Papst Leo XIV. gibt Kardinal Gambetti eine neue Aufgabe

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Papst Leo XIV. hat eine wichtige Personalentscheidung im Vatikan getroffen. Kardinal Mauro Gambetti wird neuer Erzbischof von Chieti-Vasto in der italienischen Region Abruzzen. Das Presseamt des Heiligen Stuhls gab die Ernennung am Samstag, 3. Oktober 2026, offiziell bekannt. Damit endet zugleich Gambettis mehr als fünfjährige Tätigkeit in mehreren bedeutenden Funktionen rund um den Petersdom und die Vatikanstadt. Wer diese Aufgaben übernimmt, war zunächst nicht bekannt.

Der Papst ernannte Gambetti zum Metropoliterzbischof von Chieti-Vasto und versetzte ihn ausdrücklich aus seinen bisherigen Ämtern als Generalvikar des Papstes für die Vatikanstadt, Erzpriester der päpstlichen Basilika St. Peter und Präsident der Dombauhütte von St. Peter. Der 60 Jahre alte Franziskaner-Minorit übernimmt damit künftig die Leitung einer italienischen Ortskirche.

Nachfolge im Petersdom ist noch nicht geregelt

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Nachfolge Gambettis im Vatikan. Der Petersdom gehört zu den bedeutendsten Kirchen der katholischen Welt. Als Erzpriester der Basilika stand Gambetti an der Spitze einer zentralen kirchlichen Institution unmittelbar am Sitz des Papstes.

Mit seiner Versetzung wird außerdem das Präsidentenamt der Fabbrica di San Pietro, der Dombauhütte von St. Peter, frei. Die Einrichtung ist für Angelegenheiten des Petersdoms zuständig, darunter die Erhaltung und den baulichen Zustand der Basilika sowie organisatorische Fragen im Umgang mit Beschäftigten, Pilgern und Besuchern. Ihre Aufgaben sind in der vatikanischen Kurienordnung festgelegt.

Auch für Gambettis bisherige Funktion als Generalvikar des Papstes für die Vatikanstadt wurde zunächst kein Nachfolger veröffentlicht. Vatican News hielt nach der Bekanntgabe ausdrücklich fest, dass noch offen sei, wer die bisherigen Aufgaben künftig übernehmen werde. Damit steht nicht fest, ob alle drei Positionen erneut in einer Hand gebündelt oder getrennt vergeben werden. Eine entsprechende Entscheidung des Papstes war bis Sonntagvormittag nicht veröffentlicht worden.

Mauro Gambetti wechselt nach Chieti-Vasto

Gambetti wurde am 27. Oktober 1965 in Castel San Pietro Terme bei Bologna geboren. Zunächst studierte er Maschinenbau an der Universität Bologna. 1992 trat er in den Orden der Franziskaner-Minoriten ein, 1998 legte er seine ewigen Gelübde ab. Nach weiteren theologischen Studien wurde er im Januar 2000 zum Priester geweiht.

Von 2013 bis 2020 leitete er als Kustos den Sacro Convento an der Basilika des heiligen Franziskus in Assisi. Im Herbst 2020 erhielt er den persönlichen Titel eines Erzbischofs und wurde zum Bischof geweiht. Papst Franziskus nahm Gambetti wenige Tage später, am 28. November 2020, in das Kardinalskollegium auf.

Im Februar 2021 berief Franziskus ihn in den Vatikan. Gambetti wurde Erzpriester des Petersdoms und Präsident der Dombauhütte von St. Peter. Hinzu kam das Amt des Generalvikars für die Vatikanstadt. 2023 ernannte Franziskus ihn außerdem zum Richter am Kassationsgericht des Staates der Vatikanstadt. Gambetti gehört zudem dem Dikasterium für die Institute des geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens an.

Bruno Forte scheidet nach mehr als zwei Jahrzehnten aus

In Chieti-Vasto folgt Gambetti auf Erzbischof Bruno Forte. Der 77 Jahre alte italienische Theologe leitete das Erzbistum seit 2004. Papst Leo XIV. nahm nun dessen Rücktritt vom Amt an. Nach dem katholischen Kirchenrecht werden Diözesanbischöfe mit Vollendung des 75. Lebensjahres gebeten, dem Papst ihren Amtsverzicht anzubieten. Über dessen Annahme entscheidet anschließend der Papst.

Forte erklärte in einer Mitteilung des Erzbistums, er habe Leo XIV. bei einer Audienz am 14. Mai seinen Rücktritt vorgelegt. Nach seinen Angaben hatte Papst Franziskus ihn zuvor gebeten, sein Amt noch zwei Jahre über die Altersgrenze hinaus weiterzuführen. Bis zur Amtsübernahme Gambettis bleibt Forte Apostolischer Administrator von Chieti-Vasto.

Der Amtsantritt des neuen Erzbischofs ist nach Angaben des Erzbistums für den Nachmittag des 29. November vorgesehen, den ersten Adventssonntag. Anschließend will sich Forte nach Neapel zurückziehen.

Wechsel von einer Vatikanfunktion in die Leitung eines Erzbistums

Für Gambetti bedeutet die Entscheidung einen deutlichen Wechsel der Aufgaben. In Rom war er unmittelbar mit der Leitung und Organisation des Petersdoms sowie mit kirchlichen Aufgaben innerhalb des Vatikanstaates befasst. In Chieti-Vasto übernimmt er nun die reguläre pastorale Leitung eines Metropolitanerzbistums.

Die Ernennung fällt zudem in das Jahr des 800. Todestages des heiligen Franziskus von Assisi. Gambetti gehört selbst den Franziskaner-Minoriten an und war viele Jahre an der Franziskusbasilika in Assisi tätig. Das Erzbistum Chieti-Vasto hob diesen Zusammenhang bei der Bekanntgabe der Ernennung ausdrücklich hervor.

Über weitergehende Gründe für den Personalwechsel machte der Heilige Stuhl in seiner offiziellen Mitteilung keine Angaben. Bestätigt ist die Versetzung Gambettis nach Chieti-Vasto und damit sein Ausscheiden aus den drei genannten Vatikanämtern. Offen blieb zunächst, wen Leo XIV. mit der Leitung des Petersdoms, der Dombauhütte von St. Peter und der Aufgabe des Generalvikars für die Vatikanstadt betrauen wird.

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