
Der FC Bayern München stellt seine Eigentümerstruktur neu auf und erhält durch den Einstieg der Viessmann Generations Group zusätzliches Kapital. Das Familienunternehmen wird vierter Minderheitsaktionär der FC Bayern München AG. Nach Abschluss der Transaktion soll Viessmann knapp 6,7 Prozent der Anteile halten. Der eingetragene Verein behält mit 70 Prozent die Mehrheit. Über eine Zahlung von rund 250 Millionen Euro wird bereits seit August berichtet. Eine offizielle Bestätigung der Summe gibt es allerdings nicht.
Der FC Bayern bestätigte die Vereinbarung am Donnerstag, 22. Oktober 2026. Die Viessmann Generations Group übernimmt das letzte bislang verfügbare Beteiligungspaket. Dieses entsprach ursprünglich fünf Prozent der FC Bayern München AG. Weil der Einstieg über eine Kapitalerhöhung organisiert wird, ergibt sich für den neuen Aktionär eine Beteiligung von knapp 6,7 Prozent.
Damit verändert sich die bisherige Verteilung der Anteile. Der FC Bayern München e.V. hielt bislang 75 Prozent der AG. Die übrigen 25 Prozent waren gleichmäßig auf Adidas, Audi und Allianz verteilt. Jedes dieser Unternehmen besaß rund 8,33 Prozent.
Künftig entfallen 70 Prozent auf den Verein. Adidas, Audi und Allianz halten dann jeweils etwas weniger als 7,8 Prozent. Hinzu kommt Viessmann mit knapp 6,7 Prozent. Insgesamt besitzen die vier Minderheitsaktionäre damit 30 Prozent der Gesellschaft.
Bei der Kapitalerhöhung werden zusätzliche Aktien geschaffen. Die bisherigen Beteiligungen werden dadurch prozentual verwässert. Ein unmittelbarer Verkauf bestehender Aktien durch Adidas, Audi oder Allianz ist nicht Bestandteil der angekündigten Konstruktion.
Über den finanziellen Umfang der Vereinbarung machten weder der FC Bayern noch Viessmann konkrete Angaben. Bereits im August hatten Münchner Merkur und tz über einen möglichen Kaufpreis von rund 250 Millionen Euro berichtet.
Nach Informationen der Münchner Abendzeitung bewegt sich die tatsächlich vereinbarte Summe ebenfalls in dieser Größenordnung. Das würde dem FC Bayern einen erheblichen zusätzlichen Kapitalzufluss verschaffen. Eine offiziell bestätigte Bewertung der FC Bayern München AG lässt sich daraus bislang nicht ableiten.
Auch der genaue Zahlungszeitpunkt wurde nicht veröffentlicht. Nach Informationen der Abendzeitung wurden die Verträge am Donnerstagmorgen unterzeichnet. Der FC Bayern erklärte, dass die Partnerschaft mit der zeitnah vorgesehenen Eintragung ins Handelsregister in Kraft trete. Damit war der gesellschaftsrechtliche Vollzug zum Zeitpunkt der Bekanntgabe noch nicht ausdrücklich als abgeschlossen bestätigt.
Einzelheiten zu den erforderlichen Gremienbeschlüssen oder bereits erfolgten Zahlungen wurden in der Mitteilung nicht genannt.
Mit dem Einstieg des neuen Gesellschafters erweitert der FC Bayern seine finanziellen Möglichkeiten. Vereinspräsident Herbert Hainer betonte, die verbesserte Eigenkapitalbasis verschaffe dem Klub mehr Handlungsspielraum. Gleichzeitig stärke der Schritt die langfristige wirtschaftliche Eigenständigkeit.
Welche konkreten Investitionen aus den zusätzlichen Mitteln finanziert werden sollen, steht allerdings nicht fest. Insbesondere für mögliche Spielertransfers gibt es bislang keine öffentlich bestätigte Zweckbindung.
Das Sportportal sport.de griff am Donnerstag die Möglichkeit einer neuen Transferoffensive auf. Auch die Abendzeitung ordnete den möglichen Kapitalzufluss im Zusammenhang mit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und künftigen Transferausgaben ein. Konkrete Personalentscheidungen oder ein zusätzliches Transferbudget sind damit jedoch nicht verbunden.
Eine andere Verwendung wäre ebenfalls möglich. Die zusätzlichen Eigenmittel könnten beispielsweise die Liquiditätsreserven stärken oder langfristige Investitionen finanzieren. Entsprechende Beschlüsse hat die Vereinsführung bislang nicht bekanntgegeben.
