Galeria kämpft nach vierter Insolvenz um seine Warenhäuser

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Insolvenz bei Galeria prägt auch Anfang November das Weihnachtsgeschäft der Warenhauskette. Nach dem Insolvenzantrag vom 2. Oktober 2026 bleiben die bundesweit 83 Warenhäuser zunächst geöffnet. Das Unternehmen meldet inzwischen eine verbesserte Umsatzentwicklung und führt Gespräche mit möglichen Investoren. Welche Standorte langfristig bestehen bleiben, ist jedoch weiterhin offen.

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Gericht ordnet vorläufiges Insolvenzverfahren an

Das Amtsgericht Düsseldorf ordnete am 5. Oktober ein vorläufiges Regelinsolvenzverfahren an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Frank Kebekus bestellt. Er prüft die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und die Voraussetzungen für eine Fortführung. Eine endgültige Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens stand zunächst noch aus.

Bereits im Juni hatte Galeria eine Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro vom US-Finanzierer Gordon Brothers erhalten. Im Oktober folgte eine Vereinbarung über ein sogenanntes Massedarlehen, mit dem der laufende Geschäftsbetrieb unterstützt werden soll. Insbesondere die Versorgung der Warenhäuser mit neuen Produkten soll dadurch gesichert werden.

Zukunft der 83 Galeria-Filialen bleibt ungewiss

Obwohl sämtliche 83 Warenhäuser zunächst weiterarbeiten, steht das Filialnetz auf dem Prüfstand. Bereits im Sommer hatte Galeria angekündigt, 33 Standorte wirtschaftlich zu überprüfen und mit Vermietern über neue Mietbedingungen zu verhandeln. Eine endgültige Zahl möglicher Schließungen wurde bislang nicht bestätigt.

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Parallel sucht das Unternehmen mit Unterstützung der Unternehmensberatung Roland Berger nach neuen Investoren. Nach Angaben von Galeria haben bereits Gespräche mit ersten Interessenten begonnen. Am 27. Oktober erklärte die Geschäftsführung außerdem, dass die Umsätze vor dem Weihnachtsgeschäft deutlich über dem Vorjahresniveau lägen. Konkrete Zahlen zur Umsatzsteigerung wurden nicht genannt.

Gutscheine können wieder eingelöst werden

Für Kundinnen und Kunden hat sich die Situation zuletzt verbessert. Nachdem Galeria zeitweise keine Gutscheine mehr angenommen und einzelne Verkaufsbereiche abgesperrt hatte, wurden diese Einschränkungen wieder aufgehoben. Seit dem 20. Oktober können Gutscheine nach Unternehmensangaben erneut gekauft und eingelöst werden.

Auch der Online-Shop bearbeitet Bestellungen nach Angaben der Warenhauskette wieder regulär. Die Belieferung der Filialen habe sich nach anfänglichen Schwierigkeiten stabilisiert. Der Einkauf ist damit weiterhin möglich, auch wenn die langfristige Zukunft einzelner Warenhäuser ungeklärt bleibt.

Insolvenzgeld für Tausende Beschäftigte bewilligt

Die Warenhauskette beschäftigt nach den zuletzt veröffentlichten Angaben rund 11.250 Menschen. Die Bundesagentur für Arbeit bewilligte am 13. Oktober Insolvenzgeld für 9.650 Beschäftigte. Die Zahlungen sollen über eine Bank vorfinanziert werden. Damit sind die Löhne und Gehälter der betroffenen Mitarbeiter für Oktober, November und Dezember abgesichert.

Für weitere Beschäftigte, unter anderem aus den Bereichen Gastronomie und Lebensmittel, laufen gesonderte Insolvenzverfahren. Ob es im Zuge der Sanierung zu einem größeren Stellenabbau kommt, ist weiterhin offen.

Bereits vier Insolvenzanträge seit 2020

Galeria hatte bereits 2020, 2022 und 2024 Insolvenz angemeldet. Nach dem dritten Verfahren übernahmen im Sommer 2024 die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Bernd Beetz die Warenhauskette. Im Zuge der damaligen Sanierung verringerte sich die Zahl der Standorte von 92 auf 83.

Die erneute Insolvenz fällt in eine Phase, in der der klassische Warenhaushandel seit Jahren unter erheblichem Veränderungsdruck steht. Der wachsende Onlinehandel, veränderte Einkaufsgewohnheiten und die wirtschaftlichen Anforderungen großer Innenstadtimmobilien erschweren das Geschäft. Für Galeria hängt die weitere Entwicklung nun insbesondere von der Finanzierung, möglichen Investoren und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der verbleibenden Standorte ab.

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