Gladbachs Verletzungskrise verschärft sich: Auch Lidberg fehlt

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Borussia Mönchengladbach muss den nächsten personellen Rückschlag verkraften. Nach Kapitän Tim Kleindienst fällt nun auch Angreifer Isac Lidberg aus. Insgesamt stehen Trainer Alexander Blessin derzeit neun Profis nicht zur Verfügung. Die zahlreichen Verletzungen schränken die Möglichkeiten des Bundesligisten erheblich ein. Besonders im Sturm wird die Auswahl immer kleiner.

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Isac Lidberg fällt nach Oberschenkelproblemen aus

Der 28 Jahre alte Schwede gehört zu den jüngsten Ausfällen bei Borussia Mönchengladbach. Lidberg musste beim Bundesliga-Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Sonntag bereits in der 51. Minute ausgewechselt werden. Der Mittelstürmer hatte über Beschwerden geklagt und sich beim Verlassen des Platzes an den Oberschenkel gefasst.

Trainer Alexander Blessin bestätigte anschließend, dass der Wechsel nicht aus sportlichen Gründen erfolgt sei. Lidberg habe Probleme gehabt, weshalb eine Auswechslung notwendig geworden sei. Für die nächste Bundesligapartie steht der Angreifer nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur vom Donnerstag nicht zur Verfügung.

Welche Verletzung genau vorliegt, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Auch zur voraussichtlichen Ausfalldauer gibt es keine bestätigten Angaben. Damit bleibt offen, wie lange Borussia auf den Stürmer verzichten muss.

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Lidberg war erst im Sommer 2026 vom SV Darmstadt 98 nach Mönchengladbach gewechselt. Der schwedische Nationalspieler unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2030. Zuvor hatte er in zwei Spielzeiten für Darmstadt insgesamt 32 Tore in 64 Pflichtspielen erzielt. Bei Borussia kam der am 8. September 1998 geborene Angreifer bislang auf sechs Bundesligaeinsätze und einen Treffer.

Neun Ausfälle belasten den Gladbacher Kader

Die Ausfälle bei Borussia Mönchengladbach betreffen inzwischen nahezu alle Mannschaftsteile. Neben Lidberg stehen mehrere Stammspieler und Nachwuchskräfte nicht zur Verfügung. Für einen Teil der Verletzten fehlen weiterhin konkrete Rückkehrtermine.

Bereits länger verzichten muss Blessin auf Kapitän Tim Kleindienst. Der 31-Jährige hat sich erneut einen Muskelfaserriss zugezogen, nachdem er zuvor wegen anderer Verletzungsprobleme pausiert hatte. Blessin erklärte auf der Pressekonferenz am 16. Oktober, dass die neue Verletzung an einer anderen Stelle des Oberschenkels aufgetreten sei.

Hinzu kommen die folgenden Personalprobleme:

  • Franck Honorat: Der französische Offensivspieler fehlt wegen einer Muskelverletzung.
  • Ko Itakura: Der japanische Abwehrspieler laboriert an einem Muskelfaserriss im linken Gesäßmuskel.
  • Jens Castrop: Der Mittelfeldspieler befindet sich nach einer Schulterverletzung und Operation im Aufbautraining.
  • Enzo Leopold: Der Sommerneuzugang hat sich einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen und fällt längerfristig aus.
  • Jan Leszczyński: Beim jungen Innenverteidiger hatte Borussia eine Kniestauchung mitgeteilt. Sportdirektor Rouven Schröder widersprach später Berichten über eine andere Diagnose und erklärte, dass keine Operation vorgesehen sei.
  • Fritz Fleck: Der 19-jährige Mittelfeldspieler zog sich eine schwere Zerrung zu.
  • Nicolas Kühn: Der Offensivspieler hatte einen Muskelbündelriss erlitten. Er trainierte zuletzt wieder mit der Mannschaft, seine Rückkehr in den Spieltagskader war jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Damit umfasst der zuletzt betroffene Personalkreis neun Spieler einschließlich Kleindienst und Lidberg. Während die dpa am Donnerstag von neun Ausfällen berichtete, war insbesondere bei Kühn nach den vorherigen Vereinsangaben eine Rückkehr in den Kader möglich. Eine abschließende namentliche Aufstellung aller neun Ausfälle aus der jüngsten Pressekonferenz lag zunächst nicht vor.

