Verivox erwartet weitere Gaspreiserhöhungen bei niedrigen Speicherständen

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Die Gaspreise in Deutschland könnten in den kommenden Monaten weiter steigen. Das Vergleichsportal Verivox erwartet zusätzliche Preiserhöhungen der Energieversorger, von denen auch Bestandskunden betroffen sein könnten. Gleichzeitig sind die deutschen Gasspeicher deutlich schwächer gefüllt als in den vergangenen Jahren. Die Bundesnetzagentur bewertet die Gasversorgung dennoch weiterhin als stabil.

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Verivox rechnet mit steigenden Gaspreisen für Bestandskunden

Verivox-Chef Daniel Puschmann geht davon aus, dass weitere Energieversorger ihre Gaspreise anheben werden. Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe erklärte er am Freitag, 6. November 2026, dass das Unternehmen mit Preiserhöhungen in größerem Umfang rechne. Auch bestehende Lieferverträge könnten davon betroffen sein.

Nach seinen Angaben kostet Haushaltsgas derzeit rund 13 Cent je Kilowattstunde und damit knapp 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für Neukunden weist Verivox in seinem Tarifvergleich vom 5. November einen durchschnittlichen Preis von rund 14 Cent je Kilowattstunde aus. Grundlage ist ein Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bei Tarifen mit zwölfmonatiger Preisgarantie unter Berücksichtigung von Boni.

Wie stark einzelne Haushalte künftig belastet werden, hängt insbesondere von ihrem bestehenden Vertrag und der Preisgestaltung des jeweiligen Versorgers ab.

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Großhandelspreise haben sich seit Februar verdreifacht

Ein wesentlicher Grund für die erwarteten Preissteigerungen sind die höheren Beschaffungskosten. Nach Angaben von Puschmann lag der von ihm herangezogene Großhandelspreis für Erdgas im Februar noch bei rund 32 Euro je Megawattstunde. Inzwischen seien es etwa 96 Euro. Das entspricht einer Verdreifachung innerhalb weniger Monate.

Die Entwicklung hängt auch mit den internationalen Energiemärkten zusammen. Einschränkungen der Gasversorgung infolge des Konflikts im Nahen Osten haben die Handelsbedingungen verändert. Europa steht insbesondere beim Flüssigerdgas, kurz LNG, im Wettbewerb mit anderen Abnehmern auf dem Weltmarkt.

Höhere Großhandelspreise wirken sich allerdings nicht unmittelbar auf sämtliche Haushaltsverträge aus. Viele Energieversorger beschaffen einen Teil ihres benötigten Gases langfristig. Deshalb können Preisanstiege erst mit mehreren Wochen oder Monaten Verzögerung bei Verbrauchern ankommen. Zudem unterscheiden sich die Einkaufsstrategien der Unternehmen.

Deutsche Gasspeicher nur noch zu rund 60 Prozent gefüllt

Neben den steigenden Preisen steht der Füllstand der deutschen Gasspeicher im Mittelpunkt. Anfang November waren die Speicher zu rund 61 Prozent gefüllt. Nach Daten der europäischen Speicherplattform AGSI+ lag der Wert am 4. November bei etwa 60,3 Prozent. Am entsprechenden Vorjahrestag waren es rund 75,3 Prozent gewesen.

Damit wurde auch das für den 1. November vorgesehene Speicherziel unterschritten. Nach der geltenden Gasspeicherfüllstandsverordnung müssen die meisten deutschen Speicheranlagen zu diesem Stichtag einen Füllstand von mindestens 80 Prozent erreichen. Für sechs bestimmte Anlagen gilt ein reduzierter Zielwert von 45 Prozent. Daraus ergibt sich für Deutschland insgesamt ein angestrebter Füllstand von ungefähr 70 Prozent.

Der vergleichsweise niedrige Speicherstand bedeutet allerdings nicht, dass Deutschland unmittelbar vor einem Gasmangel steht.

Bundesnetzagentur hält Gasversorgung weiter für gesichert

Die Bundesnetzagentur bewertet die Versorgungssituation trotz der niedrigen Speicherstände weiterhin als stabil. Entscheidend seien nicht allein die eingelagerten Reserven, sondern auch die laufenden Importe über Pipelines, die Anlieferung von Flüssigerdgas und der tatsächliche Verbrauch.

Deutschland verfügt inzwischen über mehrere Möglichkeiten, Erdgas aus unterschiedlichen Herkunftsländern zu beziehen. Dadurch unterscheidet sich die Versorgungssituation von der Energiekrise des Jahres 2022.

Die Bundesnetzagentur beobachtet insbesondere die Entwicklungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die internationalen Gasmärkte. Ob und in welchem Umfang die gestiegenen Beschaffungskosten an Haushalte weitergegeben werden, hängt unter anderem von der Dauer der Marktverwerfungen, den Einkaufsstrategien der Versorger und den bestehenden Vertragsbedingungen ab.

Was höhere Gaspreise für Haushalte bedeuten

Für Verbraucher können bereits geringe Veränderungen des Arbeitspreises spürbare Mehrkosten verursachen. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden führt ein Anstieg um einen Cent je Kilowattstunde zu zusätzlichen Kosten von 200 Euro jährlich, sofern alle übrigen Preisbestandteile unverändert bleiben.

Haushalte sollten deshalb ihre Vertragsbedingungen und mögliche Preisgarantien überprüfen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur müssen Energieversorger ihre Haushaltskunden grundsätzlich spätestens einen Monat vor einer Preisänderung informieren.

Bei einer Preiserhöhung besteht in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Ausnahmen können bei bestimmten vertraglich vereinbarten Anpassungen staatlich vorgegebener Preisbestandteile gelten. Wer wechseln möchte, sollte deshalb die Kündigungsfrist und die jeweiligen Vertragsbedingungen beachten.

Auch der Vergleich verschiedener Gastarife kann sich lohnen. Dabei sind neben dem Arbeitspreis auch Grundgebühren, Vertragslaufzeiten und der Umfang einer Preisgarantie entscheidend. Ob und wann ein einzelner Versorger seine Preise tatsächlich erhöht, lässt sich aus der allgemeinen Marktprognose von Verivox nicht ableiten.

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