
Der Automobilhersteller BMW muss seine Fahrzeugproduktion am Standort Regensburg vorübergehend einschränken. Hintergrund sind kurzfristige Engpässe bei der Lieferung benötigter Bauteile. Wie eine Sprecherin des Konzerns dem Bayerischen Rundfunk am Samstag, 24. Oktober 2026, bestätigte, fallen deshalb einzelne Arbeitsschichten aus. Wie lange die Einschränkungen andauern werden, ist bislang nicht bekannt.
Die Produktion im BMW-Werk Regensburg läuft damit nicht mehr im gewöhnlichen Umfang. Betroffen ist der nach Stückzahlen größte europäische Fahrzeugstandort des Münchner Automobilkonzerns. Erst wenige Tage zuvor hatte BMW das 40-jährige Bestehen der Serienproduktion in Regensburg gefeiert.
Nach Angaben der BMW-Sprecherin gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sind die Einschränkungen auf kurzfristig fehlende Zulieferteile zurückzuführen. Das Unternehmen arbeitet gemeinsam mit seinen Lieferanten daran, die benötigten Komponenten möglichst schnell wieder verfügbar zu machen.
Welche Bauteile konkret fehlen, wurde nicht mitgeteilt. Auch die Ursache der Lieferprobleme ist bislang nicht bekannt. Ebenso blieb offen, wie viele Schichten insgesamt ausfallen und wann die Fertigung wieder vollständig nach dem regulären Produktionsplan laufen kann.
Zu möglichen Auswirkungen auf andere BMW-Standorte machte das Unternehmen zunächst keine näheren Angaben. Ein vollständiger Produktionsstopp im Werk Regensburg wurde nicht bestätigt. Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich um vereinzelte Schichtausfälle.
Die Einschränkungen betreffen einen wichtigen Standort innerhalb des internationalen Produktionsnetzwerks von BMW. Im Regensburger Werk werden normalerweise mehr als 1.400 Fahrzeuge pro Arbeitstag gefertigt. Die Beschäftigten arbeiten in einem Dreischichtsystem. Bei regulärem Betrieb verlässt durchschnittlich alle 57 Sekunden ein fertiges Auto die Montagelinie.
Im vergangenen Jahr stellte BMW dort insgesamt 356.901 Fahrzeuge her. Damit erreichte das Werk 2025 einen Produktionsrekord. Regensburg ist derzeit das volumenstärkste Automobilwerk der BMW Group in Europa.
Zu den produzierten Fahrzeugen gehören der BMW X1 und der BMW X2. Beide Baureihen werden mit unterschiedlichen Antriebstechnologien gefertigt. Neben Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor entstehen in Regensburg auch Plug-in-Hybride und vollelektrische Modelle wie der BMW iX1 und der BMW iX2.
Eine Besonderheit der Fabrik ist die gemeinsame Fertigung dieser Antriebsvarianten auf einer Produktionslinie. BMW kann dadurch unterschiedliche Fahrzeugtypen innerhalb desselben Produktionssystems herstellen.
Die aktuellen Lieferprobleme treten wenige Tage nach einem bedeutenden Jubiläum auf. Am 19. Oktober 2026 feierte BMW in Regensburg 40 Jahre Serienproduktion. Seit dem Produktionsbeginn 1986 wurden an dem Standort mehr als neun Millionen Fahrzeuge hergestellt.
Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten hatte Werkleiter Armin Ebner erklärt, dass BMW nach dem Rekordjahr 2025 auch für 2026 einen neuen Höchstwert bei der Fahrzeugproduktion erwarte. Die Prognose bezog sich auf den damaligen Produktionsstand.
Ob die nun bekannt gewordenen Schichtausfälle Auswirkungen auf dieses Jahresziel haben, ist nicht bestätigt. Angaben zu möglichen Produktionsverlusten oder einer späteren Nachholung ausgefallener Schichten liegen bislang nicht vor.
In Regensburg und am verbundenen Standort Wackersdorf beschäftigt BMW zusammen rund 9.000 Menschen. Der Standort ist damit ein bedeutender Arbeitgeber der ostbayerischen Industrie.
Parallel zur laufenden Fahrzeugproduktion bereitet BMW den Standort auf die nächste Modellgeneration vor. Seit 2023 investierte der Konzern rund 400 Millionen Euro in Produktionsanlagen und Fertigungsstrukturen für die sogenannte Neue Klasse.
Im August 2026 wurde die Produktion dafür bereits planmäßig für drei Wochen unterbrochen. Während dieser Zeit nahm BMW umfangreiche Umbauarbeiten vor. Unter anderem wurde eine neue Vormontage integriert, in der künftig Hochvoltbatterien mit Fahrzeugkarosserien verbunden werden.
Nach Abschluss der Arbeiten Anfang September hatte BMW die reguläre Produktion der Modelle X1 und X2 wieder aufgenommen.
Die jetzt bekannt gewordenen Schichtausfälle stehen dagegen im Zusammenhang mit den kurzfristigen Problemen bei der Teileversorgung. Ein konkreter Zeitpunkt für die vollständige Wiederherstellung des regulären Produktionsumfangs wurde bislang nicht genannt.
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