
Ein Lastwagenfahrer ist in Thüringen rund 30 Kilometer als Geisterfahrer auf der A71 unterwegs gewesen. Die Fahrt endete in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 27. September 2026, an einer geschlossenen Schranke vor dem Tunnel Eichelberg. Dort kollidierte der Sattelzug mit der Verkehrseinrichtung und beschädigte zudem einen wartenden Pkw. Nach Angaben der Autobahnpolizei wurde niemand verletzt.
Nach Angaben der Autobahnpolizeiinspektion Thüringen war der Sattelzug zwischen den Anschlussstellen Oberhof und Rentwertshausen entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs. Das Fahrzeug befand sich auf der Richtungsfahrbahn Sangerhausen, fuhr tatsächlich aber in Richtung Schweinfurt. Damit kam der Lastwagen dem regulären Verkehr auf dieser Fahrbahn entgegen.
Eine genaue Uhrzeit für den Beginn der Geisterfahrt nannte die Polizei in ihrer am Sonntagmorgen veröffentlichten Mitteilung nicht. Bestätigt ist lediglich, dass sich der Vorfall in der Nacht von Samstag auf Sonntag ereignete. Nach etwa 30 Kilometern erreichte der Sattelzug den Bereich des Tunnels Eichelberg zwischen Meiningen-Süd und Rentwertshausen. Dort war die Zufahrt durch eine geschlossene Schranke blockiert.
Der Lastwagen prallte nach Polizeiangaben gegen die Schranke. Dabei entstand erheblicher Sachschaden an der Verkehrseinrichtung. Beschädigt wurde außerdem ein Pkw, der vor der geschlossenen Schranke wartete. Wie hoch der Schaden insgesamt ausfiel, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Angaben zu weiteren beteiligten Fahrzeugen lagen zunächst nicht vor.
Trotz des Zusammenstoßes meldete die Autobahnpolizei keine Verletzten. Das gilt nach den bislang veröffentlichten amtlichen Angaben sowohl für den Fahrer des Sattelzugs als auch für die Insassen des betroffenen Pkw.
Nach der Kollision kam der Sattelzug zum Stehen. Polizeibeamte nahmen den Fahrer anschließend fest. Die Deutsche Presse-Agentur bestätigte unter Berufung auf die Autobahnpolizei ebenfalls, dass die rund 30 Kilometer lange Fahrt am Tunnel Eichelberg endete und niemand verletzt wurde.
Die A71 führt durch Thüringen in Nord-Süd-Richtung und verbindet unter anderem den Raum Erfurt und Suhl mit dem südthüringischen Raum sowie weiter mit Schweinfurt in Bayern. Der Tunnel Eichelberg liegt auf dem Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Meiningen-Süd und Rentwertshausen.
Die Autobahnpolizei teilte am Sonntagmorgen außerdem mit, dass bei dem Fahrer nach dem Vorfall der Einfluss von Alkohol und Betäubungsmitteln festgestellt worden sei. Auch der MDR berichtete unter ausdrücklicher Berufung auf die Polizei über diesen Befund.
Welche Konzentrationen festgestellt wurden und auf welcher konkreten Untersuchung die Angaben beruhen, ging aus der veröffentlichten Polizeimeldung zunächst nicht hervor. Ebenso lässt sich daraus nicht ableiten, weshalb der Sattelzug auf die falsche Fahrbahn geraten war oder weshalb die Fahrt über eine so lange Strecke fortgesetzt wurde.
Die Ursache der Geisterfahrt ist nach Angaben der Autobahnpolizei Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Weitere gesicherte Angaben zu den Umständen lagen zunächst nicht vor.
Die Autobahnpolizei sucht nun nach Verkehrsteilnehmern, die sich während der Geisterfahrt auf der A71 in Fahrtrichtung Sangerhausen befanden. Von besonderem Interesse sind Personen, die den entgegenkommenden Sattelzug wahrgenommen haben und möglicherweise abbremsen oder ausweichen mussten. Die Polizei führt den Vorgang unter dem Aktenzeichen 0246363/2026.
Damit soll auch geklärt werden, was sich während der rund 30 Kilometer langen Fahrt ereignete, bevor der Lastwagen am Tunnel Eichelberg zum Stillstand kam. Ob es neben dem beschädigten Pkw weitere konkrete Gefährdungssituationen gab, war zunächst nicht bestätigt.
Für den Bereich des Tunnels Eichelberg wurde in der Nacht eine Vollsperrung registriert. Eine Verkehrsmeldung mit Angaben der Landesmeldestelle führte den Abschnitt der A71 zwischen Meiningen-Süd und Rentwertshausen ab 23.39 Uhr in beiden Fahrtrichtungen als gesperrt.
Aus der Polizeimeldung geht jedoch nicht hervor, wie lange die Sperrung im Zusammenhang mit dem Unfall tatsächlich dauerte. Eine konkrete Uhrzeit für die vollständige Freigabe der Strecke wurde zunächst ebenfalls nicht genannt. Deshalb lässt sich aus den bislang bestätigten Angaben keine belastbare Dauer der unfallbedingten Sperrung ableiten.
Auch die genaue Abfolge vor Beginn der Geisterfahrt blieb zunächst offen. Die Polizei machte keine Angaben dazu, an welcher Stelle oder auf welche Weise der Sattelzug auf die falsche Richtungsfahrbahn gelangte. Fest steht nach dem bisherigen Ermittlungsstand lediglich, dass er zwischen Oberhof und Rentwertshausen auf der für den Verkehr nach Sangerhausen vorgesehenen Fahrbahn in Richtung Schweinfurt unterwegs war und die Fahrt nach rund 30 Kilometern am Tunnel Eichelberg endete.






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