
Die Deutschen beziehen Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung im Durchschnitt immer länger. Neue Daten der Deutschen Rentenversicherung für das Berichtsjahr 2025 zeigen, dass Frauen bei sogenannten Versichertenrenten im Schnitt auf eine Rentenbezugsdauer von 22,2 Jahren kamen. Bei Männern waren es 19,1 Jahre. Über beide Geschlechter hinweg lag der Durchschnitt bei 20,7 Jahren. Damit setzt sich die langfristige Entwicklung zu längeren Rentenlaufzeiten fort.
Die häufig genannte Zahl von 22,1 Jahren stammt dagegen aus dem Jahr 2024. Damals bezogen Frauen im Durchschnitt 22,1 Jahre lang eine Versichertenrente, Männer 18,9 Jahre. Insgesamt lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer bei 20,5 Jahren. Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer beschreibt dabei nicht, wie lange heutige Berufstätige künftig voraussichtlich Rente erhalten werden. Die Statistik betrachtet vielmehr Rentenfälle, die im jeweiligen Berichtsjahr endeten.
Welche Rentenart betrachtet wird, hat erheblichen Einfluss auf die Höhe der ausgewiesenen Bezugsdauer. Die von der Deutschen Rentenversicherung veröffentlichte Zeitreihe zur Rentenbezugsdauer umfasst Versichertenrenten. Dazu gehören Renten wegen Alters und wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Die 22,2 Jahre bei Frauen für 2025 sind deshalb nicht mit der durchschnittlichen Bezugsdauer einer reinen Altersrente gleichzusetzen.
Bei ausschließlich weggefallenen Altersrenten liegt die Bezugsdauer höher. Der Statistikband „Rente 2025“ der Deutschen Rentenversicherung erfasst dafür die im vergangenen Jahr beendeten Altersrenten. Nach diesen Daten waren solche Altersrenten 2025 im Durchschnitt 21,93 Jahre lang gezahlt worden. Bei Frauen lag die durchschnittliche Dauer bei 23,47 Jahren, bei Männern bei 20,30 Jahren. Der Statistikband für 2025 wurde im Juli 2026 veröffentlicht und enthält unter anderem Auswertungen zu Rentenzugängen und Rentenwegfällen.
Dass die Werte voneinander abweichen, ist daher kein Widerspruch. Es handelt sich um unterschiedliche statistische Abgrenzungen.
Über mehrere Jahrzehnte zeigt sich ein klarer Trend. 1995 lag die durchschnittliche Bezugsdauer von Versichertenrenten bundesweit bei Frauen noch bei 18,2 Jahren und bei Männern bei 13,6 Jahren. Für 2025 weist die aktuelle Statistik 22,2 Jahre bei Frauen und 19,1 Jahre bei Männern aus. Damit hat sich die Rentenbezugszeit seit Mitte der 1990er Jahre bei beiden Geschlechtern deutlich verlängert.
Das Statistische Bundesamt verweist in diesem Zusammenhang auf die langfristig gestiegene Lebenserwartung. Nach einem Rückgang während der Corona-Pandemie nahm sie 2023 und 2024 wieder zu und erreichte wieder das Niveau vor der Pandemie. Gleichzeitig ist in Deutschland auch das durchschnittliche Renteneintrittsalter über einen längeren Zeitraum gestiegen.
Die Entwicklung verläuft allerdings nicht gleichmäßig. Die Rentenversicherung weist darauf hin, dass die durchschnittliche Rentenbezugsdauer eines Jahres unter anderem von Änderungen im Rentenrecht, der Altersstruktur und besonderen Effekten beeinflusst wird. Auch die schrittweise Anhebung von Altersgrenzen wirkt auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns.
Der Abstand zwischen Frauen und Männern bleibt deutlich. Bei den 2025 weggefallenen Versichertenrenten lag die Differenz bei 3,1 Jahren. Das durchschnittliche sogenannte Wegfallsalter lag bei Männern bei 79,1 Jahren und bei Frauen bei 82,6 Jahren. Insgesamt wurden die erfassten Renten durchschnittlich bis zu einem Alter von 80,9 Jahren gezahlt.
Bei reinen Altersrenten ist das durchschnittliche Alter beim Ende des Rentenbezugs noch höher. Nach den Daten für 2025 lag es bei Männern bei rund 81,5 Jahren und bei Frauen bei rund 84,8 Jahren. Auch hier zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei der Bezugsdauer.
Die Zahlen lassen jedoch keine Prognose für einzelne Versicherte zu. Wann eine persönliche Altersrente beginnt und wie lange sie gezahlt wird, hängt unter anderem vom Geburtsjahr, der gewählten Rentenart und der individuellen Lebensdauer ab. Die Statistik beschreibt Durchschnittswerte bereits beendeter Rentenfälle.
Die Bedeutung solcher Veränderungen zeigt sich auch an der Größenordnung des Rentensystems. Ende 2025 wurden nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung rund 26,2 Millionen Renten gezahlt. Zum 1. Juli 2025 zählte die Rentenversicherung rund 21,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner ohne Waisenrenten. Im gesamten Jahr wurden rund 1,5 Millionen Rentenzugänge und ebenfalls knapp 1,5 Millionen Rentenwegfälle registriert.
Eine längere durchschnittliche Bezugszeit bedeutet deshalb, dass Rentenleistungen über einen längeren Zeitraum erbracht werden. Sie ist aber nur einer von mehreren Faktoren für die langfristige Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung. Ebenso relevant sind die Zahl der Beitragszahler, Beschäftigung und Löhne, die Höhe der Renten, der Renteneintritt sowie die Altersstruktur der Bevölkerung.






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