Blessin sieht weiterhin erhebliche Personalprobleme

Alexander Blessin machte auf der Pressekonferenz vor der Begegnung mit dem VfB Stuttgart deutlich, dass sich die personelle Situation kaum verbessert habe. Mit Blick auf die verfügbaren Spieler erklärte der 53-Jährige laut dpa: „Es hat sich nicht viel positiv verändert.“

Bereits nach der erneuten Muskelverletzung von Kleindienst hatte Blessin die Bedeutung des Kapitäns hervorgehoben. Der Angreifer werde gerade in der aktuellen Situation dringend benötigt. Gleichzeitig betonte der Trainer, dass der Verein ihn bei seiner Rückkehr unterstützen werde.

Die Verletzungssituation trifft Blessin in einer schwierigen Phase. Der frühere Trainer des FC St. Pauli hatte Borussia erst im September übernommen, nachdem die Mannschaft die ersten vier Bundesliga-Begegnungen verloren hatte. Auch unter seiner Leitung gelang bislang kein Punktgewinn.

Nach sechs Spieltagen steht Mönchengladbach mit null Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Die sportliche Situation erhöht den Druck auf den Trainer, der zugleich zahlreiche personelle Umstellungen vornehmen muss.

Rückkehrer sollen den Kader wieder verstärken

Zumindest bei einzelnen Spielern hatte sich zuletzt eine Verbesserung angedeutet. Jens Castrop sollte nach Angaben Blessins in dieser Woche wieder vollständig ins Mannschaftstraining einsteigen. Damit könnte der 23-Jährige mittelfristig zusätzliche Möglichkeiten im zentralen Mittelfeld schaffen.

Auch Nicolas Kühn hatte bereits vor dem Hoffenheim-Spiel nahezu eine gesamte Trainingswoche mit der Mannschaft absolviert. Nach der längeren Pause musste der Trainer allerdings noch entscheiden, wann der Offensivspieler wieder ausreichend belastbar sein würde.

Bei Franck Honorat und Ko Itakura sprach Blessin zuletzt ebenfalls von Fortschritten. Beide waren für die Begegnung mit Hoffenheim allerdings noch keine Option. Ein verbindlicher Termin für ihre Rückkehr wurde nicht genannt.

Bei anderen Spielern ist eine schnelle Rückkehr weniger wahrscheinlich. Insbesondere Enzo Leopold steht nach seinem Kreuzbandriss vor einer längeren Rehabilitation. Auch bei Kleindienst, Leszczyński und Fleck bleiben die konkreten Ausfallzeiten offen.

Nachwuchsspieler und Machino rücken stärker in den Mittelpunkt

Der Ausfall von Lidberg verschärft vor allem die Situation im Angriff. Weil auch Tim Kleindienst fehlt, bleibt Shuto Machino als erfahrener Mittelstürmer im verfügbaren Aufgebot. Der Japaner hatte Lidberg bereits gegen Hoffenheim ersetzt.

Weitere Möglichkeiten bieten junge Spieler aus dem eigenen Kader. Der 17-jährige Wael Mohya konnte zuletzt auf sich aufmerksam machen. Auch Iaia Manco Danfa erhielt gegen Hoffenheim Einsatzzeit und gab sein Bundesligadebüt. Im Mittelfeld gehört zudem Mathieu Nguefack zu den jungen Alternativen, auf die Blessin zurückgreifen kann.

Sportdirektor Rouven Schröder hatte angesichts der zahlreichen Verletzungen bereits angekündigt, interne Abläufe überprüfen zu lassen. Nach der Auswechslung von Lidberg äußerte er die Hoffnung, dass beim Schweden keine schwerwiegendere Verletzung vorliege.

Konkrete Pläne für eine kurzfristige Verpflichtung eines vereinslosen Spielers wurden zunächst nicht bekannt. Auch Gespräche mit möglichen Neuzugängen waren nicht bestätigt.

Damit liegt der Schwerpunkt vorerst auf den verfügbaren Profis, möglichen Rückkehrern und dem eigenen Nachwuchs. Für Borussia Mönchengladbach geht es darum, trotz der angespannten Personallage wieder mehr Stabilität zu erreichen. Die Verletzungen erschweren diese Aufgabe erheblich.

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