
Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 3 im Landkreis Erlangen-Höchstadt sind am Montagmorgen, 26. Oktober 2026, vier Menschen verletzt worden. Auf dem Abschnitt zwischen Erlangen-West und Höchstadt-Ost war nach bisherigen Erkenntnissen ein Auto entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs. Anschließend kam es zu Zusammenstößen mit mehreren Fahrzeugen. Die Autobahn musste in Richtung Würzburg vollständig gesperrt werden. Für Autofahrer führte der Einsatz zu erheblichen Behinderungen im morgendlichen Verkehr.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur News5 war eine Frau mit einem Seat auf der falschen Richtungsfahrbahn in Richtung Regensburg unterwegs. Die Agentur beruft sich dabei auf erste polizeiliche Erkenntnisse. Demnach fuhr der Wagen mindestens seit der Anschlussstelle Höchstadt-Ost entgegen der vorgeschriebenen Richtung. An welcher Stelle und unter welchen Umständen die Falschfahrt tatsächlich begann, blieb zunächst offen.
Besonders knapp entging den Angaben zufolge eine Polizeistreife einem Zusammenstoß. Die Beamten waren auf dem Weg zu einem anderen Unfall, als sich ihnen das Auto auf ihrer Fahrbahn näherte. Sie konnten ausweichen. Wenig später stieß der Seat laut News5 mit zwei weiteren Autos und einem Sattelzug zusammen. Damit waren nach der bisherigen Darstellung insgesamt vier Fahrzeuge an den Kollisionen beteiligt.
Wie sich die einzelnen Zusammenstöße genau ereigneten, war zunächst nicht abschließend geklärt. Auch die Frage, weshalb das Fahrzeug auf der falschen Richtungsfahrbahn unterwegs war, blieb offen.
Nach vorläufigen Angaben der Rettungsdienste, die News5 veröffentlichte, wurden vier Menschen verletzt. Zwei Beteiligte erlitten leichte, zwei weitere mittelschwere Verletzungen. Welche Personen in welchen Fahrzeugen saßen und wie sich die Verletzungen auf die Beteiligten verteilten, war zunächst nicht bekannt.
Weitere gesicherte Angaben zum Gesundheitszustand der Verletzten oder zu möglichen Krankenhausaufenthalten lagen zunächst nicht vor. Auch die Zahl der insgesamt betroffenen Fahrzeuginsassen wurde nicht näher beziffert.
Eine Besonderheit des Einsatzes war der beteiligte Sattelzug. Nach dem Bericht von News5 handelte es sich um einen als Gefahrguttransport deklarierten Lastwagen, dessen Tank noch Benzinrückstände enthielt. Die Einsatzkräfte sperrten den Bereich deshalb großräumig ab. Über einen möglichen Austritt gefährlicher Stoffe lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor.
Durch die Zusammenstöße wurden zahlreiche Fahrzeugteile auf der Autobahn verteilt. Neben der Versorgung der Verletzten mussten Polizei und Feuerwehr daher auch die Unfallstelle absichern. Für die weiteren Arbeiten waren die beschädigten Fahrzeuge zu bergen, Trümmer zu beseitigen und die Fahrbahn zu reinigen. Hinzu kam die Sicherung der Unfallspuren, um den Ablauf rekonstruieren zu können.
Für Reisende in Richtung Würzburg war die A3 zwischen Erlangen-West und Höchstadt-Ost am Montagvormittag nicht befahrbar. Der ADAC führte die Strecke wegen der Unfallaufnahme als vollständig gesperrt und verwies auf die empfohlene Umleitung U82.
Als voraussichtliches Ende der Sperrung wurde in der Verkehrsmeldung etwa 16 Uhr genannt. Dabei handelte es sich um eine Prognose und nicht um eine bestätigte Freigabezeit.
Im Zulauf auf die Sperrung bildete sich ein kilometerlanger Rückstau. Der ADAC meldete am Vormittag zeitweise etwa fünf Kilometer Stau und einen Zeitverlust von mindestens einer Stunde. Auch auf der Gegenfahrbahn in Richtung Nürnberg gab es Einschränkungen. Dort war zwischen Höchstadt-Ost und Erlangen-West nach ADAC-Angaben der linke Fahrstreifen gesperrt.
Auch Bayern 3 informierte am Montagvormittag über die Vollsperrung. In einer Verkehrsmeldung von 10.30 Uhr hieß es, dass die Bergungsarbeiten voraussichtlich bis in den Nachmittag dauern würden.
Die Warnung vor einem entgegenkommenden Fahrzeug war bereits um 5.20 Uhr im Verkehrsangebot von Bayern 3 dokumentiert. Sie betraf den Abschnitt der A3 zwischen Erlangen-Frauenaurach und Höchstadt-Ost. Autofahrer wurden aufgefordert, besonders vorsichtig zu fahren und nicht zu überholen.
Wenig später meldeten die Verkehrsstellen Sperrungen auf dem betroffenen Autobahnabschnitt. Spätestens im morgendlichen Berufsverkehr führten die Bergungsarbeiten zu erheblichen Verzögerungen.
Zur Klärung des Unfallgeschehens waren neben der Polizei auch ein Unfallsachverständiger und weitere Einsatzkräfte vor Ort. Nach Angaben von News5 wurden die Spuren an der Unfallstelle untersucht. Auch gegen Schaulustige gingen Einsatzkräfte dem Bericht zufolge vor.
Welche konkreten Umstände zur Falschfahrt führten und ob Verstöße gegen Verkehrsvorschriften festgestellt werden, war zunächst nicht geklärt. Eine abschließende Bewertung der rechtlichen Verantwortung war damit nicht möglich.
Für Autofahrer, die eine Warnung vor einem Falschfahrer hören, empfiehlt der ADAC, die Geschwindigkeit zu reduzieren, möglichst weit rechts zu fahren, ausreichend Abstand zu halten und nicht zu überholen. Auch die Warnblinkanlage kann andere Verkehrsteilnehmer aufmerksam machen. Wer gefahrlos eine Ausfahrt oder einen Parkplatz erreichen kann, sollte dort auf weitere Informationen warten. Diese allgemeinen Empfehlungen gelten unabhängig davon, wodurch die Falschfahrt bei Erlangen ausgelöst wurde.
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