Der FC Bayern verfolgt seit Jahren eine vergleichsweise vorsichtige Finanzpolitik. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hatte bei der Vorstellung des Jahresabschlusses 2024/25 hervorgehoben, dass der Verein seine Ausgaben an den erwirtschafteten Einnahmen ausrichte. Eine neue Aussage Dreesens zur konkreten Verwendung der Viessmann-Mittel wurde in der Mitteilung vom Donnerstag nicht veröffentlicht.
Mit der Beteiligung verändert sich auch die Besetzung des Kontrollgremiums. Max Viessmann, Vorstandschef der Viessmann Generations Group, soll Mitglied des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG werden.
Das Gremium soll dafür von neun auf zehn Mitglieder erweitert werden. Den Vorsitz führt weiterhin Vereinspräsident Herbert Hainer. Viessmann gehört bereits dem Verwaltungsbeirat des FC Bayern München e.V. an und ist deshalb mit den Strukturen des Klubs vertraut.
Eine besondere Rolle spielt die bereits bestehende Geschäftsbeziehung. Seit 2018 arbeiten der FC Bayern und Viessmann zusammen. Aus einer ursprünglichen Markenpartnerschaft entwickelte sich eine internationale Kooperation mit Schwerpunkt auf Klimathemen.
Max Viessmann erklärte anlässlich der Vereinbarung, dass sein Unternehmen neben finanziellen Mitteln auch unternehmerische Erfahrung einbringen wolle. Die Zusammenarbeit soll sich künftig insbesondere auf Nachhaltigkeit, Internationalisierung und Digitalisierung konzentrieren.
Der Einstieg ist damit nicht ausschließlich als Finanzbeteiligung angelegt, sondern umfasst auch gemeinsame wirtschaftliche und strategische Projekte.
An den grundlegenden Mehrheitsverhältnissen ändert sich durch den neuen Gesellschafter nichts. Der FC Bayern München e.V. behält mit 70 Prozent weiterhin die Kontrolle über die ausgegliederte Profifußballgesellschaft.
Damit erfüllt der Verein auch künftig die sogenannte 50+1-Regel des deutschen Profifußballs. Diese sieht grundsätzlich vor, dass der Mutterverein bei einer ausgegliederten Kapitalgesellschaft die Mehrheit der Stimmrechte behält. Externe Investoren können sich finanziell beteiligen, sollen die Kontrolle über den Klub aber nicht übernehmen können.
Der FC Bayern geht mit seiner satzungsmäßigen Mindestbeteiligung von 70 Prozent über diese grundsätzliche Vorgabe hinaus. Die nun erreichte Grenze bedeutet zugleich, dass weitere Anteilsverkäufe nicht mehr ohne Änderung der vereinsinternen Vorgaben möglich wären.
Die 50+1-Regel bleibt auch auf Ebene der Bundesliga ein wichtiges Thema. Das Präsidium des Ligaverbands bekräftigte Anfang Oktober seine Unterstützung für das Prinzip. Hintergrund ist unter anderem die kartellrechtliche Bewertung durch das Bundeskartellamt vom August 2026.
Der Einstieg erfolgt bei einem Verein, der bereits vor der neuen Beteiligung zu den umsatzstärksten Fußballklubs Europas gehörte.
Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte der FC Bayern München einen Konzernumsatz von 978,3 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei 187,8 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Jahresüberschuss von 27,1 Millionen Euro.
Der neue Kapitalzufluss kommt somit zu einer bereits umfangreichen wirtschaftlichen Grundlage hinzu. Die Beteiligung von Viessmann soll nach Darstellung des Vereins vor allem die langfristige Planungssicherheit verbessern.
Auch für die Viessmann Generations Group ist das Engagement ein weiterer Schritt beim Ausbau ihrer Beteiligungen. Das Familienunternehmen ist nach eigenen Angaben in mehr als 40 Ländern tätig. Im industriellen Kern beschäftigt es rund 6.000 Menschen und erwirtschaftet jährlich etwa zwei Milliarden Euro Umsatz.
Nach dem Verkauf des Geschäftsbereichs Climate Solutions an den US-Konzern Carrier Global im Jahr 2024 konzentrierte sich Viessmann stärker auf weitere Industriegeschäfte und Beteiligungen. Dazu zählen unter anderem Kühltechnik, Lösungen für Reinräume sowie Infrastruktur für Wärme- und Stromnetze.
Mit dem Einstieg beim FC Bayern verbindet das Unternehmen seine bisherigen Aktivitäten als Sportpartner mit einer direkten gesellschaftsrechtlichen Beteiligung. Für die Münchner ist die Grenze der derzeit vorgesehenen Minderheitsbeteiligungen damit erreicht.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu