Grippeimpfung 2026 startet: Was für die neue Saison gilt

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Mit Beginn des Herbstes rückt in Deutschland die Grippeimpfung 2026 wieder in den Mittelpunkt. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die jährliche Influenza-Impfung insbesondere älteren Menschen, Schwangeren, chronisch Kranken und bestimmten Berufsgruppen. Als bevorzugter Zeitraum gelten Oktober und November. Ende September ist die Influenza-Aktivität in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts noch niedrig.

Für die Saison 2026/27 stehen unterschiedliche Impfstoffe zur Verfügung. Menschen ab 60 Jahren sollen nach der aktuellen STIKO-Empfehlung mit einem Hochdosis-Impfstoff oder einem MF59-adjuvantierten Impfstoff geimpft werden. Beide Varianten bewertet die STIKO für diese Altersgruppe gleichwertig. Für Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 17 Jahren gibt es unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin einen Impfstoff als Nasenspray.

Diese Menschen sollen sich gegen Grippe impfen lassen

Die STIKO empfiehlt eine jährliche Influenza-Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren. Die Empfehlung gilt außerdem für Schwangere grundsätzlich ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Liegt eine gesundheitliche Gefährdung durch eine Grunderkrankung vor, kann die Impfung bereits ab dem ersten Drittel empfohlen sein.

Zu den weiteren empfohlenen Gruppen gehören Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Das RKI nennt beispielsweise chronische Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder Nieren, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen sowie bestimmte neurologische Erkrankungen und Immundefizienzen.

Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen gehören zu den Zielgruppen. Hinzu kommen Menschen, die besonders gefährdete Personen betreuen oder mit ihnen zusammenleben und diese möglicherweise anstecken könnten.

Eine berufliche Empfehlung gilt unter anderem für medizinisches Personal, Beschäftigte in Bereichen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die Risikopatienten betreuen. Seit der Anpassung der Empfehlung gehört außerdem häufiger direkter Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben zu den möglichen Indikationen, etwa in Tierhaltungen, Tierarztpraxen, Zoos oder Schlachthöfen. Hintergrund ist unter anderem die weltweite Ausbreitung hochpathogener H5Nx-Influenzaviren bei Tieren.

Für gesunde Kinder gibt es keine allgemeine Empfehlung

Eine generelle Influenza-Impfempfehlung für alle Kinder besteht in Deutschland derzeit nicht. Die STIKO hat Mitte September ausdrücklich auf die bestehende Empfehlung für Kinder und Jugendliche mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung durch Grunderkrankungen hingewiesen.

Gerade in dieser Gruppe sind die Impfquoten niedrig. Nach einer aktuellen RKI-Auswertung waren über elf untersuchte Grippesaisons hinweg jeweils nur rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen mit impfrelevanter Grunderkrankung gegen Influenza geimpft.

Für Kinder und Jugendliche zwischen zwei und einschließlich 17 Jahren ist mit Fluenz auch 2026/27 ein abgeschwächter Lebendimpfstoff zur Anwendung als Nasenspray zugelassen. Er kommt als Alternative zum gespritzten Impfstoff infrage, sofern keine Gegenanzeigen bestehen. Bei Hindernissen gegen eine Injektion, beispielsweise ausgeprägter Spritzenangst, sieht die STIKO für diese Altersgruppe Vorteile des Nasenimpfstoffs.

Ältere können Hochdosis- oder adjuvantierten Impfstoff erhalten

Bei Menschen ab 60 Jahren berücksichtigt die STIKO, dass die Immunantwort auf Impfungen im höheren Alter schwächer ausfallen kann. Deshalb empfiehlt sie für diese Altersgruppe entweder einen inaktivierten Hochdosis-Impfstoff oder einen MF59-adjuvantierten Impfstoff mit Wirkverstärker.

Für die Saison 2026/27 ist unter anderem Efluelda als trivalenter Hochdosis-Impfstoff ab 60 Jahren zugelassen. Er enthält pro Virusstamm 60 Mikrogramm Antigen statt der bei Standardimpfstoffen üblichen 15 Mikrogramm. Fluad ist ein adjuvantierter Impfstoff und ab 50 Jahren zugelassen. Die STIKO-Empfehlung für die bevorzugte Anwendung eines solchen verstärkten Impfstoffs setzt allerdings erst ab 60 Jahren ein.

Impfstoffe für 2026/27 wurden umfassend angepasst

Das Paul-Ehrlich-Institut listet für die aktuelle Saison acht trivalente saisonale Influenza-Impfstoffe, die in Deutschland vermarktet werden. Neben klassischen Totimpfstoffen gibt es unter anderem einen zellkulturbasierten Impfstoff, den Hochdosis-Impfstoff, den adjuvantierten Impfstoff und das Nasenspray für Kinder und Jugendliche.

Eine Besonderheit der Saison 2026/27 ist die Zusammensetzung: Alle drei enthaltenen Virusstämme mussten gegenüber der Vorsaison angepasst werden. Das Paul-Ehrlich-Institut bezeichnete die Stammanpassung deshalb als besonders umfangreich. Die Zusammensetzung folgt den Empfehlungen von Weltgesundheitsorganisation und Europäischer Arzneimittelagentur.

