Ungarischer Gripen verunglückt bei Szolnok, Pilot verletzt

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

Teilen:

Ungarischer Gripen bei Szolnok verloren

Ein Kampfflugzeug vom Typ Saab JAS 39 Gripen der ungarischen Luftwaffe ist am Montagvormittag, 24. August 2026, bei Szolnok in Zentralungarn verunglückt und zerstört worden. Der Pilot konnte das Flugzeug mit dem Schleudersitz verlassen. Nach Angaben des ungarischen Militärs ereignete sich der Unfall auf dem Gelände des Militärflugplatzes bei Szolnok. Eine genaue Uhrzeit des Unfalls wurde zunächst nicht offiziell genannt. Ministerpräsident Péter Magyar hatte den Vorfall am späten Montagvormittag öffentlich gemacht und mitgeteilt, dass die Ursache untersucht werde.

Anzeige

Der Pilot wurde nach dem Unfall medizinisch versorgt und anschließend in das Militärkrankenhaus in Budapest gebracht. Erste Meldungen hatten noch von keinen Verletzungen gesprochen. Das Krankenhaus teilte am Montagnachmittag jedoch mit, bei den Untersuchungen sei eine Wirbelsäulenverletzung festgestellt worden, die beim Katapultieren entstanden sei. Für Dienstag, 25. August, sei deshalb ein operativer Eingriff vorgesehen. Der Zustand des Piloten wurde als stabil beschrieben. Weitere Verletzte gab es nach den amtlichen Angaben mit Stand Montagnachmittag nicht.

Probleme während eines Übungsfluges

Nach den später veröffentlichten Angaben der ungarischen Streitkräfte war die Maschine gemeinsam mit einem zweiten Gripen zu einem Trainingsflug gestartet. Die beiden Flugzeuge hätten eine simulierte Luftkampfübung durchgeführt. In der letzten Phase der Übung sei an der später verunglückten Maschine eine Fehlermeldung aufgetreten. Daraufhin sei das Training abgebrochen worden. Weil ein Rückflug zum Heimatstützpunkt Kecskemét nach Einschätzung der Besatzungen nicht mehr möglich gewesen sei, hätten die Piloten den Militärflugplatz Szolnok angesteuert.

Der ungarische Generalstabschef erklärte am Nachmittag, die Maschine habe eine Warnmeldung abgegeben und Teile der Instrumentierung seien ausgefallen. Das Begleitflugzeug habe den betroffenen Gripen beim Anflug unterstützt. Nach Angaben des Militärs gelang zunächst die Landung. Anschließend sei das Flugzeug am Boden in eine Situation geraten, in der sich der Pilot zum Katapultieren entschieden habe. Danach sei die Maschine seitlich von ihrem Kurs abgekommen, zum Stillstand gekommen und in Brand geraten. Welche technische oder andere Ursache hinter dem vorausgegangenen Problem stand, war am Montagabend nicht geklärt.

Anzeige

Keine Schäden an ziviler Infrastruktur

Verteidigungsminister Romulusz Ruszin-Szendi erklärte, der Pilot habe dazu beigetragen, dass das Flugzeug auf militärischem Gelände blieb und keine zivile Infrastruktur beschädigt wurde. Auch Ministerpräsident Magyar hatte zunächst mitgeteilt, dass nach den ersten Erkenntnissen außerhalb des Militärgeländes keine Schäden entstanden seien. Weitere Personen wurden nach Angaben der zuständigen Stellen nicht verletzt.

Die Maschine führte laut Verteidigungsministerium Luft-Luft-Bewaffnung und Munition für die Bordkanone mit. Die Feuerwehr begann nach Angaben des Ministers rasch mit den Löscharbeiten. Über größere Folgeschäden auf dem Militärgelände wurden zunächst keine gesicherten Angaben veröffentlicht. Eine unabhängige Bestätigung einzelner Berichte über den genauen Ablauf unmittelbar vor dem Verlassen der Maschine lag zunächst nicht vor. Maßgeblich sind deshalb die Angaben der Streitkräfte, nach denen sich die Ereignisse während des Anflugs und nach der Landung weiterentwickelten.

Untersuchung soll Ursache des Gripen-Unfalls klären

Die Streitkräfte haben eine Untersuchung des Gripen-Absturzes bei Szolnok eingeleitet. Verteidigungsminister Ruszin-Szendi erklärte, dass voraussichtlich auch Fachleute aus Schweden hinzugezogen würden. Zudem müsse der Flugdatenschreiber ausgewertet werden. Eine Ursache wurde am Montag nicht offiziell festgestellt. Angaben, wonach bereits ein bestimmter technischer Defekt als Auslöser feststehe, sind daher nicht gesichert.

Bis zum Abschluss der Untersuchung wurden die Ausbildungsflüge der ungarischen Gripen-Flotte nach Angaben des Generalstabschefs ausgesetzt. Die für die ständige militärische Einsatzbereitschaft vorgesehenen Maschinen sollen ihre Aufgaben dagegen weiter erfüllen. Damit reagiert die Luftwaffe unmittelbar auf den Verlust eines ihrer wichtigsten Kampfflugzeuge, ohne die laufende Sicherung des ungarischen Luftraums vollständig einzustellen.

Ungarn hatte seine Gripen-Flotte gerade auf 18 Jets erweitert

Ungarn nutzt den schwedischen Gripen seit 2006. Ausgangspunkt war ein Vertrag über 14 Maschinen der Varianten Gripen C und D. Im Februar 2024 vereinbarten Ungarn und die schwedische Beschaffungsbehörde FMV vier weitere Gripen C. Die letzten beiden dieser zusätzlichen Flugzeuge trafen am 23. Juni 2026 auf dem Luftwaffenstützpunkt Kecskemét ein. Damit verfügte Ungarn unmittelbar vor dem Unfall über insgesamt 18 Gripen C/D, davon 16 einsitzige Gripen C und zwei zweisitzige Gripen D.

Die Maschinen bilden einen zentralen Teil der ungarischen Luftverteidigung und sind in die Strukturen der NATO eingebunden. Neben dem Schutz des eigenen Luftraums übernimmt Ungarn mit seinen Gripen auch Aufgaben für andere Bündnispartner. Saab und die ungarische Regierung hatten die Erweiterung der Flotte ausdrücklich mit der Verteidigung des ungarischen und des gemeinsamen NATO-Luftraums begründet.

Gripen aus Ungarn sicherten zuletzt den baltischen Luftraum

Eine besondere Rolle spielte die Flotte zuletzt bei der NATO-Luftraumüberwachung über Estland, Lettland und Litauen. Von August bis Dezember 2025 führte Ungarn zum vierten Mal eine Rotation der Baltic Air Policing Mission. Vier ungarische JAS 39 Gripen waren dafür auf dem litauischen Stützpunkt Šiauliai stationiert. Nach Angaben der ungarischen Streitkräfte kamen sie während der viermonatigen Mission auf mehr als 400 Flugstunden und starteten 22 Mal zu realen Alarmierungen.

Die baltischen NATO-Staaten verfügen nicht über eigene Kampfflugzeugverbände für eine dauerhafte Luftraumüberwachung. Deshalb stellen Bündnispartner seit ihrem NATO-Beitritt im Jahr 2004 im Wechsel einsatzbereite Jets bereit. Ungarn hatte zuvor bereits 2015, 2019 und 2022 an dieser Aufgabe teilgenommen. Der Unfall bei Szolnok betrifft damit eine vergleichsweise kleine, aber für Ungarns nationale Luftverteidigung und seine Verpflichtungen im Bündnis wichtige Kampfflugzeugflotte.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu