
Der Goldpreis ist zum Ende der Handelswoche deutlich unter Druck geraten. Am Freitag, 23. Oktober 2026, fiel der Preis für eine Feinunze erstmals seit Mitte Juli wieder unter die Marke von 4.000 US-Dollar. Steigende Ölpreise und die Erwartung einer weiterhin straffen Geldpolitik in den USA belasteten das Edelmetall. Nach einer besonders schwachen zweiten Wochenhälfte summierten sich die Verluste auf rund vier Prozent.
Damit steht der Goldpreis unter 4.000 Dollar im Mittelpunkt einer Entwicklung, die weit über den Edelmetallmarkt hinausreicht. Steigende Energiepreise erhöhen die Inflationsrisiken, während die Aussicht auf höhere Zinsen die Attraktivität von Gold gegenüber verzinslichen Anlagen verringert.
Der Goldpreis erreichte am Freitag zwischenzeitlich ein Dreimonatstief. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters lag der Preis für eine Feinunze am 23. Oktober um 17.20 Uhr MESZ bei 3.998,35 US-Dollar. Im Tagesverlauf hatte Gold bereits ein Tief von 3.975,23 Dollar erreicht.
Auch zum Wochenschluss blieb die Marke von 4.000 Dollar unterschritten. Die historischen Kursdaten von Investing.com weisen für den 23. Oktober einen Schlusskurs von 3.995,80 US-Dollar je Feinunze aus. Gegenüber dem Schlusskurs des Vortages von 4.024,23 Dollar entspricht dies einem Tagesverlust von rund 0,7 Prozent. Eine Feinunze entspricht etwa 31,1 Gramm.
Besonders ausgeprägt war die Abwärtsbewegung am Donnerstag. An diesem Tag verlor Gold nach den Kursdaten rund 2,8 Prozent. Bereits am Montag und Dienstag hatte das Edelmetall nachgegeben, während sich der Preis am Mittwoch vorübergehend etwas erholte.
Über die gesamte Handelswoche betrachtet ergab sich ein Minus von rund vier Prozent. Reuters zufolge war dies der stärkste Wochenverlust seit Juni 2026.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor für den Goldmarkt war der deutliche Anstieg der Ölpreise. Die Nordseesorte Brent erreichte am Freitag den höchsten Stand seit mehr als fünf Monaten. Hintergrund waren Sorgen über mögliche Störungen der Energieversorgung nach Angriffen der Huthi in Saudi-Arabien.
Höhere Energiepreise können die Inflation verstärken, weil Transport, Produktion und zahlreiche Dienstleistungen teurer werden. Dadurch wächst das Risiko, dass die Teuerung länger erhöht bleibt und Notenbanken ihre Geldpolitik weniger schnell lockern können.
Für Gold entsteht daraus ein Nachteil. Das Edelmetall wirft selbst keine laufenden Zinsen ab. Bleiben die Renditen anderer Anlagen hoch, steigen die Opportunitätskosten einer Goldanlage. Gleichzeitig gilt Gold zwar traditionell als Absicherung gegen wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheit, doch dieser Effekt konnte die jüngsten Kursverluste nicht verhindern.
Zusätzlichen Verkaufsdruck verursachten nach Einschätzung von Marktbeobachtern die Verluste an den US-Aktienbörsen. Insbesondere die Schwäche von Technologiewerten führte zu erhöhtem Liquiditätsbedarf einzelner Marktteilnehmer. Dadurch gerieten auch Gold und Silber unter Verkaufsdruck.
Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die nächste Sitzung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve. Der zuständige Offenmarktausschuss kommt am 27. und 28. Oktober 2026 zusammen.
Nach den von Reuters am Freitag veröffentlichten Marktdaten rechneten Händler überwiegend mit unveränderten Leitzinsen bei dieser Sitzung. Die aus dem CME FedWatch Tool abgeleitete Wahrscheinlichkeit dafür lag bei rund 92 Prozent. Für die Dezember-Sitzung wurde dagegen eine Wahrscheinlichkeit von etwa 78 Prozent für eine Zinserhöhung eingepreist.
Diese Einschätzungen wurden durch zuletzt stärker als erwartet ausgefallene amerikanische Verbraucher- und Erzeugerpreisdaten beeinflusst. Sie deuten auf anhaltenden Inflationsdruck hin und verringern aus Sicht der Finanzmärkte den Spielraum für eine Lockerung der Geldpolitik.
Weitere Hinweise zur Preisentwicklung in den USA werden am 29. Oktober erwartet. Dann sollen neue Daten zu den persönlichen Konsumausgaben veröffentlicht werden. Der dabei verwendete PCE-Preisindex gehört zu den bevorzugten Inflationsmaßen der Federal Reserve.
Die Verluste beschränkten sich nicht auf Gold. Auch andere Edelmetalle standen am Freitag unter Druck. Nach Reuters-Kursangaben vom 23. Oktober, 17.20 Uhr MESZ, sank Silber um rund ein Prozent auf 53,97 US-Dollar je Feinunze. Platin verbilligte sich um etwa 0,9 Prozent auf 1.555,84 Dollar.
Palladium fiel um rund 0,5 Prozent auf 1.048,31 Dollar. Damit erreichte das Metall den niedrigsten Stand seit Juni 2025. Auch Silber und Platin bewegten sich auf mehrmonatigen Tiefständen. Alle drei Edelmetalle steuerten auf Wochenverluste zu.
Bei Gold zeigte sich zudem ein Unterschied zwischen dem unmittelbaren Kassamarkt und dem Terminhandel. Während der Spotpreis am Freitag unter 4.000 Dollar schloss, beendeten die an den US-Terminbörsen gehandelten Gold-Futures mit Dezember-Lieferung den Handel laut Reuters bei 4.007,90 Dollar. Das entsprach einem Rückgang von 1,3 Prozent.
Der jüngste Rückgang folgt auf eine bereits länger anhaltende Korrektur. Nach den historischen Kursdaten von GoldPrice.com erreichte Gold am 29. Januar 2026 ein Rekord-Schlussniveau von 5.405 US-Dollar je Feinunze.
Der Schlusskurs vom 23. Oktober lag damit rund 26 Prozent unter diesem Höchststand. Seit Jahresbeginn errechnete der Kursdatenanbieter einen Verlust von etwa 8,5 Prozent. Der Rückgang der vergangenen Handelswoche verstärkte somit die negative Jahresbilanz.
Mit dem Schlusskurs unterhalb von 4.000 Dollar hat Gold eine viel beachtete Preismarke unterschritten. Für die weitere Entwicklung dürften insbesondere die bevorstehenden geldpolitischen Entscheidungen in den USA sowie die Energiepreise von Bedeutung sein.
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