Die Impfstoffe sind inzwischen trivalent ausgelegt. Sie richten sich gegen zwei Influenza-A-Varianten und Influenza B/Victoria. Die früher zusätzlich berücksichtigte B/Yamagata-Linie wurde nach RKI-Angaben weltweit seit März 2020 nicht mehr nachgewiesen.

Bis zum 13. September hatte das Paul-Ehrlich-Institut nach eigenen Angaben bereits rund 12,2 Millionen Dosen für die Saison 2026/27 freigegeben.

Oktober und November gelten als günstiger Impfzeitpunkt

Das RKI empfiehlt, die geplante Grippeimpfung vorzugsweise im Oktober oder November durchführen zu lassen. Generell nennt die STIKO den Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember. Rund zehn bis 14 Tage nach der Impfung dauert es, bis sich der Impfschutz vollständig aufgebaut hat.

Eine spätere Impfung kann dennoch sinnvoll sein. Der genaue Beginn und die Dauer einer Grippewelle lassen sich nicht zuverlässig vorhersagen. In Deutschland liegt die eigentliche Grippesaison typischerweise zwischen Anfang Oktober und Mitte Mai.

Ende September noch keine Grippewelle in Deutschland

Von einer Grippewelle ist Deutschland Ende September 2026 noch weit entfernt. Für die 38. Kalenderwoche meldete das RKI zwar eine gestiegene Aktivität akuter Atemwegserkrankungen insgesamt. Das Geschehen wurde in den untersuchten Sentinelproben jedoch vor allem von Rhinoviren bestimmt.

Die gemeldeten labordiagnostisch bestätigten Influenzafälle lagen laut RKI weiterhin auf niedrigem Niveau. Auch die Influenza-Viruslast im Abwasser war niedrig. Die Grippewelle der Saison 2025/26 hatte bereits in der 48. Kalenderwoche 2025 begonnen und endete nach der RKI-Definition in der zehnten Kalenderwoche 2026.

Damit beginnt die Impfkampagne erneut einige Wochen vor der Phase, in der erfahrungsgemäß eine stärkere Zirkulation von Influenzaviren zu erwarten ist.

Impfquote bleibt deutlich unter dem angestrebten Niveau

Für die unmittelbar zurückliegende Saison 2025/26 lag bis Ende September noch keine abschließend veröffentlichte bundesweite RKI-Impfquote für Menschen ab 60 Jahren vor. Deshalb sind einzelne vorläufige oder aus Befragungen abgeleitete Angaben nicht mit der offiziellen Impfquote gleichzusetzen.

Für die Saison 2024/25 weist das RKI für Menschen ab 60 Jahren eine Impfquote von 34,5 Prozent aus. Damit ließ sich nur gut ein Drittel dieser Altersgruppe gegen Influenza impfen.

Besonders niedrig war der Anteil bei Menschen zwischen 60 und 69 Jahren. Die bundesweiten RKI-Daten für 2024/25 lagen hier bei rund 25 Prozent, während die Quote mit zunehmendem Alter höher ausfiel.

Krankenkassen übernehmen die Impfung für empfohlene Gruppen

Für Versicherte, die unter die Vorgaben der Schutzimpfungs-Richtlinie fallen, gehört die Grippeimpfung zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Gemeinsame Bundesausschuss setzt dafür auf Grundlage der STIKO-Empfehlungen fest, für welche Personengruppen ein Anspruch besteht.

Damit ist die Impfung insbesondere für die vorgesehenen Risikogruppen eine Kassenleistung. Viele Krankenkassen bieten darüber hinaus freiwillig eine Kostenübernahme auch für Versicherte an, die nicht zu diesen Gruppen gehören. Wer nicht unter die reguläre Empfehlung fällt, sollte deshalb die Bedingungen der eigenen Krankenkasse prüfen.

Grippe, Corona und RSV können kombiniert werden

Bei älteren Menschen überschneiden sich die Zielgruppen der Impfungen gegen Influenza, COVID-19 und RSV teilweise. Die Empfehlungen sind 2026 jedoch nicht identisch.

Die jährliche Grippeimpfung wird weiterhin allen Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Für die routinemäßige jährliche COVID-19-Auffrischung hat die STIKO die Altersgrenze dagegen im Juli 2026 von 60 auf 75 Jahre angehoben. Unterhalb dieser Altersgrenze bleibt sie unter anderem bei bestimmten Grunderkrankungen, für Bewohner von Pflegeeinrichtungen und für bestimmte Beschäftigte im Gesundheitswesen empfohlen.

Auch die RSV-Impfung ist als einmalige Standardimpfung für Menschen ab 75 Jahren empfohlen. Personen zwischen 60 und 74 Jahren sollen sie erhalten, wenn eine schwere relevante Grunderkrankung besteht oder sie in einer Pflegeeinrichtung leben.

Eine Influenza-Impfung kann grundsätzlich am selben Termin wie eine COVID-19-Impfung erfolgen, wenn für beide eine Indikation besteht. Die Impfstoffe werden dabei an unterschiedlichen Körperstellen verabreicht. Das RKI weist darauf hin, dass vorübergehende Impfreaktionen bei gleichzeitiger Gabe häufiger oder ausgeprägter auftreten können.

Auch die gleichzeitige Gabe mit einer RSV-Impfung ist grundsätzlich möglich. Das RKI bestätigt dies für die derzeit eingesetzten RSV-Impfstoffe und die saisonale Influenza-Impfung.

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