. Für Glasfaser gibt es einen eigenen Anschluss mit LC/APC-Schnittstelle. Unterstützt werden GPON mit bis zu 2,5 GBit/s und AON mit bis zu 1 GBit/s. Außerdem lässt sich die Box über ihren WAN-Port hinter einem externen Glasfasermodem betreiben.
Beim Heimnetz setzt FRITZ! auf Triband-Wi-Fi 7. Der Router funkt auf 2,4, 5 und 6 GHz und erreicht laut Hersteller über alle Bänder zusammengerechnet theoretisch bis zu 12,2 GBit/s. Davon entfallen maximal 5.760 MBit/s auf das 6-GHz-Band, weitere 5.760 MBit/s auf 5 GHz und 688 MBit/s auf 2,4 GHz. Diese addierten Herstellerwerte sind keine einzelne Internetgeschwindigkeit, sondern beschreiben die theoretische maximale WLAN-Kapazität der verschiedenen Funkbänder.
Für kabelgebundene Geräte stehen ein kombinierter 2,5-Gigabit-WAN/LAN-Anschluss, ein weiterer 2,5-Gigabit-LAN-Port und zwei Gigabit-LAN-Buchsen bereit. Ein USB-2.0-Anschluss kann unter anderem für Speicher oder Drucker genutzt werden. Die durchschnittliche Leistungsaufnahme gibt FRITZ! mit 11,5 bis 12,5 Watt an.
Die FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 bleibt zugleich Telefonanlage und Smart-Home-Zentrale. Über die integrierte DECT-Basis lassen sich bis zu sechs Schnurlostelefone anmelden. Zusätzlich gibt es einen Anschluss für ein analoges Telefon, Faxgerät oder einen Anrufbeantworter sowie Unterstützung für IP-Telefone nach SIP-Standard.
Für das Smart Home unterstützt der Router neben DECT ULE auch Zigbee. Damit können kompatible Geräte für Licht, Heizung und weitere Anwendungen direkt eingebunden werden. Funktionen wie Mesh-WLAN, VPN über WireGuard oder IPSec, Kindersicherung, FRITZ!NAS und Mediaserver gehören ebenfalls zum Funktionsumfang von FRITZ!OS.
Mit der neuen Generation ändert FRITZ! nicht nur die Technik. Die DSL/Fiber 7-90 gehört zu den ersten Modellen mit dem neuen Bezeichnungssystem. Künftig soll bereits der Produktname erkennen lassen, für welche Anschlussart ein Gerät gedacht ist. Danach folgen Angaben zur WLAN-Generation und zur Modellklasse. Bei der DSL/Fiber 7-90 stehen deshalb die beiden unterstützten Festnetztechnologien unmittelbar im Namen.
Auffällig ist zudem das komplett überarbeitete Gehäuse. Statt der bisherigen flachen Bauform steht die Box weitgehend aufrecht. Die Anschlüsse und Kabel lassen sich so führen, dass sie im normalen Betrieb weniger sichtbar sind. Das Gerät kann frei aufgestellt, in ein Regal integriert oder an einer Wand befestigt werden. Für die Bedienung am Gehäuse hat FRITZ! die Zahl der Elemente auf eine Taste und eine Status-LED reduziert. Die Abmessungen liegen bei 220 mal 218 mal 62 Millimetern.
Mit der FRITZ!Box DSL/Fiber 7-90 verbindet der Hersteller damit mehrere Veränderungen gleichzeitig: ein neues Produktdesign, ein verständlicheres Namensschema, Wi-Fi 7 mit zusätzlichem 6-GHz-Band und die Möglichkeit, dasselbe Gerät direkt an DSL oder Glasfaser einzusetzen. Wer die neue Generation bereits im Herbst 2026 nutzen möchte, findet sie zunächst als 1&1 HomeServer Pro. Für die reguläre FRITZ!-Version nennt der Hersteller derzeit Anfang 2027.






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